Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS): Neurorehabilitation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) beschreibt einen heterogenen Schädigungskomplex, der bei kritisch Erkrankten nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation auftritt. Es ist gekennzeichnet durch neue oder verstärkte Beeinträchtigungen der kognitiven, psychischen und/oder physischen Funktionen, die den Krankenhausaufenthalt überdauern.

Die Symptome können bereits kurz nach der Aufnahme auf der Intensivstation beginnen und Monate bis Jahre nach der Entlassung persistieren. Zu den häufigsten Folgen zählen Muskelschwäche (ICUAW), Delir, kognitive Defizite sowie Angststörungen, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS).

Das Risiko für die Entwicklung eines PICS ist multifaktoriell. Zu den wesentlichen Risikofaktoren gehören die Schwere der kritischen Erkrankung (wie Sepsis oder ARDS), eine prolongierte maschinelle Beatmung, Immobilität, das Auftreten eines Delirs sowie patientenspezifische Faktoren wie fortgeschrittenes Alter.

Die Leitlinie unterteilt den Verlauf in drei wesentliche Krankheitsphasen:

KrankheitsphaseDauerBehandlungsortPrimäre Therapieziele
Akute PhaseTage bis WochenIntensivstation, Frührehabilitation (Phase B)Überleben, Weaning, Frühmobilisation, Delirprävention
Post-akute PhaseWochen bis MonateStationäre neurologische Rehabilitation (Phase C/D)ADL-Selbstständigkeit, psychische/kognitive Stabilisierung
Ambulante/chronische PhaseMonate bis JahreAmbulant, teilstationär, HäuslichkeitSoziale und berufliche Wiedereingliederung
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Praxisaspekt der Leitlinie ist der Umgang mit Intensivtagebüchern zur Prävention psychischer Langzeitfolgen. Es wird betont, dass ein zu frühes und unbegleitetes Lesen der Tagebücher durch die Betroffenen sich ungünstig auswirken kann. Daher wird empfohlen, die Aufzeichnungen im Rahmen der post-akuten Behandlung stets gemeinsam und therapeutisch begleitet mit den Patienten aufzuarbeiten.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt ein mehrstufiges Vorgehen mit spezifischen Assessments für die physische, kognitive und psychische Ebene. Dazu gehören unter anderem der 6-Minuten-Gehtest, das Montreal Cognitive Assessment (MoCA) und die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS).

Laut Leitlinie soll die Frühmobilisation, angepasst an den Allgemeinzustand und die Belastbarkeit, bereits innerhalb der ersten Tage auf der Intensivstation gestartet werden. Dies kann die Beatmungs- und Verweildauer sowie die Delirhäufigkeit reduzieren.

Nein, die Leitlinie rät von einer prophylaktischen Gabe von Haloperidol bei beatmeten Intensivpatienten ab. Studien zeigten gegenüber Placebo keinen positiven Effekt auf die Auftretenshäufigkeit, Schwere oder Dauer eines Delirs.

Aufgrund der hohen Dysphagiefrequenz wird vor der ersten oralen Nahrungsgabe eine standardisierte Überprüfung der Schluckfähigkeit empfohlen. Bei schwerer Dysphagie mit stiller Aspiration ist eine orale Ernährung zunächst kontraindiziert.

Das Führen und spätere gemeinsame Bearbeiten von Intensivtagebüchern wird stark empfohlen. Es hilft den Patienten, die fehlenden Erinnerungen aufzuarbeiten und reduziert signifikant das Risiko für posttraumatische Belastungsstörungen, Ängste und Depressionen.

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Quelle: Multimodale Neurorehabilitationskonzepte für das Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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