Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie: MKC-Indikationen
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt den Einsatz der mikroskopisch kontrollierten Chirurgie (MKC) bei malignen Hauttumoren. Das primäre Ziel dieses Verfahrens ist die histologisch gesicherte, vollständige Tumorentfernung (R0-Resektion) bei größtmöglicher Schonung des gesunden Gewebes.
Die subklinische Ausbreitung von Hauttumoren ist makroskopisch oft nicht exakt beurteilbar. Daher besteht bei konventionellen Exzisionen das Risiko, dass Sicherheitsabstände entweder zu groß oder zu knapp gewählt werden.
Durch verschiedene histologische Aufarbeitungsmethoden der MKC wird die Vollständigkeit der Resektion vor dem endgültigen Wundverschluss überprüft. Dies ist besonders relevant, wenn aufwändige plastisch-rekonstruktive Verfahren zur Defektdeckung geplant sind.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist auf histologische Fallstricke bei der MKC hin, insbesondere auf sogenannte Tissue-Floater und Gefrierschnittartefakte. Es wird betont, dass dislozierte Gewebsstücke die topografische Zuordnung erschweren und das Risiko von Fehldiagnosen bergen. Zudem wird bei der 3D-Histologie darauf hingewiesen, dass der eigentliche Tumor in seiner Gesamtarchitektur oft schwer beurteilbar ist, wenn der Tumormittelschnitt nicht vollständig vorliegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut AWMF-Leitlinie ist die MKC besonders bei Tumoren in Problemlokalisationen wie Gesicht oder Genitalbereich indiziert. Sie wird zudem bei aggressiven Tumorsubtypen und vor aufwändigen plastischen Rekonstruktionen empfohlen.
Die Leitlinie beschreibt, dass die 3D-Histologie eine annähernd lückenlose Darstellung der Schnittränder ermöglicht. Bei der Serienschnitthistologie (Brotlaibtechnik) entstehen hingegen diagnostische Lücken, die eine R0-Resektion fälschlicherweise vortäuschen können.
Es wird berichtet, dass die MKC bei lentiginösen Melanomen in lichtgeschädigter Haut und bei akralen Melanomen reduzierte Sicherheitsabstände ermöglicht. Die Lokalrezidivraten sind dabei laut Leitlinie nicht höher als bei einer Exzision mit fixen Sicherheitsabständen.
Die MKC wird als sehr geeignete Methode für Basalzellkarzinome beschrieben, insbesondere bei sklerodermiformen oder rezidivierenden Tumoren. Die horizontale Methode (Münchner Methode) oder die 3D-Histologie werden hierfür häufig eingesetzt.
Die Muffin-Technik ist ein Verfahren der 3D-Histologie für kleinere Exzidate bis 2 cm Durchmesser. Dabei werden laut Leitlinie die Ränder und die Unterseite des Präparats durch Einschnitte in eine Ebene gebracht, um eine lückenlose Randkontrolle zu ermöglichen.
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Quelle: Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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