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Neonatale parenterale Ernährung: Indikation & Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die parenterale Ernährung ist eine essenzielle Maßnahme für Frühgeborene und kritisch kranke Neugeborene, die keine ausreichende enterale Nahrungsaufnahme tolerieren. Eine unzureichende Nährstoffversorgung in dieser vulnerablen Phase kann zu kurz- und langfristigen gesundheitlichen Folgen führen, einschließlich Wachstumsverzögerungen und neurologischen Beeinträchtigungen.

Die NICE-Leitlinie NG154 bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur Indikationsstellung, Zusammensetzung und Überwachung der neonatalen parenteralen Ernährung. Ziel ist es, die klinische Praxis zu standardisieren und Komplikationen wie Stoffwechselentgleisungen oder katheterassoziierte Infektionen zu minimieren.

Ein besonderer Fokus liegt auf der frühzeitigen Einleitung der Therapie bei extrem Frühgeborenen sowie der Verwendung standardisierter Nährlösungen. Zudem wird die Bedeutung eines multidisziplinären Teams für die sichere Umsetzung der parenteralen Ernährung betont.

Empfehlungen

Indikation und Start

Laut Leitlinie wird der Beginn einer parenteralen Ernährung für alle Frühgeborenen vor der 31+0 Schwangerschaftswoche empfohlen.

Bei Frühgeborenen ab 31+0 Wochen sollte die Therapie starten, wenn innerhalb der ersten 72 Lebensstunden kein ausreichender enteraler Nahrungsaufbau möglich ist. Für Reifgeborene wird der Start empfohlen, wenn eine enterale Ernährung unwahrscheinlich ist, beispielsweise bei angeborenen Darmerkrankungen oder Sepsis.

Es wird empfohlen, die parenterale Ernährung so schnell wie möglich, spätestens jedoch innerhalb von 8 Stunden nach Indikationsstellung, zu beginnen.

Zugang und Administration

Die Leitlinie empfiehlt primär die Nutzung eines zentralvenösen Katheters. Ein peripherer Zugang sollte nur in Ausnahmefällen erwogen werden, beispielsweise um Verzögerungen beim Therapiestart zu vermeiden.

Es wird dringend angeraten, Beutel, Spritzen und Infusionssysteme für wässrige und lipidhaltige Lösungen vor Licht zu schützen.

Für den Start wird die routinemäßige Verwendung standardisierter parenteraler Nährlösungen (Standardbeutel) empfohlen. Individualisierte Lösungen sollten speziellen Indikationen wie Nierenversagen vorbehalten bleiben.

Monitoring

Die Leitlinie empfiehlt eine engmaschige laborchemische Überwachung:

  • Blutglukose: 1 bis 2 Stunden nach Start sowie nach jedem Beutelwechsel

  • Blut-pH, Kalium, Chlorid und Kalzium: Täglich bei Dosissteigerung, danach zweimal wöchentlich

  • Serumtriglyceride: Täglich während der Steigerung der Lipid-Dosis, danach wöchentlich

  • Leberfunktion: Wöchentliche Kontrolle bei allen Neugeborenen

Beendigung der Therapie

Die Entscheidung zum Absetzen sollte die Toleranz der enteralen Nahrung und die klinische Gesamtsituation berücksichtigen.

Bei Frühgeborenen unter 28+0 Wochen kann ein Stopp innerhalb von 24 Stunden erwogen werden, sobald ein enterales Volumen von 140 bis 150 ml/kg/Tag erreicht ist. Bei älteren Früh- und Reifgeborenen liegt dieser Zielwert laut Leitlinie bei 120 bis 140 ml/kg/Tag.

Dosierung

Nährstoff / ParameterStartdosisErhaltungsdosis
Energie (Gesamt)40-60 kcal/kg/Tag75-120 kcal/kg/Tag
Glukose6-9 g/kg/Tag9-16 g/kg/Tag
Aminosäuren (Frühgeborene)1,5-2 g/kg/Tag3-4 g/kg/Tag
Aminosäuren (Reifgeborene)1-2 g/kg/Tag2,5-3 g/kg/Tag
Lipide1-2 g/kg/Tag3-4 g/kg/Tag
Kalzium0,8-1 mmol/kg/Tag (erste 48h)1,5-2 mmol/kg/Tag (ab 48h)
Phosphat1 mmol/kg/Tag (erste 48h)2 mmol/kg/Tag (ab 48h)

Kontraindikationen

Laut Leitlinie ist die intravenöse Gabe von Eisenpräparaten bei Früh- und Reifgeborenen, die jünger als 28 Tage sind und parenteral ernährt werden, kontraindiziert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass nach der Indikationsstellung für eine parenterale Ernährung diese spätestens innerhalb von 8 Stunden begonnen werden sollte, um Nährstoffdefizite zu vermeiden. Zudem wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass nicht nur die Nährlösungsbeutel, sondern auch die Spritzen und Infusionssysteme konsequent vor Licht geschützt werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut NICE-Leitlinie wird der Start bei allen Frühgeborenen unter 31+0 Wochen direkt nach der Geburt empfohlen. Bei älteren Frühgeborenen sollte sie begonnen werden, wenn der enterale Nahrungsaufbau in den ersten 72 Stunden nicht ausreicht.

Es wird primär die Verwendung eines zentralvenösen Katheters empfohlen. Ein peripherer Zugang sollte laut Leitlinie nur kurzzeitig oder zur Vermeidung von Therapie-Verzögerungen genutzt werden.

Die Leitlinie empfiehlt eine Blutzuckermessung 1 bis 2 Stunden nach dem ersten Start der parenteralen Ernährung. Danach sollte eine Kontrolle 1 bis 2 Stunden nach jedem Wechsel des Nährlösungsbeutels erfolgen.

Bei extrem Frühgeborenen (unter 28 Wochen) kann ein Stopp erwogen werden, wenn ein enterales Volumen von 140 bis 150 ml/kg/Tag toleriert wird. Bei älteren Frühgeborenen liegt dieser Zielwert gemäß Leitlinie bei 120 bis 140 ml/kg/Tag.

Die Leitlinie empfiehlt routinemäßig die Verwendung von standardisierten Nährlösungen (Standardbeuteln). Individualisierte Lösungen sollten nur bei speziellen Indikationen wie komplexen Elektrolytstörungen oder Nierenversagen zum Einsatz kommen.

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Quelle: NG154: Hearing loss in adults (NICE, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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