IQWiG2016Onkologie

Necitumumab bei NSCLC: Indikation und Überlebensvorteil

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A16-17 bewertet den Zusatznutzen von Necitumumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin. Die Bewertung bezieht sich auf die Erstlinientherapie bei erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) exprimierenden, plattenepithelialen, nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC).

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Cisplatin in Kombination mit einem Drittgenerationszytostatikum festgelegt. In der zugrundeliegenden SQUIRE-Studie wurde hierfür die Kombination aus Gemcitabin und Cisplatin gewählt.

Die Nutzenbewertung basiert primär auf der EGFR-positiven Teilpopulation der SQUIRE-Studie. Da in diese Studie ausschließlich Patienten im Stadium IV eingeschlossen wurden, bleibt die Übertragbarkeit der Effekte auf Patienten im Stadium IIIB laut Bericht unklar.

Empfehlungen

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Der Bericht leitet für Patienten mit metastasiertem (Stadium IV), EGFR-exprimierendem, plattenepithelialem NSCLC in der Erstlinientherapie einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen ab.

Dieser ergibt sich aus der Abwägung von positiven Effekten beim Gesamtüberleben und negativen Effekten im Bereich der Nebenwirkungen.

Positive Effekte (Wirksamkeit)

Laut Bewertung zeigt sich für den Endpunkt Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten der Dreifachkombination.

Hieraus wird ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen abgeleitet. Für die Endpunkte Morbidität (Symptomatik) und gesundheitsbezogene Lebensqualität ist ein Zusatznutzen hingegen nicht belegt.

Negative Effekte (Nebenwirkungen)

Dem Überlebensvorteil stehen laut Bericht folgende negative Effekte gegenüber:

  • Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3): Hinweis auf einen höheren Schaden (geringes Ausmaß)

  • Venöse thromboembolische Ereignisse bei ECOG-PS 0/1: Hinweis auf einen höheren Schaden (beträchtliches Ausmaß)

  • Hautreaktionen: Hinweis auf einen höheren Schaden (beträchtliches Ausmaß)

  • Konjunktivitis: Anhaltspunkt für einen höheren Schaden (geringes Ausmaß)

Dosierung

Die in der SQUIRE-Studie angewendeten und bewerteten Dosierungen stellen sich wie folgt dar:

WirkstoffDosierungAnwendungDauer
Necitumumab800 mg (absolute Dosis)i.v. an Tag 1 und 8 eines 3-Wochen-ZyklusBis zur Progression oder inakzeptablen Toxizität
Gemcitabin1250 mg/m² KOFi.v. an Tag 1 und 8 eines 3-Wochen-ZyklusMaximal 6 Zyklen
Cisplatin75 mg/m² KOFi.v. an Tag 1 eines 3-Wochen-ZyklusMaximal 6 Zyklen

Kontraindikationen

Thromboembolische Ereignisse

Der Bericht weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Necitumumab vermehrt fatale und nicht fatale thromboembolische Ereignisse (arteriell und venös) auftreten können.

Bei Patienten mit einer Vorgeschichte oder bestehenden Risikofaktoren für solche Ereignisse wird eine sorgfältige Abwägung empfohlen. Bei multiplen Risikofaktoren sollte Necitumumab laut Fachinformation nicht verabreicht werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko.

Weitere Warnhinweise

Zusätzlich werden folgende Risiken und notwendige Vorsichtsmaßnahmen hervorgehoben:

  • Risiko für kardiorespiratorische Ereignisse und Überempfindlichkeitsreaktionen

  • Häufiges Auftreten von Hautreaktionen und Elektrolytveränderungen (Hypomagnesiämie, Hypokalzämie)

  • Kontraindikation von Cisplatin bei vorbestehender Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min) oder Gehörbeeinträchtigung

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Bewertung ist das erhöhte Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse, insbesondere bei Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG-PS 0 oder 1). Es wird hervorgehoben, dass vor Therapiebeginn eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung bezüglich bestehender Thromboserisiken erfolgen muss. Zudem wird betont, dass der EGFR-Proteinexpressionsstatus im Tumorgewebe zwingend vorliegen muss, da sich die Zulassung ausschließlich auf diese Patientengruppe beschränkt.

Häufig gestellte Fragen

Die IQWiG-Bewertung leitet insgesamt einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen für Patienten mit metastasiertem, EGFR-exprimierendem, plattenepithelialem NSCLC ab. Dieser resultiert aus einem beträchtlichen Überlebensvorteil, der durch vermehrte Nebenwirkungen herabgestuft wird.

Das Medikament ist für erwachsene Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, EGFR-exprimierendem, plattenepithelialem NSCLC zugelassen. Es wird als Erstlinientherapie in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin eingesetzt.

Laut Bericht kommt es vermehrt zu schweren Hautreaktionen und venösen thromboembolischen Ereignissen. Zudem werden häufig Elektrolytstörungen wie Hypomagnesiämie und Hypokalzämie beobachtet.

Die Kombinationstherapie mit Gemcitabin und Cisplatin erfolgt für maximal 6 Zyklen. Danach wird Necitumumab als Monotherapie bis zum Krankheitsprogress oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität weitergeführt.

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Quelle: IQWiG A16-17: Necitumumab - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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