NICE2026Psychiatrie

Selbstverletzung: Diagnostik, Therapie und Nachsorge

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Selbstverletzendes Verhalten umfasst absichtliche Selbstvergiftung oder Selbstverletzung, unabhängig vom zugrunde liegenden Zweck. Die NICE-Leitlinie NG225 bietet umfassende Empfehlungen zur Beurteilung, Behandlung und Rückfallprävention bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Die Leitlinie richtet sich an Fachkräfte im Gesundheits- und Sozialwesen sowie an Personal in Bildungseinrichtungen und im Justizvollzug. Ein zentraler Fokus liegt auf der personenzentrierten Betreuung, der Vermeidung von Stigmatisierung und der engen Zusammenarbeit verschiedener Sektoren.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie NG225 formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik und Assessment

Es wird empfohlen, bei jeder Vorstellung nach einer Selbstverletzung zeitnah ein psychosoziales Assessment durch eine psychiatrische Fachkraft durchzuführen. Dieses sollte laut Leitlinie nicht bis zum Abschluss der medizinischen Behandlung aufgeschoben werden.

Es wird ausdrücklich davon abgeraten, globale Risikostratifizierungen (niedrig, mittel, hoch) oder Risikoskalen zur Vorhersage von Suiziden oder wiederholter Selbstverletzung zu verwenden. Ebenso dürfen diese Instrumente nicht über den Zugang zu Behandlungen entscheiden.

Therapie und Interventionen

Als psychologische Intervention wird für Erwachsene eine strukturierte, kognitiv-verhaltenstherapeutisch (CBT) fundierte Therapie empfohlen. Diese sollte idealerweise 4 bis 10 Sitzungen umfassen und zeitnah beginnen.

Für Kinder und Jugendliche mit erheblichen Problemen der Emotionsregulation und häufiger Selbstverletzung wird eine adaptierte dialektisch-behaviorale Therapie (DBT-A) empfohlen.

Die Leitlinie rät davon ab, medikamentöse Behandlungen spezifisch zur Reduktion von Selbstverletzungen einzusetzen.

Es wird empfohlen, gemeinsam mit der betroffenen Person einen individuellen Sicherheitsplan (Safety Plan) zu erstellen. Dieser sollte folgende Elemente enthalten:

  • Identifikation von Auslösern und Warnzeichen

  • Individuelle Bewältigungsstrategien

  • Soziale Kontakte zur Ablenkung

  • Notfallkontakte und Erreichbarkeiten von Krisendiensten

Nachsorge und Monitoring

Bei fortbestehenden Sicherheitsbedenken empfiehlt die Leitlinie eine erste Nachsorge (Initial Aftercare) innerhalb von 48 Stunden nach dem psychosozialen Assessment.

Es wird betont, dass die Kontinuität der Betreuung durch eine Minimierung der wechselnden Ansprechpartner gewährleistet werden sollte.

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert klare Warnhinweise bezüglich bestimmter Maßnahmen. Es wird strikt davon abgeraten, mechanische Fixierungen in Notaufnahmen einzusetzen, um Selbstverletzungen oder das Verlassen der Klinik zu verhindern.

Zudem warnt die Leitlinie davor, strafende Ansätze oder Maßnahmen des Strafrechtssystems als Intervention bei häufigen Selbstverletzungen zu nutzen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie ist der Verzicht auf Risikoskalen zur Vorhersage von Suizidalität. Es wird stattdessen empfohlen, sich auf die individuellen Bedürfnisse, die aktuelle Sicherheit und eine umfassende psychosoziale Formulierung zu konzentrieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird bei fortbestehenden Sicherheitsbedenken eine erste Nachsorge innerhalb von 48 Stunden nach dem psychosozialen Assessment empfohlen.

Die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, Risikoskalen oder globale Risikostratifizierungen zur Vorhersage von Suiziden oder zur Steuerung des Behandlungszugangs zu nutzen.

Es wird eine strukturierte, personenzentrierte und kognitiv-verhaltenstherapeutisch (CBT) fundierte psychologische Intervention empfohlen. Diese umfasst in der Regel 4 bis 10 Sitzungen.

Die Leitlinie empfiehlt, keine medikamentösen Behandlungen spezifisch als Intervention zur Reduktion von Selbstverletzungen anzubieten. Begleiterkrankungen wie Depressionen sollten jedoch leitliniengerecht behandelt werden.

Ein Sicherheitsplan sollte laut Leitlinie gemeinsam erarbeitet werden und Warnzeichen, Bewältigungsstrategien, soziale Kontakte zur Ablenkung sowie Notfallnummern umfassen.

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Quelle: Self-harm: assessment and management (NICE, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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