MNCAH-Programm-Reviews: Planung, Methodik, Durchführung
Hintergrund
Die WHO-Leitlinie von 2024 beschreibt die Methodik zur Durchführung von Programm-Reviews im Bereich der Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Heranwachsenden (MNCAH). Der Prozess dient der systematischen Auswertung nationaler und subnationaler Gesundheitsprogramme.
Laut Leitlinie kann das Verfahren auch genutzt werden, um spezifische Initiativen wie den "Every Newborn Action Plan" oder das "Nurturing Care Framework" zu evaluieren. Ziel ist es, den Fortschritt der Programme zu messen und evidenzbasierte Anpassungen vorzunehmen.
Der Leitfaden richtet sich primär an Organisatoren und Moderatoren solcher Evaluierungsprozesse. Es wird betont, dass die vorgeschlagenen Schritte nicht präskriptiv sind, sondern an die lokalen Gegebenheiten und Bedürfnisse angepasst werden sollten.
Empfehlungen
Die Leitlinie gliedert den Review-Prozess in drei Hauptphasen: Vorbereitung, Durchführung des Workshops und Berichterstattung.
Vorbereitung und Datenerhebung
Vor dem eigentlichen Workshop wird eine umfassende Vorbereitungsphase von zwei bis vier Wochen empfohlen. In dieser Zeit sollen bestehende Daten aus Routinesystemen und Umfragen gesammelt und validiert werden.
Zu den zentralen vorbereitenden Aufgaben gehören laut Leitlinie:
-
Festlegung des Umfangs des MNCAH-Programm-Reviews
-
Anpassung und Überprüfung der Indikatoren im Daten-Tool
-
Zusammenstellung bestehender Daten und Bewertung der Datenqualität
-
Logistische Planung und Einladung der Teilnehmer
Durchführung des Review-Workshops
Das Herzstück der Evaluierung bildet ein strukturierter Workshop. Die Leitlinie schlägt hierfür einen systematischen, vierstufigen Analyseprozess vor.
| Workshop-Stufe | Analyseschwerpunkt | Zielsetzung |
|---|---|---|
| Stufe 1 | Gesundheitsstatus und Impact | Abgleich von Zielen, Baselines und Interventionsabdeckung |
| Stufe 2 | Implementierung der Interventionen | Bewertung von Verfügbarkeit, Zugang, Qualität und Nachfrage |
| Stufe 3 | Problemanalyse | Identifikation der Hauptursachen für Implementierungslücken |
| Stufe 4 | Lösungsfindung | Entwicklung spezifischer, handlungsorientierter Empfehlungen |
Analyse von Interventionspaketen
Es wird empfohlen, Interventionen nicht isoliert, sondern als zusammenhängende Interventionspakete (z. B. Schwangerenvorsorge) zu betrachten. Die Analyse soll aufzeigen, auf welchen Ebenen des Gesundheitssystems diese Pakete angeboten werden.
Bei der Bewertung der Implementierung (Stufe 2) sollen laut Leitlinie vier Kerndimensionen untersucht werden:
-
Verfügbarkeit: Vorhandensein der präventiven und therapeutischen Maßnahmen
-
Zugang: Erreichbarkeit und Nutzbarkeit durch die Zielgruppe
-
Qualität: Einhaltung technischer Standards und zielgruppengerechte Bereitstellung
-
Nachfrage: Motivation und Wissen der Gemeinschaft zur Nutzung der Dienste
Formulierung von Empfehlungen
Die Leitlinie betont, dass entwickelte Lösungen die identifizierten Ursachen direkt adressieren müssen. Sie sollen mit den verfügbaren personellen, materiellen und finanziellen Ressourcen umsetzbar sein.
Bei der Formulierung der finalen Empfehlungen wird zu spezifischen und handlungsorientierten Aussagen geraten. Es sollte stets definiert werden, wer die Empfehlung auf welcher Ebene bis zu welchem Zeitpunkt umsetzen soll.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist die strikte Unterscheidung zwischen allgemeinen Lösungen und spezifischen Empfehlungen. Es wird betont, dass Empfehlungen immer mit einem handlungsorientierten Verb beginnen und klare Verantwortlichkeiten sowie Fristen enthalten sollten. Anstatt vage "mehr Personal" zu fordern, sollte laut Leitlinie konkret formuliert werden, wie viele Fachkräfte bis zu welchem Datum durch welche Institution geschult werden sollen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie veranschlagt für die unmittelbare Vorbereitung des Workshops etwa zwei bis vier Wochen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass vorgelagerte Datenerhebungen, wie etwa Bewertungen von Gesundheitseinrichtungen, deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen können.
Es wird empfohlen, primär auf bestehende Routinedaten wie das Gesundheitsinformationssystem (HMIS) und Logistikdaten zurückzugreifen. Ergänzend nennt die Leitlinie bevölkerungsbezogene Umfragen sowie spezifische Einrichtungsbewertungen.
Laut Leitlinie ist eine anfängliche Aufteilung nach spezifischen Gesundheitsbereichen (z. B. Müttergesundheit, Kindergesundheit) sinnvoll. Für spätere Analyseschritte wird empfohlen, die Gruppen nach bereichsübergreifenden Themen wie Finanzierung oder Personalwesen neu zu strukturieren.
Die Leitlinie definiert Lösungen als Ansätze, die helfen, die Ursachen der wichtigsten Probleme zu überwinden. Empfehlungen hingegen sind die spezifischen, konkreten Aktionen, die durchgeführt werden müssen, um diese Lösungen in der Praxis zu realisieren.
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Quelle: Facilitators’ guide for conducting national and subnational programme reviews for maternal, newborn, child and adolescent health (WHO, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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