Olaparib bei Pankreaskarzinom: Dosierung und Indikation
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Olaparib. Es geht um den Einsatz als Erhaltungstherapie bei erwachsenen Personen mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas und Keimbahn-BRCA1/2-Mutationen.
Voraussetzung für die Therapie ist, dass die Erkrankung nach einer mindestens 16-wöchigen platinhaltigen Erstlinienchemotherapie nicht progredient war. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) das beobachtende Abwarten festgelegt.
Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie POLO. In dieser Studie wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von Olaparib mit einem Placebo verglichen.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der POLO-Studie folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Gesamtüberleben und Morbidität
Laut Nutzenbewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Olaparib und dem beobachtenden Abwarten. Ein Zusatznutzen ist in diesem Bereich folglich nicht belegt.
Bei der Morbidität ergeben sich negative Effekte für die Intervention. Der Bericht beschreibt einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Olaparib aufgrund folgender Faktoren:
-
Vermehrtes Auftreten von Übelkeit und Erbrechen (beträchtliches Ausmaß)
-
Verschlechterung der physischen Funktion bei Personen ab 65 Jahren (geringes Ausmaß)
Nebenwirkungen
Hinsichtlich der Gesamtrate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen zeigt sich kein signifikanter Unterschied. Bei spezifischen Nebenwirkungen wird jedoch ein negativer Effekt beobachtet.
Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden durch Olaparib im Vergleich zur Vergleichstherapie. Dies begründet sich durch ein vermehrtes Auftreten von vermindertem Appetit (beträchtliches Ausmaß).
Gesamtfazit
In der Gesamtschau leitet das IQWiG ausschließlich negative Effekte für Olaparib im Vergleich zum beobachtenden Abwarten ab. Zusammenfassend ergibt sich laut Bericht ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Erhaltungstherapie mit Olaparib.
Dosierung
Die Fachinformation, auf die sich der Bericht bezieht, sieht folgendes Dosierungsschema vor:
| Medikament | Dosis | Indikation |
|---|---|---|
| Olaparib | 300 mg (2x 150 mg) 2-mal täglich | Erhaltungstherapie bei gBRCA-mutiertem Pankreaskarzinom |
| Olaparib | 200 mg (2x 100 mg) 2-mal täglich | Bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion |
Die Behandlung wird bis zur Progression der Grunderkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität fortgeführt. Bei leichten Nieren- oder Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.
Kontraindikationen
Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Kontraindikationen und Warnhinweise auf:
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile
-
Stillzeit während der Behandlung und einen Monat nach der letzten Dosis
-
Schwangerschaft und fehlende zuverlässige Verhütung bei Frauen im gebärfähigen Alter
-
Starke Einschränkung der Leberfunktion (Child-Pugh C)
-
Stark eingeschränkte Nierenfunktion oder terminale Niereninsuffizienz
Zudem wird die gleichzeitige Anwendung von starken oder moderaten CYP3A-Inhibitoren oder -Induktoren nicht empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Laut Fachinformation wird eine Untersuchung des großen Blutbilds bei Behandlungsbeginn sowie eine monatliche Kontrolle in den ersten 12 Monaten empfohlen. Der Bericht weist darauf hin, dass bei Auftreten von neuen oder sich verschlechternden Atemwegssymptomen die Behandlung unterbrochen und eine Untersuchung auf Pneumonitis eingeleitet werden sollte. Bei Feststellung eines myelodysplastischen Syndroms oder einer akuten myeloischen Leukämie wird ein sofortiges Absetzen der Therapie empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die empfohlene Dosis beträgt laut Bericht 300 mg (zwei 150-mg-Tabletten) zweimal täglich. Dies entspricht einer Tagesgesamtdosis von 600 mg.
Es wird als Erhaltungstherapie bei erwachsenen Personen mit metastasiertem Adenokarzinom des Pankreas und gBRCA1/2-Mutationen eingesetzt. Voraussetzung ist, dass die Erkrankung nach mindestens 16 Wochen platinhaltiger Erstlinienchemotherapie nicht progredient war.
Das IQWiG sieht in seiner Bewertung einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zum beobachtenden Abwarten. Dies liegt vor allem an vermehrten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und vermindertem Appetit ohne nachweisbaren Überlebensvorteil.
Bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion wird eine Dosisreduktion auf zweimal täglich 200 mg empfohlen. Bei starker Einschränkung oder terminaler Niereninsuffizienz wird die Anwendung nicht empfohlen.
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Quelle: IQWiG A20-115: Olaparib (Adenokarzinom des Pankreas) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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