Natriumzufuhr: Grenzwerte bei Erwachsenen und Kindern
Hintergrund
Nichtübertragbare Krankheiten wie Hypertonie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die Hauptursache für Morbidität und Mortalität. Eine erhöhte Natriumzufuhr wird direkt mit der Entstehung dieser Erkrankungen in Verbindung gebracht.
Aktuelle Daten zeigen, dass die weltweite Natriumaufnahme den physiologischen Bedarf weit übersteigt. Eine Reduktion der Zufuhr gilt als äußerst kosteneffiziente Maßnahme der öffentlichen Gesundheit, um die Krankheitslast zu minimieren.
Auch bei Kindern manifestieren sich zunehmend Risikofaktoren für nichtübertragbare Krankheiten. Ein erhöhter Blutdruck im Kindesalter korreliert stark mit Hypertonie im Erwachsenenalter, weshalb frühzeitige Präventionsmaßnahmen laut Evidenzlage entscheidend sind.
Empfehlungen
Die WHO-Leitlinie formuliert klare Zielwerte für die tägliche Natriumaufnahme zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten.
Zielwerte nach Patientengruppe
| Patientengruppe | Empfohlene maximale Natriumzufuhr | Entsprechende Salzmenge |
|---|---|---|
| Erwachsene (ab 16 Jahren) | < 2 g / Tag | < 5 g / Tag |
| Kinder (2 bis 15 Jahre) | < 2 g / Tag (nach unten angepasst) | Entsprechend angepasst |
Erwachsene
Laut Leitlinie wird eine Reduktion der Natriumzufuhr empfohlen, um den Blutdruck sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und koronare Herzkrankheiten zu senken (starke Empfehlung).
Es wird eine maximale Zufuhr von weniger als 2 g Natrium pro Tag empfohlen (starke Empfehlung). Diese Empfehlung gilt unabhängig vom bestehenden Blutdruck und schließt schwangere sowie stillende Frauen ein.
Kinder
Für Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren empfiehlt die Leitlinie ebenfalls eine Reduktion der Natriumzufuhr zur Blutdruckkontrolle (starke Empfehlung).
Der für Erwachsene empfohlene Maximalwert von 2 g pro Tag sollte dabei nach unten korrigiert werden. Die Anpassung erfolgt auf Basis des relativen Energiebedarfs des Kindes im Vergleich zu einem Erwachsenen.
Ausnahmen und Besonderheiten
Die Leitlinie definiert spezifische Personengruppen, für die diese Empfehlungen nicht gelten:
-
Personen mit Erkrankungen, die zu Hyponatriämie oder akuter Wasserretention führen können
-
Personen unter medikamentöser Therapie mit entsprechendem Risiko
-
Personen, die ärztlich überwachte Diäten benötigen
Zudem betont die Leitlinie, dass Programme zur Salzreduktion mit der Jodierung von Salz kompatibel sind. Es wird ein regelmäßiges Monitoring empfohlen, um die Jodierung an den sinkenden Salzkonsum anzupassen.
Kontraindikationen
Die Empfehlungen zur Natriumreduktion gelten laut Leitlinie nicht für Personen mit Erkrankungen oder medikamentösen Therapien, die zu einer Hyponatriämie oder einer akuten Wasserretention führen können.
Ebenso ausgenommen sind Personen, die eine ärztlich überwachte Diät einhalten müssen. Als spezifische Beispiele nennt die Leitlinie Patienten mit Herzinsuffizienz sowie Patienten mit Typ-1-Diabetes.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Reduktion der Natriumzufuhr keine negativen Auswirkungen auf die Blutfettwerte, den Katecholaminspiegel oder die Nierenfunktion hat. Es wird zudem betont, dass Programme zur Salzreduktion zwingend mit einem Monitoring der Salzjodierung einhergehen sollten, um eine ausreichende Jodversorgung der Bevölkerung weiterhin sicherzustellen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt für Erwachsene eine maximale Zufuhr von weniger als 2 g Natrium pro Tag. Dies entspricht einer Menge von weniger als 5 g Speisesalz täglich.
Ja, laut Leitlinie wird eine Reduktion der Natriumzufuhr auch für Kinder zwischen 2 und 15 Jahren zur Blutdruckkontrolle empfohlen. Der Maximalwert von 2 g Natrium pro Tag sollte dabei an den geringeren Energiebedarf des Kindes angepasst werden.
Die Leitlinie stellt fest, dass die Empfehlungen für alle Personen unabhängig von ihrem Ausgangsblutdruck gelten. Die Evidenz zeigt, dass eine Reduktion auch bei normotensiven Personen gesundheitliche Vorteile bietet.
Ausgenommen sind Personen mit Herzinsuffizienz, Typ-1-Diabetes oder anderen Erkrankungen, die eine ärztlich überwachte Diät erfordern. Auch bei einem Risiko für Hyponatriämie durch Medikamente gelten die allgemeinen Zielwerte laut Leitlinie nicht.
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Quelle: Guideline: sodium intake for adults and children (WHO, 2012). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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