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Society of Critical Care Medicine (SCCM)2024Critical CarePalliative Care

Familienzentrierte Pflege auf Intensivstationen: SCCM 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Society of Critical Care Medicine (SCCM) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Liberale Regelungen zur Anwesenheit von Familienangehörigen sollten auf der Intensivstation der Standard sein.
  • Familien sollten durch ICU-Tagebücher, Schulungen sowie psychologische und spirituelle Betreuung unterstützt werden.
  • Strukturierte Kommunikation für Angehörige und Kommunikationstrainings für das Personal werden empfohlen.
  • Barrieren für eine gerechte intensivmedizinische Versorgung von Familien müssen systematisch abgebaut werden.
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Hintergrund

Die familienzentrierte Pflege auf Erwachsenen-Intensivstationen (ICU) ist eine essenzielle Fähigkeit, die wichtige klinische Endpunkte für Patienten und deren Angehörige beeinflusst. Da die COVID-19-Pandemie die Betreuung von Angehörigen stark belastet hat, veröffentlichte die Society of Critical Care Medicine (SCCM) 2024 aktualisierte Leitlinien.

Die Leitlinie basiert auf dem GRADE-Ansatz und gliedert sich in vier Hauptbereiche:

  • Einbindung der Familie
  • Unterstützung der familiären Bedürfnisse
  • Kommunikationsunterstützung
  • Unterstützung des ICU-Personals

Kernaussagen und Empfehlungen

Das multiprofessionelle Panel formulierte insgesamt 17 Statements (1 starke Empfehlung, 14 bedingte Empfehlungen, 2 Best-Practice-Statements).

BereichMaßnahmeEmpfehlung / Bewertung
AnwesenheitLiberale Besuchsregelungen als StandardStark empfohlen / Bekräftigt
EinbindungTeilnahme an Visiten und Pflege am BettBedingt empfohlen
UnterstützungICU-Tagebücher, SchulungsprogrammeBedingt empfohlen
BetreuungPsychologische, spirituelle und TrauerbegleitungBedingt empfohlen
KommunikationStrukturierte Kommunikation für FamilienBedingt empfohlen
PersonalKommunikationstraining für BehandlerBedingt empfohlen
PersonalProgramme zum Wohlbefinden des PersonalsBedingt empfohlen
HilfsmittelSpezifische Entscheidungshilfen / ToolsKeine Empfehlung (fehlende Evidenz)

Gerechtigkeit und Barrierefreiheit

Die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, dass Erwachsenen-Intensivstationen systematische Praktiken implementieren, um Barrieren für eine gerechte intensivmedizinische Versorgung von Familien zu identifizieren und abzubauen.

💡Praxis-Tipp

Etablieren Sie liberale Besuchszeiten als Standard auf Ihrer Intensivstation und integrieren Sie Angehörige aktiv in die Visite sowie die Pflege am Bett, sofern dies möglich ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie bekräftigt die kritische Bedeutung von liberalen Regelungen zur Anwesenheit von Familienangehörigen als Standardpraxis.
Ja, die Leitlinie spricht eine bedingte Empfehlung für die Anwesenheit von Familien bei der Visite und die Beteiligung an der Pflege am Bett aus.
Es werden Schulungsprogramme, ICU-Tagebücher sowie psychologische, spirituelle und Trauerbegleitung empfohlen. Für spezifische Entscheidungshilfen gibt es aufgrund fehlender Evidenz aktuell keine Empfehlung.

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