CochraneIa2020

Mundpflege nach Schlaganfall: Pneumonieprophylaxe

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Nach einem Schlaganfall leiden viele Betroffene unter körperlichen, sensorischen und kognitiven Einschränkungen. Diese Defizite erschweren die eigenständige und routinemäßige Mundgesundheitspflege erheblich.

Eine unzureichende Mundhygiene kann zu Plaquebildung, Karies und Zahnfleischerkrankungen führen. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Komplikationen wie die schlaganfallassoziierte Pneumonie.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit verschiedener Interventionen zur Verbesserung der Mundgesundheit bei Menschen nach einem Schlaganfall. Dabei werden strukturierte Maßnahmen der Mundgesundheitspflege mit der Standardversorgung oder Placebo-Behandlungen verglichen.

Empfehlungen

Der Review fasst die Ergebnisse zu verschiedenen Interventionen wie folgt zusammen:

Schulung und Wissen

Der Cochrane Review zeigt, dass Schulungen für Pflegepersonal und Angehörige das Wissen über Mundgesundheitspflege signifikant verbessern (Evidenz von sehr niedriger Qualität). Auch die Einstellung der Pflegenden zur Mundhygiene wird durch solche Interventionen positiv beeinflusst.

Plaque und Mundhygiene

Laut dem Review reduzieren umfassende Mundpflege-Interventionen im Vergleich zur Standardversorgung die Plaquebildung auf Zahnprothesen (Evidenz von niedriger Qualität).

Für die Reduktion von Plaque auf natürlichen Zähnen konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zur üblichen Versorgung nachgewiesen werden. Ebenso ergab sich kein eindeutiger Nutzen hinsichtlich Gingivitis oder protheseninduzierter Stomatitis.

Prävention der Pneumonie

Der Review liefert Hinweise darauf, dass ein selektives Dekontaminationsgel die Inzidenz von Lungenentzündungen im Vergleich zu einem Placebo-Gel senken kann (Evidenz von niedriger Qualität).

Andere Interventionen, wie die Anwendung von Povidon-Jod oder allgemeine Mundpflege-Protokolle, zeigten keinen signifikanten Effekt auf die Pneumonierate. Die Autoren betonen, dass weiterhin qualitativ hochwertige Evidenz zur optimalen Mundpflege nach einem Schlaganfall fehlt.

Dosierung

Der Review analysierte verschiedene Studien, in denen spezifische Wirkstoffe zur Mundpflege eingesetzt wurden. Die folgende Tabelle fasst die in den eingeschlossenen Studien verwendeten Schemata zusammen:

Wirkstoff / InterventionSpezifikation / DosisAnwendungshäufigkeitIndikation / Ziel
Selektives Dekontaminationsgel500 mg Gel (2 % Colistin, 2 % Polymyxin E, 2 % Amphotericin B)4-mal täglichReduktion der Pneumonieinzidenz
Povidon-Jod Lösung10 % antiseptische Lösung6-mal täglichOropharyngeale Pflege, Pneumonieprävention
Chlorhexidin Mundspülung0,2 % Lösung (10 ml)1- bis 2-mal täglichPlaquekontrolle, Reduktion opportunistischer Erreger
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass die Schulung von Pflegepersonal und Angehörigen eine der wenigen Maßnahmen ist, die nachweislich das Wissen und die Einstellung zur Mundpflege verbessern. Es wird betont, dass trotz fehlender starker Evidenz für spezifische Protokolle eine strukturierte Mundpflege besser ist als keine Maßnahme. Besonderes Augenmerk sollte auf die Reinigung von Zahnprothesen gelegt werden, da hierfür ein messbarer Nutzen belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review stellt fest, dass es an qualitativ hochwertiger Evidenz für ein optimales Mundpflegeprotokoll mangelt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass strukturierte Schulungen des Personals und die regelmäßige Prothesenreinigung messbare Vorteile bringen.

Laut dem Review gibt es Hinweise von niedriger Qualität, dass ein selektives Dekontaminationsgel die Häufigkeit von Lungenentzündungen reduzieren kann. Allgemeine Mundpflegeprotokolle zeigten in den analysierten Studien jedoch keinen signifikanten Effekt auf die Pneumonierate.

Der Review zeigt, dass strukturierte Mundpflege-Interventionen durch geschultes Personal die Plaquebildung auf Zahnprothesen signifikant verringern. Spezifische Reinigungstechniken werden nicht favorisiert, jedoch wird die regelmäßige Durchführung durch angeleitetes Personal betont.

In mehreren eingeschlossenen Studien wurde Chlorhexidin als Mundspülung oder Gel zur Plaquekontrolle eingesetzt. Der Review liefert jedoch keine abschließende Bewertung, ob Chlorhexidin anderen Standardmaßnahmen in der Schlaganfallversorgung überlegen ist.

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Quelle: Cochrane Review: Interventions for improving oral health in people after stroke (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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