Postoperative Schmerztherapie: Multimodale Analgesie
Hintergrund
Die ASA-Leitlinie (2024) adressiert die postoperative Schmerztherapie bei Erwachsenen. Postoperative Schmerzen sind multifaktoriell bedingt und umfassen somatische, viszerale, inflammatorische sowie neuropathische Komponenten.
Eine unzureichende Schmerzkontrolle verzögert die Genesung, verlängert den Krankenhausaufenthalt und erhöht das Risiko für chronische Schmerzen. Ein standardisiertes Schmerzmanagement ist daher ein zentraler Bestandteil von ERAS-Konzepten (Enhanced Recovery After Surgery).
Ziel der Leitlinie ist es, durch evidenzbasierte Empfehlungen den Opioidverbrauch zu senken und die Patientensicherheit zu erhöhen. Dabei wird ein besonderer Fokus auf multimodale, präemptive und opioidsparende Ansätze gelegt.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiges klinisches Problem ist der sogenannte Rebound-Schmerz nach dem Abklingen eines Single-Shot-Nervenblocks, insbesondere bei orthopädischen Eingriffen. Die Leitlinie empfiehlt, bei Hochrisikopatienten intraoperativ intravenöses Dexamethason oder Ketamin/Esketamin zu verabreichen, um diesem Phänomen präventiv entgegenzuwirken. Alternativ wird die Anlage kontinuierlicher Nervenblöcke angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Für die schnelle Erfassung im Alltag empfiehlt die Leitlinie eindimensionale Skalen wie die Visuelle Analogskala (VAS) oder die Numerische Rating-Skala (NRS). Für eine detailliertere Beurteilung sollten mehrdimensionale Instrumente wie das Brief Pain Inventory (BPI) herangezogen werden.
Laut Leitlinie muss die Opioidgabe sofort pausiert und die Atemwege freigehalten werden. Es wird die intravenöse Gabe von Naloxon (5-10 µg/kg) oder Nalfurafin empfohlen, gegebenenfalls ergänzt durch eine Atemunterstützung.
Es wird empfohlen, µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten als Basis zu verwenden und diese mit Medikamenten anderer Wirkmechanismen zu kombinieren. Insbesondere der Zusatz von Dexmedetomidin wird empfohlen, um die Analgesie zu verbessern und Nebenwirkungen zu reduzieren.
Die Leitlinie empfiehlt die PDA primär für offene thorax- und abdominalchirurgische Eingriffe, da sie hier der intravenösen Analgesie überlegen ist. Bei Eingriffen an der unteren Extremität wird sie aufgrund höherer Raten an Harnverhalt und längeren Liegezeiten nicht als Therapie der ersten Wahl empfohlen.
Es wird empfohlen, Risikofaktoren wie starke akute Schmerzen, Angstzustände und präoperative Schmerzen frühzeitig zu identifizieren. Zudem rät die Leitlinie zur Einrichtung von multidisziplinären Übergangsschmerzdiensten (Transitional Pain Services), um die Chronifizierung und den langfristigen Opioidgebrauch zu reduzieren.
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Quelle: Practice Guidelines for Chronic Pain Management (ASA, 2010). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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StatPearls: Alternatives to Opioids for Managing Pain
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