Prolongiertes Weaning: Beatmung und Dekanülierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt das prolongierte Weaning, welches etwa 40 bis 50 Prozent der gesamten Beatmungszeit eines Intensivpatienten einnehmen kann. Ein prolongiertes Weaning liegt vor, wenn die Entwöhnung erst nach drei erfolglosen Spontanatmungsversuchen (SBT) oder nach über sieben Tagen Beatmung nach dem ersten erfolglosen SBT gelingt.

Die Leitlinie teilt Patienten im prolongierten Weaning in folgende spezifische Untergruppen ein:

KategorieDefinition
3aErfolgreiches Weaning von der invasiven Beatmung ohne Fortsetzung einer Langzeit-NIV (mit oder ohne Dekanülierung)
3bErfolgreiches Weaning von der invasiven Beatmung mit Fortsetzung einer Langzeit-NIV (mit oder ohne zusätzlichen Pflegebedarf)
3cErfolgloses Weaning mit außerklinischer Fortsetzung der invasiven Beatmung oder Tod

Häufige Ursachen für ein Weaning-Versagen sind eine Überlastung der Atemmuskulatur, kardiopulmonale Wechselwirkungen oder eine Critical-Illness-Polyneuropathie. Ziel der Behandlung in spezialisierten Weaning-Zentren ist es, eine dauerhafte invasive außerklinische Beatmung zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte der SIMV-Modus (Synchronized Intermittent Mandatory Ventilation) im prolongierten Weaning nicht eingesetzt werden. Der schnelle Wechsel von unterstützten und nicht unterstützten Atemzügen kann vom Atemzentrum oft nicht adäquat beantwortet werden, was zu einer inakzeptabel hohen Atemarbeit und einer raschen Erschöpfung der Atemmuskulatur führt. Stattdessen wird eine graduelle Reduktion der Druckunterstützung oder der Einsatz intermittierender Spontanatmungsphasen empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt ein prolongiertes Weaning vor, wenn die Entwöhnung von der Beatmung erst nach mindestens drei erfolglosen Spontanatmungsversuchen (SBT) gelingt. Alternativ gilt das Kriterium, wenn der Patient länger als sieben Tage nach dem ersten erfolglosen SBT beatmet werden muss.

Es wird empfohlen, außerhalb spezifischer Indikationen einen RASS-Zielwert (Richmond Agitation-Sedation Scale) von 0 bis -1 anzustreben. Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen tiefen Sedierung ab, da wache und kooperative Patienten eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Extubation sind.

Die Leitlinie gibt an, dass bei einem Spontanatmungsversuch die ersten 30 Minuten über Erfolg oder Scheitern entscheiden. Der prädiktive Wert für eine erfolgreiche Extubation ist bei einem 30-minütigen Versuch gleich hoch wie bei einem 120-minütigen Versuch.

Vor einer definitiven Dekanülierung sollte eine Aspiration klinisch und nach Möglichkeit apparativ (z. B. mittels FEES) ausgeschlossen werden. Zudem wird empfohlen, bei Unsicherheit über den Erfolg der Dekanülierung zunächst Platzhalter zu verwenden, um das Tracheostoma für eine eventuelle Rekanülierung offenzuhalten.

Physiotherapeutische Maßnahmen zur Rekonditionierung, Mobilisierung und Sekretelimination sind laut Leitlinie essenziell für den Weaning-Erfolg. Es wird eine tägliche Mobilisation von mindestens 20 Minuten empfohlen, sofern keine medizinischen Ausschlusskriterien vorliegen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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