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Salbutamol bei Kindern: Dosierung, Inhalation und IV

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Kinderformularium / DGKJ (2024)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Salbutamol (Albuterol) ist ein kurzwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (SABA), das in der Pädiatrie als Notfallmedikament zur Behandlung der akuten Bronchialobstruktion und des Asthma bronchiale eingesetzt wird. Es bewirkt eine rasche Entspannung der glatten Bronchialmuskulatur.

Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf der Monographie des Kinderformulariums und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) aus dem Jahr 2024. Sie definiert klare Standards für die altersgerechte Dosierung und Applikation.

Ein zentraler Fokus der Leitlinie liegt auf der korrekten Inhalationstechnik. Die inhalative Gabe wird als bevorzugter Weg beschrieben, um eine hohe lokale Wirksamkeit bei minimalen systemischen Nebenwirkungen zu erreichen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Applikation und Therapiesteuerung:

Bevorzugte Applikationswege

Laut Leitlinie ist die inhalative Gabe der bevorzugte Verabreichungsweg für Salbutamol. Eine orale Gabe wird ausdrücklich nicht empfohlen, da sie mit hohen systemischen Nebenwirkungen einhergeht.

Eine orale Verabreichung sollte gemäß Leitlinie nur dann erwogen werden, wenn eine Inhalation technisch nicht möglich ist.

Spacer-Technik

Die Leitlinie betont die kritische Bedeutung eines Spacers bei der Verwendung von Dosieraerosolen. Ohne Spacer beträgt die Munddeposition weniger als 10 Prozent.

Für die korrekte Anwendung werden folgende altersabhängige Techniken empfohlen:

  • Bei Kindern unter 4 Jahren wird die Verwendung einer Maske empfohlen.

  • Bei Kindern über 4 Jahren sollte ein Mundstück verwendet werden.

  • Es darf immer nur 1 Hub eingesprüht werden, gefolgt von 5 bis 10 Atemzügen.

  • Mehrere Hübe dürfen niemals gleichzeitig in den Spacer gesprüht werden.

Therapiesteuerung und Langzeitverlauf

Salbutamol wird als reines Notfallmedikament ("Reliever") eingestuft.

Wenn der Bedarf an Salbutamol mehr als zweimal pro Woche besteht, wird empfohlen, die Indikation für eine Controller-Therapie zu prüfen.

Dosierung

Dosieraerosol (100 µg/Hub) mit Spacer

AlterIndikationDosierung
< 6 JahreAkute Bronchialobstruktion (1. Stunde)2-4 Hübe alle 20 min
> 6 JahreAkute Bronchialobstruktion (1. Stunde)4-6 Hübe alle 20 min
Alle AltersgruppenErhaltungstherapie2-4 Hübe alle 4-6 h
Alle AltersgruppenBei Bedarf1-2 Hübe, max. 6x täglich

Vernebler (Inhalationslösung 5 mg/ml)

AlterIndikationDosierung
< 5 JahreAkut2,5 mg (0,5 ml = 10 Tropfen) alle 20-30 min
> 5 JahreAkut2,5-5 mg alle 20-30 min
Alle AltersgruppenErhaltungstherapie2,5 mg alle 4-6 h

Intensivmedizinische Gabe (Status asthmaticus / schwerer Anfall)

ApplikationsformDosierungHinweise
Dauervernebelung0,5-1 mg/kg/h kontinuierlich (max. 10-15 mg/h)Nur auf Intensivstation
Intravenös (Bolus)15 µg/kg über 10 minNur auf Intensivstation mit Monitoring
Intravenös (Dauerinfusion)0,2-2 µg/kg/min (bis 4 µg/kg/min bei Versagen)Nur auf Intensivstation mit Monitoring

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist auf folgende systemische Nebenwirkungen hin, die bei der Therapie auftreten können:

  • Tremor und Tachykardie

  • Hypokaliämie (insbesondere bei hohen Dosierungen)

  • Unruhe und Kopfschmerzen

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist das gleichzeitige Einsprühen mehrerer Hübe in den Spacer. Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass immer nur ein einzelner Hub appliziert werden darf, woraufhin das Kind 5 bis 10 Atemzüge nehmen sollte, bevor ein eventueller weiterer Hub erfolgt.

Häufig gestellte Fragen

Bei Kindern unter 6 Jahren werden laut Leitlinie initial 2 bis 4 Hübe (à 100 µg) aus dem Dosieraerosol alle 20 Minuten in der ersten Stunde empfohlen. Alternativ können 2,5 mg über einen Vernebler verabreicht werden.

Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung eines Spacers mit Mundstück für Kinder ab 4 Jahren. Bei jüngeren Kindern unter 4 Jahren sollte eine Maske genutzt werden.

Eine orale Gabe wird von der Leitlinie ausdrücklich nicht empfohlen. Dies wird mit den hohen systemischen Nebenwirkungen im Vergleich zur Inhalation begründet.

Wenn Salbutamol häufiger als zweimal pro Woche als Bedarfsmedikament benötigt wird, sollte laut Leitlinie eine Controller-Therapie geprüft werden. Salbutamol dient ausschließlich als Notfallmedikament.

Bei einem Status asthmaticus wird auf der Intensivstation eine intravenöse Gabe empfohlen. Die Leitlinie nennt hierbei einen Bolus von 15 µg/kg über 10 Minuten, gefolgt von einer Dauerinfusion.

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Quelle: Salbutamol Dosierung Kinder (Kinderformularium / DGKJ, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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