IQWiG2022Onkologie

Multiples Myelom: Daratumumab-Therapie und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A21-126 bewertet den Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason.

Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom. Voraussetzung für diese Indikation ist, dass eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) für diese Gruppe nicht geeignet ist.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem Lenalidomid in Kombination mit Dexamethason festgelegt. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die offene, randomisierte Phase-3-Studie MAIA.

Empfehlungen

Laut Bewertung zeigt die Dreifachkombination gegenüber der Zweifachkombination sowohl positive als auch negative Effekte. Insgesamt überwiegen die positiven Effekte deutlich.

Das IQWiG leitet daraus in der Gesamtschau einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab.

Positive Effekte (Zusatznutzen)

Der Bericht identifiziert signifikante Vorteile in mehreren patientenrelevanten Endpunkten:

  • Gesamtüberleben (beträchtliches Ausmaß)

  • Symptomatik, spezifisch Schmerzlinderung (beträchtliches Ausmaß)

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität im Bereich körperliche und soziale Funktion (geringes Ausmaß)

  • Geringerer Schaden bei Anämie und Erkrankungen der Haut (beträchtliches Ausmaß)

Negative Effekte (Höherer Schaden)

Dem gegenüber stehen negative Effekte, die ausschließlich die Endpunktkategorie der Nebenwirkungen betreffen. Der Bericht listet folgende Nachteile auf:

  • Gesamtrate der schweren unerwünschten Ereignisse (beträchtliches Ausmaß)

  • Spezifische schwere Ereignisse wie Neutropenie (beträchtliches Ausmaß)

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen (geringes Ausmaß)

  • Nicht schwere Ereignisse wie Schüttelfrost und Atemwegserkrankungen (beträchtliches Ausmaß)

Dosierung

Die im Bericht referenzierte Studie MAIA nutzte folgendes Dosierungsschema für einen 28-Tage-Zyklus:

WirkstoffDosisApplikationFrequenz
Daratumumab16 mg/kg KörpergewichtintravenösZyklus 1-2: wöchentlich; Zyklus 3-6: alle 2 Wochen; ab Zyklus 7: alle 4 Wochen
Lenalidomid25 mg (bei Kreatinin-Clearance > 50 ml/min)oralTag 1-21
Dexamethason40 mg (20 mg bei Alter > 75 Jahre oder BMI < 18,5)oral/intravenöswöchentlich (Tag 1, 8, 15, 22)

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf die Fachinformation hinsichtlich spezifischer Warnhinweise und Maßnahmen:

  • Vor Einleitung der Behandlung wird die Bestimmung des Hepatitis-B-Status empfohlen, da eine Virus-Reaktivierung möglich ist.

  • Es wird auf das Risiko von infusionsbedingten Reaktionen hingewiesen, weshalb eine Prä- und Postmedikation erforderlich ist.

  • Das Auftreten von Neutropenien und Thrombozytopenien erfordert eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes.

  • Daratumumab kann den indirekten Coombs-Test positiv verfälschen (Interferenz-Phänomen), was Blutbanken zwingend mitgeteilt werden sollte.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut den im Bericht zitierten Fachinformationen ist bei der Gabe von Daratumumab auf das Interferenz-Phänomen beim indirekten Coombs-Test zu achten. Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn eine Blutgruppen-Typisierung und ein Antikörper-Screening durchzuführen. Im Notfall sollte ungekreuztes AB0/Rh(D)-kompatibles Erythrozytenkonzentrat transfundiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen der Kombination aus Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason. Dies basiert vor allem auf einem signifikant verlängerten Gesamtüberleben und einer verbesserten Schmerzlinderung.

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein höherer Schaden insbesondere bei schweren unerwünschten Ereignissen wie der Neutropenie. Zudem treten Infektionen, Schüttelfrost und Atemwegserkrankungen häufiger auf als unter der Zweifachkombination.

In der Studie wurde Daratumumab intravenös mit 16 mg/kg Körpergewicht verabreicht. Die Gabe erfolgte in den ersten zwei Zyklen wöchentlich, danach alle zwei Wochen und ab dem siebten Zyklus alle vier Wochen.

Der Bericht weist darauf hin, dass zur Vermeidung infusionsbedingter Reaktionen eine Prämedikation erforderlich ist. Zudem wird vor Therapiebeginn die Bestimmung des Hepatitis-B-Status sowie eine Blutgruppen-Typisierung empfohlen.

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Quelle: IQWiG A21-126: Daratumumab (neu diagnostiziertes multiples Myelom, Stammzelltransplantation nicht geeignet) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (neue wissenschaftliche Erkenntnisse) (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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