Kinderformularium / DGKJExpertenkonsens2024PädiatrieAllgemeinmedizinNotfallmedizin

Adrenalin-Dosierung Kinder: Anaphylaxie und Reanimation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Kinderformularium / DGKJ (2024)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Adrenalin (Epinephrin) ist ein essenzielles Notfallmedikament in der Pädiatrie. Als potentes Sympathomimetikum wirkt es auf Alpha- und Beta-Rezeptoren, was zu Vasokonstriktion, Bronchodilatation und einer Steigerung des Herzzeitvolumens führt.

Die korrekte Dosierung und Applikationsform hängen maßgeblich von der Indikation ab. Zu den wichtigsten pädiatrischen Einsatzgebieten zählen die Anaphylaxie, die kardiopulmonale Reanimation (CPR) sowie schwere obstruktive Atemwegserkrankungen wie das Krupp-Syndrom.

Diese Zusammenfassung basiert auf der pädiatrischen Notfalldosierung des Kinderformulariums (DGKJ, 2024) unter Einbezug der ERC- und AWMF-Leitlinien. Da es sich um einen Kurztext handelt, wurden allgemeine medizinische Hintergrundinformationen zur besseren Einordnung ergänzt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den pädiatrischen Notfall:

Anaphylaxie

Bei einer Anaphylaxie wird laut Leitlinie die intramuskuläre Injektion in die Oberschenkel-Außenseite empfohlen. Wenn nach 5 bis 15 Minuten keine Besserung eintritt, kann die Gabe zwei- bis dreimal wiederholt werden.

Für die Anwendung von Adrenalin-Autoinjektoren wird bei einem Körpergewicht unter 25 kg eine Dosis von 150 µg empfohlen. Ab einem Körpergewicht von 25 kg wird die Standarddosis von 300 µg verwendet.

Reanimation (CPR)

Während einer kardiopulmonalen Reanimation wird die intravenöse oder intraossäre Gabe in einem Intervall von 3 bis 5 Minuten empfohlen.

Falls kein i.v./i.o.-Zugang verfügbar ist, kann eine endotracheale Applikation erfolgen. Die Leitlinie betont, dass hierbei die zehnfache Dosis im Vergleich zur intravenösen Gabe erforderlich ist.

Schwere Bronchialobstruktion und Krupp

Bei schwerer Bronchialobstruktion oder Krupp-Syndrom wird die inhalative Gabe mittels Vernebler empfohlen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Wirkung nach 1 bis 2 Stunden nachlässt und ein Rebound-Phänomen beachtet werden muss.

Herstellung der Verdünnungen

Die korrekte Verdünnung ist entscheidend für die Patientensicherheit und wird wie folgt vorgegeben:

  • 1:1000 (1 mg/ml): Wird unverdünnt für die i.m.-Gabe bei Anaphylaxie und für den Vernebler verwendet

  • 1:10.000 (0,1 mg/ml): Wird für die i.v.-Gabe bei Reanimationen hergestellt, indem 1 ml der 1:1000-Lösung mit 9 ml NaCl 0,9% gemischt wird

Dosierung

Dosierung bei Anaphylaxie (i.m.)

Alter / GewichtDosisVolumen (Adrenalin 1:1000)
< 6 Monate0,01 mg/kg0,01 ml/kg
6 Monate - 6 Jahre150 µg0,15 ml
6 - 12 Jahre300 µg0,3 ml
> 12 Jahre500 µg0,5 ml

Dosierung bei Reanimation (i.v. / i.o.)

Die Standarddosis beträgt 10 µg/kg (entspricht 0,1 ml/kg der 1:10.000 Lösung). Die Maximaldosis liegt bei 1 mg.

GewichtDosisVolumen (Adrenalin 1:10.000)
3 kg30 µg0,3 ml
5 kg50 µg0,5 ml
10 kg100 µg1 ml
20 kg200 µg2 ml
30 kg300 µg3 ml
> 50 kg1000 µg10 ml (= 1 mg)

Dosierung bei Inhalation (Vernebler)

IndikationDosis (Adrenalin 1:1000)ZubereitungWiederholung
Schwere Bronchialobstruktion0,5 mg/kg (max. 5 mg)Mit 3-5 ml NaCl 0,9% verdünnenAlle 20 min möglich
Krupp-Syndrom0,5 ml/kg (max. 5 ml)Mit NaCl auf 3-5 ml auffüllenNicht spezifiziert

Hinweis: Bei endotrachealer Gabe während der Reanimation (nur wenn kein i.v./i.o.-Zugang vorhanden) beträgt die Dosis 100 µg/kg.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einem Rebound-Phänomen bei der inhalativen Adrenalin-Gabe beim Krupp-Syndrom, da die Wirkung nach ein bis zwei Stunden nachlässt. Zudem wird betont, dass bei einer endotrachealen Applikation während der Reanimation zwingend die zehnfache Dosis (100 µg/kg) im Vergleich zur intravenösen Gabe verwendet werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie richtet sich die i.m.-Dosierung nach dem Alter. Kinder zwischen 6 Monaten und 6 Jahren erhalten 150 µg, Kinder von 6 bis 12 Jahren 300 µg und über 12-Jährige 500 µg.

Für Kinder mit einem Körpergewicht unter 25 kg wird ein Autoinjektor mit einer Dosis von 150 µg (z.B. Epipen Junior) empfohlen. Ab 25 kg wird die Standarddosis von 300 µg verwendet.

Für die intravenöse Gabe bei einer Reanimation wird eine 1:10.000-Lösung benötigt. Diese wird hergestellt, indem 1 ml der unverdünnten 1:1000-Lösung mit 9 ml NaCl 0,9% gemischt wird.

Die Leitlinie gibt für die intravenöse oder intraossäre Gabe während der Reanimation eine Maximaldosis von 1 mg pro Einzelgabe vor. Dies entspricht 10 ml der 1:10.000-Lösung.

Es wird empfohlen, die Dosis von 0,5 ml/kg der 1:1000-Lösung mit NaCl auf 3 bis 5 ml aufzufüllen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Patienten wegen eines möglichen Rebound-Phänomens nach 1 bis 2 Stunden überwacht werden sollten.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Adrenalin Dosierung Kinder (Kinderformularium / DGKJ, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.