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PubMed CentralDermatologie

Psoriasis-Schweregrad: Lateinamerikanischer Konsens

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf PubMed Central Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Klassifikation der Psoriasis erfolgt in milde, moderate und schwere Formen basierend auf PASI, DLQI und Therapieansprechen.
  • Eine schwere Psoriasis liegt bei einem PASI ≥ 10, einem DLQI ≥ 10 oder bei Befall spezieller Lokalisationen vor.
  • Der Befall von Gesicht, Handflächen, Fußsohlen, Genitalien, Kopfhaut oder Nägeln rechtfertigt eine Systemtherapie.
  • Die Beurteilung sollte stets objektive klinische Scores (PASI, BSA) und die subjektive Lebensqualität (DLQI) kombinieren.
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Hintergrund

Psoriasis ist eine chronische, multisystemische Entzündungserkrankung. Das Fehlen einheitlicher Definitionen zur Klassifikation des Schweregrads führt im klinischen Alltag häufig dazu, dass die Krankheitslast unterschätzt wird. Ein lateinamerikanischer Expertenkonsens hat auf Basis einer modifizierten Delphi-Methodik praxisnahe Definitionen erarbeitet, um die Therapieentscheidung zu erleichtern.

Klassifikation der kutanen Psoriasis

Die Einteilung des Schweregrads basiert auf einer Kombination aus objektiver Ausdehnung (PASI), subjektiver Lebensqualität (DLQI) und dem Ansprechen auf Vortherapien.

SchweregradKriterien
MildPASI < 5 und DLQI < 5 oder Kontrolle unter topischer Therapie.
ModeratPASI ≥ 5 und < 10 oder DLQI ≥ 5 und < 10 oder fehlendes Ansprechen auf Topika.
SchwerPASI ≥ 10 oder DLQI ≥ 10 oder erythrodermische/pustulöse Varianten oder Befall spezieller Lokalisationen oder Assoziation mit Psoriasis-Arthritis oder Notwendigkeit einer Biologika-Therapie.

Sonderformen und spezielle Lokalisationen

Der Befall spezieller Areale (Gesicht, Handflächen, Fußsohlen, Genitalien, Kopfhaut, Nägel) stuft die Erkrankung automatisch als schwer ein, da die Lebensqualität überproportional eingeschränkt ist.

  • Kopfhaut-Psoriasis: Gilt als schwer, wenn > 50 % der Kopfhaut betroffen sind und mindestens ein weiteres Kriterium vorliegt (schweres Erythem, schwere Schuppung, starke Infiltration, mäßiger/starker Pruritus, Haarausfall mit Schuppung oder Ausdehnung über die Haargrenze hinaus).
  • Nagel-Psoriasis: Ein Befall von bis zu drei Nägeln wird als "Few-nail disease" definiert.

Therapieentscheidung

Patienten sollten primär als Kandidaten für eine topische oder systemische Therapie eingestuft werden.

TherapieformIndikationskriterien
SystemtherapieBetroffene Körperoberfläche (BSA) > 10 % oder Befall spezieller Areale oder Versagen der topischen Therapie.

Zusätzlich müssen bei der Therapiewahl stets Begleiterkrankungen wie Psoriasis-Arthritis, Uveitis oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen berücksichtigt werden.

Assessment-Tools im klinischen Alltag

Die Beurteilung sollte immer eine objektive ärztliche Einschätzung und eine subjektive Patientenbewertung umfassen:

  • PASI: Goldstandard zur Beurteilung der klinischen Schwere bei Plaque-Psoriasis.
  • BSA: Hilfreich zur Risikostratifizierung und Beurteilung des Therapieansprechens.
  • DLQI / CDLQI: Validierte Tools zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität bei Erwachsenen bzw. Kindern.
  • NAPSI: Nützlich zur Beurteilung des Nagelbefalls und des funktionellen/kosmetischen Impacts.

💡Praxis-Tipp

Kombinieren Sie bei der Evaluation stets den PASI mit dem DLQI. Ein niedriger PASI schließt eine schwere Psoriasis nicht aus, wenn spezielle Lokalisationen (z. B. Nägel, Genitalien) betroffen sind und die Lebensqualität stark einschränken.

Häufig gestellte Fragen

Eine Psoriasis gilt als schwer bei einem PASI ≥ 10, einem DLQI ≥ 10, bei erythrodermischen/pustulösen Varianten, bei Befall spezieller Lokalisationen oder bei Vorliegen einer Psoriasis-Arthritis.
Kandidaten für eine Systemtherapie sind Patienten mit einer betroffenen Körperoberfläche (BSA) > 10 %, Befall spezieller Areale (Gesicht, Hände, Füße, Genitalien, Kopfhaut, Nägel) oder bei Versagen der topischen Therapie.
Sie gilt als schwer, wenn mehr als 50 % der Kopfhaut betroffen sind und zusätzlich Symptome wie schweres Erythem, starke Schuppung, Pruritus oder Haarausfall auftreten.
Der PASI gilt als Goldstandard für die klinische Schwere. Zusätzlich sollten die betroffene Körperoberfläche (BSA) und die Lebensqualität mittels DLQI (bei Erwachsenen) erfasst werden.

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