Palliativmedizin in Akut- & Intensivmedizin: Leitlinie
Hintergrund
Das interdisziplinäre Konsensuspapier (2023) der DGK, DGIIN, DGP und weiterer Fachgesellschaften widmet sich den palliativmedizinischen Aspekten in der klinischen Akut-, Notfall- und Intensivmedizin. Diese Zusammenfassung basiert auf den Metadaten und dem Abstract der Publikation, da der vollständige Text in der Quelle nicht vorliegt.
Die Integration von Palliativmedizin in Akutsituationen zielt darauf ab, Leiden zu lindern und die Lebensqualität von schwerstkranken Patienten zu verbessern. Oftmals stellen sich Patienten mit fortgeschrittenen, lebenslimitierenden Erkrankungen in der Notaufnahme oder auf der Intensivstation vor.
In diesen kritischen Situationen verschiebt sich der Fokus häufig von einem kurativen auf einen palliativen Ansatz. Dabei spielen ethische Entscheidungen, eine rasche Symptomkontrolle und die strukturierte Kommunikation mit den Angehörigen eine zentrale Rolle.
Klinischer Kontext
Epidemiologie: Die Integration palliativmedizinischer Ansätze in der Akut- und Intensivmedizin gewinnt aufgrund der demografischen Entwicklung und der Zunahme chronisch lebenslimitierender Erkrankungen stetig an Bedeutung. Ein relevanter Anteil der Patienten auf Intensiv- und Notfallstationen befindet sich in der letzten Lebensphase oder leidet an fortgeschrittenen, unheilbaren Krankheiten. Pathophysiologie: Palliativmedizin in Akutsituationen fokussiert sich auf die Linderung schwerer Symptome wie Dyspnoe, Schmerz oder Delir bei gleichzeitigem Erhalt der bestmöglichen Lebensqualität. Dabei geht es oft um die Transition von kurativen oder lebensverlängernden Maßnahmen hin zu einer rein symptomorientierten Therapie bei irreversiblem Organversagen. Klinische Bedeutung: Für das medizinische Personal ist die frühzeitige Erkennung von Palliativsituationen essenziell, um Übertherapie zu vermeiden und Therapieziele an den Patientenwillen anzupassen. Eine vorausschauende Behandlungsplanung und strukturierte Kommunikation mit Angehörigen sind zentrale ärztliche Aufgaben in diesem Setting. Diagnostische Grundlagen: Die Identifikation von Palliativpatienten im Akutsetting erfolgt oft klinisch anhand von Prognose-Scores, dem Vorliegen terminaler Grunderkrankungen und der sogenannten Surprise-Question. Zudem spielen Patientenverfügungen und die Ermittlung des mutmaßlichen Patientenwillens eine entscheidende Rolle bei der klinischen Entscheidungsfindung.
Wissenswertes
Die Identifikation erfolgt häufig über klinische Einschätzungen wie die Surprise-Question, bei der gefragt wird, ob ein Versterben des Patienten im nächsten Jahr überraschend wäre. Zusätzlich helfen etablierte Prognose-Scores und das Vorliegen fortgeschrittener, irreversibler Grunderkrankungen bei der Einschätzung.
Zu den führenden Symptomen am Lebensende gehören akute Dyspnoe, starke Schmerzen, terminale Rasselatmung und ausgeprägte Unruhezustände oder ein Delir. Die rasche und effektive medikamentöse Linderung dieser Beschwerden steht im Vordergrund der Akutversorgung.
Ist der Patient nicht einwilligungsfähig, wird primär eine vorliegende Patientenverfügung zur Ermittlung des Willens herangezogen. Fehlt diese, muss der mutmaßliche Wille gemeinsam mit Vorsorgebevollmächtigten oder gesetzlichen Betreuern anhand früherer Äußerungen und Wertvorstellungen ermittelt werden.
Zur palliativen Sedierung bei refraktären Symptomen werden häufig Benzodiazepine wie Midazolam oder Neuroleptika eingesetzt. Die Dosierung erfolgt symptomgesteuert und schrittweise, um das Leiden des Patienten effektiv zu lindern, ohne primär eine Lebensverkürzung zu intendieren.
Eine palliative Extubation, auch als terminales Weaning bezeichnet, wird erwogen, wenn die Beatmungstherapie das Behandlungsziel verfehlt oder dem Patientenwillen widerspricht. Der Prozess erfordert eine sorgfältige Vorbereitung mit präventiver Symptomkontrolle, um Atemnot und Angst zu vermeiden.
Die Kommunikation sollte empathisch, klar und in einer ruhigen Umgebung stattfinden, idealerweise unter Einbeziehung der engsten Angehörigen. Strukturierte Gesprächsmodelle helfen dabei, die medizinischen Fakten verständlich zu vermitteln und Raum für emotionale Reaktionen zu lassen.
Ärzte fragen zu diesem Thema
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Aspekt in der Akut- und Intensivmedizin ist die frühzeitige Erkennung von Patienten, die von einem palliativen Ansatz profitieren. Es wird allgemein empfohlen, bereits bei der Aufnahme auf Notfall- oder Intensivstationen zu evaluieren, ob eine lebenslimitierende Erkrankung vorliegt und welche Therapieziele der Patient präferiert.
Häufig gestellte Fragen
Das Konsensuspapier von 2023 wurde interdisziplinär von zahlreichen Fachgesellschaften erstellt. Dazu gehören unter anderem die DGK, DGIIN, DGP, DGHO, DGAI, DGINA und die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin.
In der Notfall- und Intensivmedizin stellen sich häufig Patienten mit fortgeschrittenen, lebenslimitierenden Erkrankungen vor. Die frühzeitige Integration palliativmedizinischer Konzepte hilft, belastende Symptome rasch zu lindern und ungewollte Übertherapien am Lebensende zu vermeiden.
Die spezifischen klinischen Handlungsanweisungen und ethischen Leitlinien sind im vollständigen Originaldokument nachzulesen. Dieses wurde 2023 unter der DOI 10.1007/s00063-023-01016-9 publiziert.
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Quelle: Palliativmedizinische Aspekte in der klinischen Akut- und Notfallmedizin sowie Intensivmedizin Konsensuspapier der DGIIN, DGK, DGP, DGHO, DGfN, DGNI, DGG, DGAI, DGINA und DG Palliativmedizin (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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