Ovarialkarzinom: Diagnostik, Chirurgie & Chemotherapie
Hintergrund
Das epitheliale Ovarialkarzinom ist eine der häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen. Die genaue Ätiologie ist unbekannt, jedoch stellt eine genetische Prädisposition (wie BRCA-Mutationen) einen wesentlichen Risikofaktor dar.
Da ein effektives Screening-Programm für die Allgemeinbevölkerung fehlt, wird die Erkrankung oft erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert. Die Prognose hängt maßgeblich vom Tumorstadium bei der Erstdiagnose ab.
Die Standardtherapie besteht in der Regel aus einer Kombination von chirurgischer Tumorreduktion und platinbasierter Chemotherapie. Ein Rezidiv tritt bei der Mehrheit der Patientinnen auf und erfordert eine angepasste systemische Behandlung.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Praxis-Hinweis der Leitlinie betrifft die Interpretation von Symptomen in der Primärversorgung. Es wird betont, dass das Ovarialkarzinom keine asymptomatische Erkrankung ist und unspezifische gastrointestinale Beschwerden oft fälschlicherweise als Reizdarmsyndrom fehldiagnostiziert werden. Eine zeitnahe CA125-Bestimmung und Sonographie bei neu aufgetretenen, häufigen abdominellen Symptomen wird empfohlen, um Verzögerungen in der Diagnostik zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung des Risk of Malignancy Index 1 (RMI 1). Bei einem Schwellenwert von über 200 sollte eine Überweisung an ein gynäko-onkologisches Zentrum erfolgen.
Laut Leitlinie wird ein Screening in der Allgemeinbevölkerung außerhalb von klinischen Studien nicht empfohlen. Bei Hochrisikopatientinnen sollte eine genetische Beratung und Testung auf BRCA-Mutationen erfolgen.
Eine fertilitätserhaltende Operation kann bei Frauen mit einem Ovarialkarzinom im Stadium Ia (Grad 1 oder 2) erwogen werden. Voraussetzung ist laut Leitlinie ein unauffälliges kontralaterales Ovar und das Fehlen von peritonealen Metastasen.
Für das Staging wird eine Computertomographie (CT) von Abdomen und Becken empfohlen. Die routinemäßige Durchführung eines MRT oder PET-CT wird von der Leitlinie für das initiale Staging nicht empfohlen.
Die Leitlinie gibt an, dass eine routinemäßige CA125-Messung bei asymptomatischen Patientinnen nicht zwingend erforderlich ist. Die Therapie eines Rezidivs sollte sich primär an den klinischen Symptomen orientieren.
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Quelle: SIGN 135: Management of epithelial ovarian cancer (SIGN, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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