StatPearls2026

Retinopathia praematurorum (ROP): Screening & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie bietet eine umfassende Übersicht zur Retinopathia praematurorum (ROP). Es handelt sich um eine vasoproliferative Netzhauterkrankung, die primär Frühgeborene mit niedrigem Geburtsgewicht und frühem Gestationsalter betrifft.

Die Pathogenese verläuft laut Leitlinie in zwei Phasen. Phase 1 ist durch eine hyperoxieinduzierte Vasoobliteration gekennzeichnet, während Phase 2 durch eine hypoxiegetriebene pathologische Neovaskularisation definiert ist.

Als wichtigste Risikofaktoren werden ein niedriges Gestationsalter, ein geringes Geburtsgewicht sowie die Notwendigkeit einer Sauerstofftherapie genannt. Eine frühzeitige Erkennung durch regelmäßiges Screening ist entscheidend, um eine dauerhafte Sehbehinderung zu verhindern.

Empfehlungen

Screening

Die Leitlinie empfiehlt ein strukturiertes Screening für Risikokinder. Folgende Kriterien rechtfertigen laut Leitlinie eine Untersuchung:

  • Geburtsgewicht von 1500 g oder weniger

  • Gestationsalter von 30 Wochen oder weniger

  • Instabiler klinischer Verlauf bei größeren Frühgeborenen

Das initiale Screening sollte im Alter von 4 postnatalen Wochen oder 31 postmenstruellen Wochen erfolgen, je nachdem, welcher Zeitpunkt später eintritt.

Diagnostik und Klassifikation

Es wird eine erweiterte Fundusuntersuchung mittels indirekter Ophthalmoskopie empfohlen. Die Klassifikation erfolgt nach der International Classification of Retinopathy of Prematurity (ICROP) in verschiedene Stadien:

StadiumBeschreibung
Stadium 1Demarkationslinie zwischen avaskulärer und vaskularisierter Netzhaut
Stadium 2Erhabene Leiste (Ridge) im Bereich der Demarkationslinie
Stadium 3Extraretinale fibrovaskuläre Proliferation in den Glaskörper
Stadium 4Partielle Netzhautablösung (4A: extrafoveal, 4B: foveal)
Stadium 5Totale Netzhautablösung

Zusätzlich wird die Erkrankung nach Zonen (I bis III) und dem Vorliegen einer "Plus-Erkrankung" (erweiterte und geschlängelte Gefäße) eingeteilt.

Therapieindikationen

Die Leitlinie unterscheidet zwischen Beobachtung und sofortigem Behandlungsbedarf. Eine Beobachtung wird für ROP Typ 2 empfohlen, was Zone I im Stadium 1 oder 2 ohne Plus-Erkrankung sowie Zone II im Stadium 3 ohne Plus-Erkrankung umfasst.

Eine sofortige Behandlung innerhalb von 48 bis 72 Stunden wird für ROP Typ 1 empfohlen:

  • Jedes Stadium in Zone I mit Plus-Erkrankung

  • Stadium 3 in Zone I mit oder ohne Plus-Erkrankung

  • Stadium 2 oder 3 in Zone II mit Plus-Erkrankung

Therapiemodalitäten

Als Standardtherapie zur Ablation der avaskulären peripheren Netzhaut wird die Laserphotokoagulation empfohlen. Intravitreale Anti-VEGF-Wirkstoffe (wie Bevacizumab oder Ranibizumab) werden insbesondere bei aggressiver posteriorer ROP (AP-ROP) oder Erkrankungen der Zone I als Behandlungsoption genannt.

Bei fortgeschrittenen Stadien (4 und 5) mit Netzhautablösung werden chirurgische Eingriffe wie eine linsensparende Vitrektomie oder eine Skleraeindellung beschrieben.

Prävention und Monitoring

Zur Prävention wird ein striktes Sauerstoffziel von 90 bis 95 % empfohlen, um extreme Schwankungen zu vermeiden. Nach einer Intervention sind wöchentliche Kontrollen erforderlich, bis eine Regression erreicht ist.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt Situationen, in denen eine Laserphotokoagulation kontraindiziert oder nicht durchführbar ist. Dazu gehören eine unzureichende Pupillenerweiterung sowie Medientrübungen.

In diesen Fällen wird der Einsatz von intravitrealen Anti-VEGF-Wirkstoffen als Alternative beschrieben.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass es nach einer Therapie mit Anti-VEGF-Wirkstoffen zu einer späten Reaktivierung der Retinopathia praematurorum kommen kann. Es wird daher eine verlängerte und engmaschige Nachbeobachtung empfohlen, teilweise bis zur 70. postmenstruellen Woche. Ein vorzeitiger Abbruch des Monitorings stellt ein erhebliches Risiko für eine unerkannte Progression dar.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird das initiale Screening im Alter von 4 postnatalen Wochen empfohlen. Alternativ gilt die 31. postmenstruelle Woche, je nachdem, welcher Zeitpunkt später eintritt.

Es wird eine Ziel-Sauerstoffsättigung (SpO2) von 90 bis 95 % empfohlen. Die Leitlinie betont, dass extreme Schwankungen sowie Werte unter 88 % oder über 95 % vermieden werden sollten.

Die Plus-Erkrankung ist ein Marker für einen schweren Krankheitsverlauf und zeichnet sich durch eine erhöhte venöse Dilatation und arterioläre Tortuositas der hinteren Netzhautgefäße aus. Ihr Vorliegen erfordert oft eine rasche therapeutische Intervention.

Für die Typ-1-ROP wird eine sofortige Behandlung innerhalb von 48 bis 72 Stunden empfohlen. Als Standardverfahren gilt die Laserphotokoagulation, alternativ können Anti-VEGF-Wirkstoffe eingesetzt werden.

Ein Screening wird für alle Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von 1500 g oder weniger sowie einem Gestationsalter von 30 Wochen oder weniger empfohlen. Auch größere Frühgeborene mit instabilem klinischem Verlauf sollten nach ärztlichem Ermessen untersucht werden.

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Quelle: StatPearls: Retinopathy of Prematurity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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