NICE

Psychische Gesundheit in Schulen: Leitlinien-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schulen spielen eine zentrale Rolle bei der Förderung der sozialen, emotionalen und psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Ein unterstützendes schulisches Umfeld kann präventiv wirken und frühzeitig Risiken für psychische Erkrankungen erkennen.

Die NICE-Leitlinie NG223 fokussiert sich auf einen gesamt-schulischen Ansatz ("whole-school approach"). Dieser umfasst nicht nur den Lehrplan, sondern auch die Schulkultur, die Einbindung von Familien und die enge Zusammenarbeit mit lokalen Gesundheits- und Sozialdiensten.

Besondere Berücksichtigung finden dabei vulnerable Gruppen, wie Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder neurodivergenten Ausprägungen. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von psychologischer Sicherheit, beziehungsorientierten Ansätzen und der Vermeidung rein strafender Verhaltensmanagementsysteme.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den schulischen Kontext:

Gesamt-schulischer Ansatz

Es wird die Implementierung eines gesamt-schulischen Ansatzes zur Förderung der psychischen Gesundheit von Schülern und Personal empfohlen. Die Schulkultur sollte laut Leitlinie auf beziehungsorientierten Ansätzen und Inklusion basieren.

Zudem wird geraten, Schulrichtlinien regelmäßig zu überprüfen und an trauma-informierte Ansätze sowie die Bedürfnisse neurodivergenter Personen anzupassen. Die Verantwortung für diese Themen sollte explizit im Aufgabenbereich der Schulleitung verankert sein.

Universeller Lehrplan

Laut Leitlinie sollte der Lehrplan für alle Schüler evidenzbasierte Informationen zur sozialen und emotionalen Gesundheit enthalten. Dabei wird ein ressourcenorientierter Ansatz empfohlen, um Selbstwertgefühl, Resilienz und Problemlösungsfähigkeiten aufzubauen.

Es wird vorgeschlagen, folgende universelle Interventionen zu berücksichtigen:

  • Achtsamkeitsbasierte oder kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze

  • Regelmäßige rhythmische körperliche Aktivitäten im Schulalltag

  • Unterstützung durch vertrauensvolle Erwachsene ("trusted adults")

Identifikation von Risikogruppen

Bei der Beurteilung von Risikofaktoren wird empfohlen, die Anzahl, Dauer und Komplexität der Faktoren sowie deren kumulative Effekte zu berücksichtigen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass einige Kinder ihre Not internalisieren und daher im Schulalltag schwerer zu identifizieren sind.

Für die strukturierte Beurteilung sollten validierte Instrumente genutzt werden. Diese müssen an das Alter, den kulturellen Hintergrund und die Kommunikationsbedürfnisse des Kindes angepasst sein.

Gezielte Unterstützung (Targeted Support)

Für Kinder mit identifiziertem Förderbedarf wird eine gezielte Einzel- oder Gruppenunterstützung durch geschultes Personal empfohlen. Die Leitlinie betont, dass Eltern und die betroffenen Kinder aktiv in die Entscheidungsfindung und Planung einbezogen werden sollten.

Um Stigmatisierung und Mobbing zu vermeiden, wird geraten, die Unterstützung diskret zu gestalten und das Einholen von Hilfe zu normalisieren. Bei Gruppeninterventionen sollte auf die Entwicklungsstufe und Gruppendynamik geachtet werden.

Begleitung bei Übergängen (Transitions)

Es wird empfohlen, maßgeschneiderte Interventionen für Schulwechsel oder den Austritt aus dem Bildungssystem anzubieten. Dazu gehört laut Leitlinie die frühzeitige Einbindung der Schüler und die positive, nicht-stigmatisierende Informationsweitergabe an die neue Einrichtung.

Nach einem Wechsel sollte regelmäßig überprüft werden, ob sich das Kind gut einlebt. Zur Förderung des Zugehörigkeitsgefühls werden Peer-Mentoring-Programme empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass gut gemeinte gezielte Unterstützungsangebote unbeabsichtigt zu Stigmatisierung oder Mobbing führen können, wenn Schüler dafür offensichtlich aus der Klasse herausgeholt werden. Es wird zudem betont, dass bei der Zusammenstellung von Unterstützungsgruppen darauf geachtet werden sollte, problematische Verhaltensweisen nicht durch bestehende Freundschaftsdynamiken zu normalisieren. Ein weiterer wichtiger Hinweis ist, dass internalisierende Kinder oft übersehen werden, da sie nicht durch störendes Verhalten auffallen.

Häufig gestellte Fragen

Die NICE-Leitlinie empfiehlt einen gesamt-schulischen Ansatz, der Lehrpläne, Schulkultur und die Zusammenarbeit mit Familien und lokalen Diensten integriert. Es wird geraten, beziehungsorientierte und trauma-informierte Ansätze fest in den Schulalltag einzubetten.

Laut Leitlinie ist weniger ein einzelner Faktor entscheidend, sondern vielmehr die kumulative Wirkung und Interaktion mehrerer Belastungen. Es wird empfohlen, besonders auf unerkannte sonderpädagogische Bedürfnisse, Neurodivergenz und widrige Kindheitserfahrungen zu achten.

Es wird empfohlen, gezielte Einzel- oder Gruppeninterventionen durch geschultes Personal anzubieten und dabei die Eltern sowie das Kind in die Planung einzubeziehen. Die Leitlinie betont, dass die Maßnahmen kultursensibel sein und Stigmatisierung zwingend vermeiden müssen.

Die Leitlinie empfiehlt maßgeschneiderte Vorbereitungen, wie das Einholen der Ansichten des Kindes und die positive Informationsweitergabe an die neue Schule. Nach dem Wechsel sollte regelmäßig überprüft werden, ob sich das Kind gut einlebt, wobei Peer-Mentoring-Programme als besonders hilfreich erachtet werden.

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Quelle: NG223: Social, emotional and mental wellbeing in primary and secondary education (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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