IQWiG2016Onkologie

Osimertinib: Therapie bei NSCLC mit T790M-Mutation

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2016 bewertet den Zusatznutzen von Osimertinib. Das Medikament wird bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) eingesetzt.

Voraussetzung für die Behandlung ist das Vorliegen einer positiven T790M-Mutation des epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR). Der Bericht untersucht verschiedene Patientengruppen in Abhängigkeit von Vorbehandlungen und dem Allgemeinzustand.

Die Bewertung erfolgt im Vergleich zu den vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapien. Dazu zählen unter anderem platinbasierte Chemotherapien oder Best Supportive Care (BSC).

Empfehlungen

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Osimertinib für keine der untersuchten Patientengruppen belegt ist.

Patienten nach EGFR-TKI-Vorbehandlung

Für Patienten, die für eine zytotoxische Chemotherapie infrage kommen, wurden vom pharmazeutischen Unternehmer lediglich historische Vergleiche vorgelegt. Diese basieren auf den einarmigen Studien AURAex und AURA2.

Laut Bewertung sind diese Daten nicht geeignet, um einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie abzuleiten. Es zeigten sich keine ausreichend großen Effekte, die eine systematische Verzerrung ausschließen könnten (Zusatznutzen nicht belegt).

Für Patienten, für die eine Chemotherapie nicht infrage kommt, wurden keine relevanten Daten vorgelegt. Auch hier ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Patienten mit de novo T790M-Mutation

Für nicht vorbehandelte Patienten mit einer de novo T790M-Mutation wurden keine vergleichenden Daten eingereicht. Der Bericht stellt fest, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist.

Gleiches gilt für Patienten mit de novo T790M-Mutation, die bereits mit einer platinbasierten Chemotherapie vorbehandelt wurden. Mangels Daten ist auch hier ein Zusatznutzen nicht belegt.

Methodische Mängel

Der Bericht kritisiert die Methodik der eingereichten Unterlagen. Die vorgelegten historischen Vergleiche weisen folgende Schwächen auf:

  • Fehlende Berücksichtigung des T790M-Mutationsstatus in den Vergleichsstudien

  • Eingesetzte Chemotherapien waren oft nicht zulassungskonform

  • Fehlende valide Daten zu patientenrelevanten Endpunkten

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsangaben aus den Fachinformationen und Studienprotokollen:

WirkstoffDosisApplikationIndikation / Anmerkung
Osimertinib80 mg 1x täglichp.o.Bis zur Progression oder inakzeptablen Toxizität
Osimertinib (reduziert)40 mg 1x täglichp.o.Bei notwendiger Dosisreduktion wegen Toxizität
Cisplatin75 mg/m2 KOFi.v.In Kombination mit Pemetrexed (Studie IMPRESS)
Pemetrexed500 mg/m2 KOFi.v.In Kombination mit Cisplatin (Studie IMPRESS)

Kontraindikationen

Laut Bericht bestehen folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise für Osimertinib:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Bestandteile

  • Gleichzeitige Anwendung von Johanniskraut ist kontraindiziert

  • Warnung vor interstitieller Lungenerkrankung (ILD) und Pneumonitis

  • Warnung vor QTc-Intervall-Verlängerung

Zudem wird die Anwendung bei mittlerer oder schwerer Leberfunktionseinschränkung nicht empfohlen. Bei schwerer Niereninsuffizienz sollte die Behandlung mit Vorsicht erfolgen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass vor einer Therapie mit Osimertinib zwingend der EGFR-T790M-Mutationsstatus durch einen validierten Test bestimmt werden muss. Bei akutem Auftreten oder ungeklärter Verschlechterung von Atemwegsymptomen wie Atemnot oder Husten wird eine sofortige Unterbrechung der Therapie empfohlen, um eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Osimertinib bei NSCLC mit T790M-Mutation nicht belegt ist. Dies liegt an fehlenden geeigneten direkten Vergleichsstudien.

Laut den im Bericht zitierten Zulassungsdaten beträgt die Standarddosis 80 mg einmal täglich oral. Bei Unverträglichkeiten kann eine Dosisreduktion auf 40 mg täglich erfolgen.

Es wird eine Testung auf die EGFR-T790M-Mutation mittels eines validierten Tests aus Tumor-DNA oder zirkulierender Tumor-DNA empfohlen. Ohne diesen Nachweis ist die Therapie nicht indiziert.

Der Bericht warnt insbesondere vor interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) und QTc-Zeit-Verlängerungen. Bei entsprechenden Symptomen oder EKG-Veränderungen wird ein Therapieabbruch empfohlen.

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Quelle: IQWiG A16-14: Osimertinib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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