Shared Decision Making (PEF): Leitlinien-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG197 behandelt die Integration der partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) in den klinischen Alltag. Ziel ist es, dass medizinisches Fachpersonal und Leistungsempfänger gemeinsam fundierte Entscheidungen über Behandlungen und Pflege treffen.

Der Prozess berücksichtigt sowohl die klinische Evidenz als auch die individuellen Präferenzen, Überzeugungen und Werte der betroffenen Personen. Die Leitlinie betont, dass Shared Decision Making ein fortlaufender Prozess und kein einmaliges Ereignis ist.

Ausgenommen von dieser Leitlinie sind unerwartete Notfälle, die sofortige lebensrettende Maßnahmen erfordern. Ebenso ausgeschlossen sind Situationen, in denen erwachsene Personen zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht über die geistige Kapazität für Gesundheitsentscheidungen verfügen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur partizipativen Entscheidungsfindung:

Organisatorische Verankerung

Es wird empfohlen, eine Führungskraft auf höchster Ebene für die Implementierung von Shared Decision Making verantwortlich zu machen. Die Leitlinie schlägt zudem vor, einen Patientendirektor sowie klinische Champions zu ernennen.

Für das Personal wird ein praxisorientiertes Training empfohlen, das Methoden wie Rollenspiele und "Train-the-Trainer"-Konzepte umfasst.

Vor dem Gespräch

Laut Leitlinie sollten Personen bereits vor dem Gespräch Zugang zu Informationsmaterialien in ihrem bevorzugten Format erhalten. Dies soll helfen, eigene Prioritäten zu klären und Fragen vorzubereiten.

Bei Bedarf wird die Organisation von zusätzlicher Unterstützung empfohlen, beispielsweise durch Pflegekräfte, Sozialarbeiter oder Dolmetscher.

Während des Gesprächs

Zu Beginn jedes Gesprächs sollte eine gemeinsame Agenda vereinbart werden. Die Leitlinie empfiehlt, die Optionen so zu besprechen, dass die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Person im Mittelpunkt stehen.

Für die Informationsvermittlung werden folgende Techniken empfohlen:

  • Informationen in überschaubaren Abschnitten vermitteln ("chunk and check")

  • Das Verständnis aktiv überprüfen (z.B. durch die "teach back"-Methode)

  • Die Option, keine Behandlung durchzuführen oder nichts zu ändern, immer als Alternative benennen

  • Ausreichend Zeit für Fragen und Bedenkzeit einräumen

Nach dem Gespräch

Es wird empfohlen, den Personen nach dem Gespräch eine Zusammenfassung der Diagnose, der Optionen und der getroffenen Entscheidungen zur Verfügung zu stellen. Klinische Briefe sollten gemäß Leitlinie direkt an die behandelte Person gerichtet und in verständlicher Sprache verfasst werden.

Risikokommunikation und Entscheidungshilfen

Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von qualitätsgesicherten Patienten-Entscheidungshilfen als Teil eines umfassenden Instrumentariums. Bei der Kommunikation von numerischen Risiken werden folgende Prinzipien empfohlen:

  • Absolute Risiken anstelle von relativen Risiken verwenden

  • Natürliche Häufigkeiten (z.B. 10 von 100) statt Prozentangaben nutzen

  • Konsistente Nenner bei Vergleichen verwenden (z.B. 7 von 100 und 20 von 100)

  • Sowohl positive als auch negative Formulierungen verwenden (z.B. Erfolg bei 97 von 100, Misserfolg bei 3 von 100)

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft die Kommunikation von Risiken und Nutzen. Es wird nachdrücklich empfohlen, immer absolute Risiken und natürliche Häufigkeiten (wie "2 von 1000") anstelle von relativen Risiken oder Prozentangaben zu verwenden. Die alleinige Nennung relativer Risiken (wie "das Risiko verdoppelt sich") wird als irreführend eingestuft und sollte vermieden werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, klinische Briefe nach einem Gespräch direkt an die behandelte Person zu adressieren und nicht an das medizinische Fachpersonal. Eine Kopie sollte an die entsprechenden Fachkräfte gesendet werden, sofern die Person dem nicht widerspricht.

Laut Leitlinie ist dies eine Technik, bei der die aufgeklärte Person das Besprochene in eigenen Worten wiedergibt. Es wird empfohlen, diese Methode zu nutzen, um das tatsächliche Verständnis der vermittelten Informationen zu überprüfen.

Ja, es wird empfohlen, die Risiken, Vorteile und Konsequenzen aller verfügbaren Optionen offen zu besprechen. Die Leitlinie betont, dass dazu zwingend auch die Option gehört, keine Behandlung durchzuführen oder den aktuellen Plan nicht zu ändern.

Es wird empfohlen, vorab Informationsmaterialien bereitzustellen, damit sich die Personen auf das Gespräch vorbereiten können. Zudem sollte laut Leitlinie angeboten werden, Familienmitglieder, Freunde oder externe Unterstützer wie Dolmetscher zum Gespräch hinzuzuziehen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Shared decision making (NICE, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.