Ovarialkarzinom-Screening: Indikation und Empfehlung
Hintergrund
Das Ovarialkarzinom ist eine der führenden Ursachen für krebsbedingte Todesfälle bei Frauen und die häufigste Todesursache bei gynäkologischen Tumoren in den USA. Mehr als 95 Prozent der Todesfälle durch Eierstockkrebs treten bei Frauen ab 45 Jahren auf.
Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat die Evidenz zu Nutzen und Risiken eines Screenings auf Ovarialkarzinome bei asymptomatischen Frauen untersucht. Dabei wurden Endpunkte wie Mortalität, Lebensqualität, Falsch-Positiv-Raten sowie chirurgische und psychologische Komplikationen bewertet.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract der Leitlinie. Sie richtet sich an Frauen ohne bekannte Hochrisiko-Syndrome, wie beispielsweise bestimmte hereditäre Krebssyndrome.
Empfehlungen
Bewertung von Nutzen und Risiken
Laut USPSTF-Leitlinie gibt es ausreichende Evidenz dafür, dass ein Screening auf Ovarialkarzinome die krebsspezifische Mortalität nicht senkt.
Gleichzeitig werden die potenziellen Schäden durch das Screening als mindestens moderat, in einigen Fällen sogar als erheblich eingestuft.
Zu den identifizierten Risiken des Screenings zählen:
-
Falsch-positive Testergebnisse
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Unnötige chirurgische Eingriffe bei Frauen ohne Krebserkrankung
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Chirurgische Komplikationen
-
Psychologische Belastungen
Kernempfehlung
Aufgrund der fehlenden Senkung der Sterblichkeit und der moderaten bis erheblichen Risiken kommt die Leitlinie zu dem Schluss, dass die Schäden eines Screenings den Nutzen überwiegen. Die Netto-Bilanz aus Nutzen und Risiken ist negativ.
Die USPSTF spricht sich daher gegen ein Screening auf Ovarialkarzinome bei asymptomatischen Frauen aus (Empfehlungsgrad D).
Diese Empfehlung gilt ausdrücklich nicht für Frauen mit bekannten hereditären Krebssyndromen, die mit einem hohen Risiko für Eierstockkrebs einhergehen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor den Folgen falsch-positiver Befunde beim Ovarialkarzinom-Screening. Es wird betont, dass asymptomatische Frauen ohne genetisches Hochrisikoprofil durch unnötige Operationen und deren Komplikationen einem erheblichen, vermeidbaren Risiko ausgesetzt werden.
Häufig gestellte Fragen
Nein, die USPSTF rät von einem Screening auf Ovarialkarzinome bei asymptomatischen Frauen ab (Empfehlungsgrad D). Die Evidenz zeigt, dass ein Screening die Sterblichkeit nicht senkt.
Die Empfehlung gegen das Screening gilt für asymptomatische Frauen ohne bekanntes erhöhtes Risiko. Frauen mit bestimmten hereditären Krebssyndromen sind von dieser Empfehlung ausgenommen.
Laut Leitlinie überwiegen die Risiken den potenziellen Nutzen. Zu den Hauptrisiken zählen falsch-positive Ergebnisse, die zu unnötigen Operationen, chirurgischen Komplikationen und psychischen Belastungen führen können.
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Quelle: Screening for Ovarian Cancer: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. (USPSTF, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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