Pertuzumab/Trastuzumab: HER2+ Mammakarzinom Indikation
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-09 bewertet den Zusatznutzen der subkutan verabreichten Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab. Diese wird in Kombination mit Docetaxel bei erwachsenen Patientinnen und Patienten eingesetzt.
Das Anwendungsgebiet umfasst das human epidermale Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2)-positive, metastasierte oder lokal rezidivierende, inoperable Mammakarzinom. Voraussetzung ist, dass zuvor noch keine Anti-HER2-Therapie oder Chemotherapie zur Behandlung der metastasierten Erkrankung erfolgte.
Ziel der Nutzenbewertung ist der Vergleich dieser subkutanen Fixkombination mit der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie. Diese besteht aus Pertuzumab in freier Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Kernaspekte zur Nutzenbewertung:
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Laut IQWiG legte der G-BA als zweckmäßige Vergleichstherapie die intravenöse Gabe von Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel fest. Der pharmazeutische Unternehmer wich von dieser Festlegung ab und reichte Daten zum Vergleich mit Trastuzumab plus Taxan ein.
Bewertung der Evidenz
Der Bericht stuft die vom Hersteller vorgelegte Evidenz als nicht geeignet ein. Dies wird wie folgt begründet:
-
Die eingereichte CLEOPATRA-Studie untersuchte die freie intravenöse Kombination und weicht somit von der zu bewertenden Intervention ab.
-
Die herangezogene Vergleichstherapie (Trastuzumab plus Taxan) entspricht nicht der Festlegung des G-BA.
-
Die zusätzlich vorgelegte FeDeriCa-Studie untersuchte zwar die subkutane Fixkombination, jedoch in einer abweichenden Patientenpopulation (frühes Mammakarzinom).
Fazit zum Zusatznutzen
Da keine geeigneten Studiendaten für den Vergleich der subkutanen Fixkombination mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie im vorliegenden Anwendungsgebiet eingereicht wurden, liegen keine Daten zu patientenrelevanten Endpunkten vor. Ein Zusatznutzen ist damit nicht belegt.
Dosierung
Der Bericht zitiert folgende Dosierungsangaben aus der Fachinformation für das metastasierte Mammakarzinom:
| Medikament | Dosis / Dauer | Indikation |
|---|---|---|
| Pertuzumab/Trastuzumab (s.c.) | Initialdosis über 8 Minuten, Erhaltungsdosis über 5 Minuten | HER2-positives Mammakarzinom (Erstlinie) |
| Docetaxel | 75 bis 100 mg/m2 Körperoberfläche alle 3 Wochen | In Kombination mit Pertuzumab/Trastuzumab |
Die Behandlung mit der Fixkombination kann bis zur Krankheitsprogression oder dem Auftreten nicht beherrschbarer Toxizität weitergeführt werden. Dies gilt laut Bericht auch dann, wenn die Gabe von Docetaxel beendet wird.
Kontraindikationen
Der Bericht verweist auf folgende Warnhinweise und Kontraindikationen gemäß Fachinformation:
-
Linksventrikuläre Dysfunktion
-
Injektionsbedingte Reaktionen und Infusionsreaktionen
-
Überempfindlichkeitsreaktionen und Anaphylaxie
-
Febrile Neutropenie, Diarrhö und pulmonale Ereignisse
-
Schwangerschaft und Stillzeit (zuverlässige Verhütung bis 7 Monate nach der letzten Dosis erforderlich)
Für Docetaxel wird darauf hingewiesen, dass es bei einer Neutrophilenzahl unter 1500 Zellen/mm3 sowie bei schwerer Leberfunktionsstörung kontraindiziert ist.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht betont, dass die subkutane Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab nur von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden darf, das in der Behandlung einer Anaphylaxie ausgebildet ist. Es wird darauf hingewiesen, dass eine vollständige Ausrüstung zur Wiederbelebung sofort verfügbar sein muss. Zudem wird eine regelmäßige Überprüfung der Herzfunktion mittels Echokardiografie beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen der subkutanen Fixkombination in Kombination mit Docetaxel nicht belegt. Es wurden keine geeigneten Daten im direkten Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt.
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Pertuzumab in freier Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Dies wird durch aktuelle onkologische Leitlinien gestützt.
Die Studie untersuchte die intravenöse Gabe der Einzelwirkstoffe und nicht die zu bewertende subkutane Fixkombination. Zudem wich die in der Studie verwendete Vergleichstherapie von der Festlegung des G-BA ab.
Der Bericht zitiert die Fachinformation, wonach ein HER2-positiver Tumorstatus immunhistochemisch (Wert 3+) oder durch In-situ-Hybridisierung (Verhältnis ≥ 2,0) nachgewiesen werden muss. Die Tests müssen in einem spezialisierten, validierten Labor erfolgen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A21-09: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, Erstlinie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A21-10: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, neoadjuvant) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-11: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-81: Trastuzumab-Deruxtecan (Mammakarzinom, HER2+, mind. 2 Vortherapien) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-102: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-103: Pertuzumab (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen