CochraneIa2019

Mukoviszidose: PEP-Atemphysiotherapie zur Behandlung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Zystische Fibrose (Mukoviszidose) ist eine angeborene Erkrankung, die zu einer abnormen Schleimsekretion in den Atemwegen führt. Dies begünstigt chronische Infektionen und Entzündungen, was eine fortschreitende Schädigung der Lunge zur Folge hat.

Zur Befreiung der Atemwege von zähem Schleim wird standardmäßig eine Atemphysiotherapie eingesetzt. Eine etablierte Methode ist die Physiotherapie mit positivem Ausatmungsdruck (PEP).

PEP-Geräte erzeugen während der Ausatmung einen Gegendruck in den Atemwegen. Der Cochrane Review von 2019 untersucht, ob diese Technik im Vergleich zu anderen physiotherapeutischen Verfahren Vorteile für Menschen mit Mukoviszidose bietet.

Empfehlungen

Der Cochrane Review vergleicht die PEP-Therapie mit anderen Verfahren wie der posturalen Drainage mit Klopfmassage (PDPV), oszillierenden PEP-Geräten und der Hochfrequenz-Brustwandoszillation (HFCWO).

Lungenfunktion (FEV1)

Laut dem Review zeigt sich bei kurzzeitiger Anwendung kein signifikanter Unterschied in der Lungenfunktion zwischen PEP und anderen Atemphysiotherapien (niedrige bis moderate Evidenz).

Auch in Langzeitstudien sind die Ergebnisse bezüglich der Einsekundenkapazität (FEV1) uneindeutig oder widersprüchlich. Es lässt sich keine klare Überlegenheit einer spezifischen Technik in Bezug auf diesen Parameter ableiten.

Reduktion von Exazerbationen

Die Auswertung zeigt eine signifikante Reduktion von pulmonalen Exazerbationen, wenn PEP mit einer Maske über mindestens ein Jahr angewendet wird, im Vergleich zur HFCWO (hohe Evidenz).

Bei der Verwendung von PEP mit einem Mundstück ergab sich hingegen kein Unterschied in der Exazerbationsrate. Die Autoren betonen, dass die Masken-PEP bevorzugt untersucht wurde, da sie Leckagen der oberen Atemwege vermeidet.

Vergleich der physiotherapeutischen Verfahren

Der Review fasst die Vergleiche der verschiedenen Techniken wie folgt zusammen:

InterventionVergleichsinterventionEffekt auf ExazerbationenUnerwünschte Ereignisse
PEP (Maske)HFCWOSignifikante Reduktion durch PEPWeniger Atemwegs-Komplikationen unter PEP
PEPOszillierende PEP (z.B. Flutter)Kein eindeutiger UnterschiedSchwindel bei Flutter-Nutzung berichtet
PEPPDPVKein UnterschiedSchwererer Reflux unter PDPV bei Säuglingen

Patientenpräferenz und Individualisierung

In allen Studien mit einer Interventionsdauer von über einem Monat bevorzugten die Teilnehmer die PEP-Therapie gegenüber anderen Methoden.

Der Review schlussfolgert, dass alle untersuchten Techniken einen Platz in der klinischen Behandlung haben. Es wird hervorgehoben, dass die Atemphysiotherapie lebenslang an Entwicklungsstadien, Präferenzen und Lungenfunktion angepasst werden sollte.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass die PEP-Therapie idealerweise mit einer Maske und nicht mit einem Mundstück durchgeführt werden sollte, um Luftleckagen zu vermeiden und die funktionelle Residualkapazität effektiv zu steigern. Zudem ist bei der Hochfrequenz-Brustwandoszillation (HFCWO) im Vergleich zur Masken-PEP mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen der unteren Atemwege (wie Husten oder Hämoptysen) zu rechnen.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass alle gängigen Techniken zur Sekretmobilisation ihre Berechtigung haben. Die Therapie sollte individuell an das Alter, die Lungenfunktion und die Präferenz der betroffenen Person angepasst werden.

Ja, laut Review reduziert die langfristige Anwendung von PEP mit einer Maske die Rate an pulmonalen Exazerbationen signifikant. Dies zeigte sich insbesondere im direkten Vergleich mit der Hochfrequenz-Brustwandoszillation (HFCWO).

Die Autoren betonen, dass die meiste Evidenz für die PEP-Therapie mit einer Maske vorliegt. Ein Mundstück kann zu Luftleckagen führen und steigert die funktionelle Residualkapazität nicht im gleichen Maße wie eine Maske.

Die PEP-Therapie gilt als sicher und gut verträglich. In Studien traten unter PEP weniger unerwünschte Ereignisse der unteren Atemwege auf als unter HFCWO, und bei Säuglingen war ein gastroösophagealer Reflux unter PEP milder als unter Klopfmassage.

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Quelle: Cochrane Review: Positive expiratory pressure physiotherapy for airway clearance in people with cystic fibrosis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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