WHO2022

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Prävention

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Weltweit leben laut WHO etwa 15 % der Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter mit einer psychischen Erkrankung. Ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld kann die psychische Gesundheit fördern, während ungünstige Bedingungen diese gefährden.

Jährlich gehen schätzungsweise 12 Milliarden Arbeitstage durch Depressionen und Angstzustände verloren. Dies führt zu massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen durch Produktivitätsverluste.

Die Leitlinie betont, dass psychische Gesundheit am Arbeitsplatz oft unterfinanziert und stigmatisiert ist. Es wird ein umfassender Ansatz gefordert, der Prävention, Schutz und Unterstützung kombiniert.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert folgende Kernstrategien zur Verbesserung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz:

Prävention psychosozialer Risiken

Es wird empfohlen, arbeitsbedingte psychische Erkrankungen durch ein gezieltes Management psychosozialer Risiken zu verhindern. Dabei stehen organisatorische Interventionen im Vordergrund.

Die Leitlinie benennt spezifische Risikofaktoren und ordnet diesen entsprechende Gegenmaßnahmen zu:

ArbeitsaspektPsychosoziales RisikoEmpfohlene organisatorische Intervention
ArbeitsbelastungHoher Zeitdruck, ständige Deadlines, UnterbesetzungRealistische Ziele, sichere Personalbesetzung, Anpassung des Arbeitstempos
ArbeitszeitenSchichtarbeit, lange oder unflexible ArbeitszeitenFlexible Arbeitsmodelle, geplante Pausen, partizipative Dienstplanung
HandlungsspielraumGeringe Mitbestimmung, mangelnde KontrollePartizipative Arbeitsgestaltung, offene Kommunikation
ArbeitsumgebungLärm, schlechte Ergonomie, unsichere ArbeitsmittelInvestition in sichere und gesundheitsförderliche Arbeitsumgebungen

Schutz und Förderung der psychischen Gesundheit

Die Leitlinie empfiehlt gezielte Schulungen, um die Sensibilität für psychische Gesundheit zu erhöhen. Führungskräfte sollen befähigt werden, emotionale Belastungen bei Mitarbeitern frühzeitig zu erkennen.

Individuelle Interventionen wie Stressmanagement sollten laut Leitlinie nur als Teil eines umfassenden Programms angeboten werden. Sie dürfen nicht die alleinige Maßnahme sein.

Unterstützung von betroffenen Mitarbeitern

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen wird eine personenzentrierte Unterstützung gefordert, um deren Teilhabe am Arbeitsleben zu sichern.

Die Leitlinie empfiehlt hierfür folgende Kernmaßnahmen:

  • Bereitstellung angemessener Vorkehrungen am Arbeitsplatz (z. B. flexible Zeiten, Rückzugsorte)

  • Implementierung strukturierter Wiedereingliederungsprogramme nach krankheitsbedingten Fehlzeiten

  • Initiativen zur unterstützten Beschäftigung für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen

Übergreifende Maßnahmen

Um ein förderliches Umfeld zu schaffen, empfiehlt die Leitlinie die Integration psychischer Gesundheit in bestehende Arbeitsschutzmanagementsysteme. Zudem wird die aktive Bekämpfung von Stigmatisierung am Arbeitsplatz betont.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, individuelle Stressmanagement-Programme oder digitale Selbsthilfe-Tools als alleinige Maßnahme anzubieten. Es wird betont, dass dies fälschlicherweise den Eindruck erwecken kann, die Mitarbeiter seien selbst für arbeitsbedingten Stress verantwortlich, anstatt die zugrundeliegenden organisatorischen Probleme zu lösen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie werden realistische Deadlines, angemessene Personalschlüssel und die Vermeidung von ständigen, kurzfristigen Terminvorgaben empfohlen. Zudem wird zu flexiblen Arbeitszeiten und geplanten Pausen geraten.

Die Leitlinie stellt klar, dass Führungskräfte keine Diagnosen stellen oder Behandlungen durchführen sollen. Das Ziel von Schulungen ist es vielmehr, dass Vorgesetzte Belastungen erkennen und Betroffene an entsprechende Hilfsangebote verweisen können.

Es werden strukturierte Wiedereingliederungsprogramme empfohlen, die arbeitsbezogene Anpassungen mit fortlaufender klinischer Versorgung kombinieren. Die Leitlinie rät zu einer stufenweisen Rückkehr und regelmäßigen unterstützenden Gesprächen.

Die Leitlinie nennt als Beispiele flexible Arbeitszeiten, zusätzliche Zeit für Aufgabenabwicklungen sowie die Möglichkeit, Auszeiten für therapeutische Termine zu nehmen. Auch die Bereitstellung von Rückzugsorten wird als mögliche Maßnahme aufgeführt.

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Quelle: Mental health at work: policy brief (WHO, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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