Ösophagus- und Magenkarzinom: Diagnostik und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Oesophagus- und Magenkarzinome weisen hohe Mortalitätsraten auf und erfordern eine komplexe, interdisziplinäre Betreuung. Die NICE-Leitlinie NG83 bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge bei Erwachsenen.

Ziel ist es, die Überlebensrate und Lebensqualität durch eine standardisierte, stadiengerechte Behandlung zu verbessern. Dabei wird zwischen kurativen (radikalen) und palliativen Therapieansätzen unterschieden.

Ein besonderer Fokus liegt auf der optimalen Ernährungsunterstützung und der Einbindung spezialisierter multidisziplinärer Teams (MDT) in allen Phasen der Erkrankung.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Oesophagus- und Magenkarzinomen:

Diagnostik und Staging

Es wird empfohlen, die Eignung für eine radikale Therapie mittels F-18 FDG PET-CT zu prüfen, ausgenommen bei T1a-Tumoren. Ein endoskopischer Ultraschall sollte laut Leitlinie nur dann erfolgen, wenn das Ergebnis das weitere Management direkt beeinflusst.

Für das Staging von Magenkarzinomen empfiehlt die Leitlinie:

  • Eine Staging-Laparoskopie bei allen potenziell kurablen Patienten

  • Eine F-18 FDG PET-CT nur bei Verdacht auf Metastasierung und therapeutischer Konsequenz

  • Eine HER2-Testung bei metastasierten ösophagogastrischen Adenokarzinomen

Radikale Therapie

Die Behandlung von lokalisierten Tumoren sollte in spezialisierten chirurgischen Zentren erfolgen. Bei der chirurgischen Resektion wird eine systematische Lymphknotendissektion empfohlen (D2-Dissektion beim Magenkarzinom, Zweifeld-Dissektion beim Oesophaguskarzinom).

Für die medikamentöse Begleittherapie nennt die Leitlinie folgende Optionen:

TumorentitätEmpfohlene Therapieoptionen vor/nach radikaler OP
Lokalisiertes Adenokarzinom (Oesophagus/Übergang)Perioperative Chemotherapie ODER präoperative Radiochemotherapie
MagenkarzinomPerioperative Chemotherapie
Plattenepithelkarzinom (Oesophagus)Radikale Radiochemotherapie ODER präoperative Radiochemotherapie gefolgt von Resektion

Palliative Therapie

Bei fortgeschrittenen oder metastasierten Tumoren steht der Erhalt der Lebensqualität im Vordergrund. Bei HER2-positiven metastasierten Adenokarzinomen wird Trastuzumab in Kombination mit einer Chemotherapie empfohlen.

Zur Linderung einer Dysphagie bei luminaler Obstruktion empfiehlt die Leitlinie:

  • Den Einsatz von selbstexpandierenden Stents zur sofortigen Symptomlinderung

  • Eine externe Strahlentherapie nach Stent-Einlage nur bei anhaltenden Blutungen oder bekannten Blutungsstörungen

  • Den Verzicht auf eine routinemäßige Bestrahlung nach Stent-Implantation

Ernährungsmanagement

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer spezialisierten diätetischen Betreuung vor, während und nach radikalen Therapien. Nach einer radikalen Operation wird eine sofortige enterale oder parenterale Ernährung empfohlen.

Nachsorge

Bei asymptomatischen Patienten ohne Hinweis auf eine Resterkrankung nach kurativer Therapie wird von einer routinemäßigen klinischen oder radiologischen Überwachung abgeraten. Stattdessen wird empfohlen, Patienten über Rezidivsymptome aufzuklären und bei Beschwerden einen schnellen Zugang zum multidisziplinären Team zu gewährleisten.

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert folgende Warnhinweise und negative Empfehlungen:

  • Keine routinemäßige externe Strahlentherapie nach Stent-Einlage bei luminaler Obstruktion.

  • Kein endoskopischer Ultraschall, wenn dieser ausschließlich der Unterscheidung zwischen T2- und T3-Tumoren dient.

  • Keine routinemäßige klinische oder radiologische Nachsorge bei asymptomatischen Patienten nach kurativer Therapie.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Leitlinie ist der Verzicht auf eine routinemäßige radiologische oder klinische Tumornachsorge bei asymptomatischen Patienten nach kurativer Therapie. Stattdessen wird auf eine rein symptomgeleitete Nachsorge gesetzt. Zudem wird betont, dass ein endoskopischer Ultraschall im Staging nur dann durchgeführt werden sollte, wenn das Ergebnis das weitere klinische Management unmittelbar verändert.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte ein endoskopischer Ultraschall nur dann erwogen werden, wenn das Ergebnis das weitere Management des Patienten beeinflusst. Er wird nicht zur reinen Unterscheidung zwischen T2- und T3-Tumoren empfohlen.

Zur sofortigen Linderung einer Dysphagie wird die Einlage von selbstexpandierenden Stents empfohlen. Eine zusätzliche externe Bestrahlung sollte gemäß Leitlinie nur bei anhaltenden Blutungen oder Blutungsstörungen erfolgen.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen klinischen oder radiologischen Überwachung bei asymptomatischen Patienten ab. Es wird stattdessen empfohlen, die Patienten über Rezidivsymptome aufzuklären und bei Beschwerden eine rasche Abklärung einzuleiten.

Bei einer kurativen Gastrektomie wird eine D2-Lymphknotendissektion empfohlen. Bei einer kurativen Oesophagektomie sollte laut Leitlinie eine Zweifeld-Lymphknotendissektion erwogen werden.

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Quelle: NICE Guideline on Oesophago-gastric Cancer (NICE, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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