Poststernotomie-Mediastinitis: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie behandelt das Management der Poststernotomie-Mediastinitis (PSM) nach herzchirurgischen Eingriffen. Diese schwerwiegende Komplikation tritt bei etwa 1 bis 3 Prozent der Patienten nach einer medianen Sternotomie auf.
Die PSM ist mit einer signifikant erhöhten Letalität und Morbidität sowie einer verlängerten Krankenhausverweildauer assoziiert. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen präoperative Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus und Adipositas sowie intraoperative Faktoren wie eine verlängerte Operationszeit.
Eine frühzeitige Diagnosestellung ist laut Leitlinie entscheidend, um die Anzahl notwendiger Revisionsoperationen zu reduzieren. Das Keimspektrum wird häufig von grampositiven Bakterien wie Staphylococcus aureus dominiert.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie ist die Wichtigkeit der frühzeitigen Diagnosestellung einer Poststernotomie-Mediastinitis. Es wird davor gewarnt, bei unspezifischen initialen Symptomen abzuwarten, da eine verzögerte Diagnose das Risiko für mehrfache operative Revisionen und die Letalität drastisch erhöht. Bei klinischem Verdacht sollte daher umgehend eine CT-Diagnostik und ein radikales chirurgisches Débridement veranlasst werden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Klassifikation basierend auf der Sternumstabilität und der Knochenbeschaffenheit. Hierbei wird häufig die Einteilung nach CDC (Stadium 3) in Kombination mit der AMSTERDAM-Klassifikation herangezogen.
Laut Leitlinie ist die kontrastmittelgestützte Computertomografie (CT) des Thorax das am besten geeignete bildgebende Verfahren. Sie hilft bei der Darstellung anatomischer Strukturen und entzündlicher Prozesse im retrosternalen Raum.
Es wird eine Kombination aus Piperacillin/Tazobactam und Vancomycin als empirische Erstlinientherapie empfohlen. Bei einer Penicillinallergie sollte auf ein Chinolon in Kombination mit Vancomycin ausgewichen werden.
Die Leitlinie empfiehlt für die Konditionierung der Wunde mittels Negative Pressure Wound Therapy einen kontinuierlichen Unterdruck von 75 bis 125 mmHg. Der Verbandswechsel sollte alle 2 bis 5 Tage erfolgen.
Es wird empfohlen, starke asymmetrische Belastungen der oberen Extremitäten und das Tragen schwerer Lasten für mindestens drei Monate nach der Operation zu vermeiden. Schwimmen ist in diesem Zeitraum ebenfalls nicht gestattet.
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Quelle: Management der Mediastinitis nach herzchirurgischen Eingriffen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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