IQWiG2022Onkologie

Pembrolizumab bei fortgeschrittenem Melanom: Dosierung

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Pembrolizumab bei einer neuen Patientengruppe untersucht. Die Bewertung bezieht sich auf die Monotherapie des fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierenden) Melanoms bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe fest. Erwachsene Patientinnen und Patienten mit dieser Indikation wurden bereits in einem früheren Verfahren bewertet.

Das maligne Melanom im fortgeschrittenen Stadium ist in dieser Altersgruppe äußerst selten. Laut Schätzungen des IQWiG kommen in Deutschland jährlich nur etwa ein bis vier Patientinnen und Patienten in der gesetzlichen Krankenversicherung für diese Therapie infrage.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Evidenz und zum Zusatznutzen:

Evidenzgrundlage

Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung Daten aus der noch laufenden Studie KEYNOTE-051 ein. Dabei handelt es sich um eine einarmige Phase-1/2-Studie.

Aus dieser Studie lagen lediglich deskriptive Daten von fünf Patientinnen und Patienten ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem Melanom vor. Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) zum direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie wurde nicht identifiziert.

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG sind die vorgelegten Daten nicht geeignet, um Aussagen zur Wirksamkeit im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie abzuleiten. Daraus ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:

  • Ein Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist bei Jugendlichen ab 12 Jahren nicht belegt.

  • Die sehr geringe Patientenzahl lässt keine belastbaren Aussagen zu Therapieansprechen oder unerwünschten Ereignissen zu.

  • Die finale Beschlussfassung über das Ausmaß des Zusatznutzens obliegt dem G-BA.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren mit Melanom vor:

MedikamentDosisApplikationHäufigkeit
Pembrolizumab2 mg/kg Körpergewicht (max. 200 mg)intravenös (über 30 Minuten)alle 3 Wochen

Die Therapie wird in der Regel bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität fortgeführt.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation sind folgende Warnhinweise zu berücksichtigen:

  • Eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn sollte vermieden werden, da dies die Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen kann.

  • Nach Therapiebeginn können diese Medikamente jedoch zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen eingesetzt werden.

  • Es wird eine engmaschige Überwachung auf Anzeichen immunvermittelter Nebenwirkungen gefordert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation kann unter der Therapie mit Pembrolizumab ein atypisches Ansprechen auftreten, bei dem es in den ersten Monaten zu einem vorübergehenden Tumorwachstum oder kleinen neuen Läsionen kommt. Es wird empfohlen, klinisch stabile Patientinnen und Patienten bei einem initialen Befund eines Fortschreitens der Erkrankung zunächst weiterzubehandeln, bis die Progression zweifelsfrei bestätigt ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Fachinformation beträgt die empfohlene Dosis für Jugendliche ab 12 Jahren 2 mg/kg Körpergewicht bis zu einem Maximum von 200 mg. Die Gabe erfolgt alle 3 Wochen als 30-minütige intravenöse Infusion.

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen mangels vergleichender Studiendaten nicht belegt ist. Die finale Entscheidung über den Zusatznutzen trifft jedoch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).

Die Behandlung wird laut Fachinformation in der Regel bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität fortgesetzt. Bei einem atypischen Ansprechen kann die Therapie bei klinisch stabilen Personen bis zur Bestätigung der Progression fortgeführt werden.

Es wird empfohlen, systemische Kortikosteroide vor Therapiebeginn zu vermeiden, da sie die Wirksamkeit der Immuntherapie einschränken können. Zur Behandlung später auftretender immunvermittelter Nebenwirkungen dürfen sie jedoch eingesetzt werden.

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Quelle: IQWiG A22-73: Pembrolizumab (Melanom, fortgeschritten) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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