Hitzschlag-Therapie: SCCM-Leitlinie 2023
📋Auf einen Blick
- •Aktive Kühlmaßnahmen werden gegenüber passiven Methoden empfohlen.
- •Kalt- oder Eiswasser-Immersion erzielt die schnellste Kühlrate und sollte priorisiert werden.
- •Medikamentöse Interventionen zur Temperaturkontrolle werden nicht empfohlen und sollten vermieden werden.
Hintergrund
Aufgrund der prognostizierten Zunahme hitzebedingter Wetterphänomene ist mit einem Anstieg von Hitzeexpositionen und Hitzeschäden wie dem Hitzschlag zu rechnen. Die Society of Critical Care Medicine (SCCM) hat 2023 eine Leitlinie entwickelt, um eine evidenzbasierte Behandlung zu gewährleisten. Der Fokus liegt auf Kühlmethoden und temperaturbeeinflussenden Medikamenten.
Kühlmethoden
Die Leitlinie spricht sich klar für aktive Kühlmaßnahmen aus.
| Kühlmethode | Empfehlung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Aktive Kühlung | Empfohlen | Gegenüber passiven Methoden zu bevorzugen. |
| Kalt- oder Eiswasser-Immersion | Priorisiert | Erzielt die schnellste Kühlrate. Sollte eingesetzt werden, sofern verfügbar. |
| Passive Kühlung | Nicht primär empfohlen | Aktiven Maßnahmen unterlegen. |
Medikamentöse Therapie
Zur medikamentösen Temperaturkontrolle bei Hitzschlag-Patienten gibt es klare Vorgaben:
- Es gibt keine Evidenz, die den Einsatz von pharmakologischen Interventionen zur Temperaturkontrolle beim Hitzschlag unterstützt.
- Entsprechende Medikamente sollten vermieden werden.
Leitlinien-Statements im Überblick
Die Empfehlungen der multidisziplinären Expertenkommission (basierend auf der GRADE-Methodik) umfassen insgesamt:
- 2 starke Empfehlungen
- 5 Good-Practice-Statements
- 1 "Nur im Rahmen von Forschung"-Statement
Hinweis: Die Umsetzung der Empfehlungen sollte stets unter Berücksichtigung des klinischen Status des Patienten und der verfügbaren Ressourcen erfolgen.
💡Praxis-Tipp
Priorisieren Sie bei Hitzschlag-Patienten immer die physikalische Kühlung (ideal: Eiswasser-Immersion) und verzichten Sie auf antipyretische Medikamente, da diese wirkungslos sind und vermieden werden sollten.