Menopause: Diagnostik, Therapie und HRT-Empfehlungen

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG23 (Update 2024) behandelt die Identifikation und das Management der Menopause. Sie richtet sich an medizinisches Fachpersonal und umfasst Empfehlungen für Frauen, Transmänner und nicht-binäre Personen, die bei der Geburt dem weiblichen Geschlecht zugewiesen wurden.

Menopausale Symptome können die Lebensqualität erheblich einschränken und umfassen vasomotorische, urogenitale, psychische und muskuloskelettale Beschwerden. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer individualisierten Betreuung und einer gemeinsamen Entscheidungsfindung bei der Wahl der Therapie.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Aufklärung über die Risiken und Nutzen der Hormonersatztherapie (HRT) sowie auf nicht-hormonellen Alternativen. Dazu zählt insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) zur Linderung spezifischer Beschwerden.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management der Menopause:

Diagnostik

Laut Leitlinie wird bei ansonsten gesunden Personen ab 45 Jahren mit typischen Symptomen eine klinische Diagnose ohne Labortests empfohlen. Die Diagnose der Perimenopause stützt sich auf neu aufgetretene vasomotorische Symptome und Zyklusveränderungen.

Eine Menopause wird klinisch diagnostiziert, wenn seit mindestens 12 Monaten keine Blutung mehr aufgetreten ist und keine hormonelle Kontrazeption verwendet wird.

Die Bestimmung des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) wird nur bei Personen zwischen 40 und 45 Jahren mit menopausalen Symptomen oder bei Verdacht auf eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz (unter 40 Jahren) empfohlen.

Therapie vasomotorischer Symptome

Zur Behandlung vasomotorischer Symptome wird primär eine Hormonersatztherapie (HRT) empfohlen.

Als zusätzliche Option oder Alternative bei Kontraindikationen für eine HRT wird eine menopausenspezifische kognitive Verhaltenstherapie (CBT) empfohlen.

Die Leitlinie rät davon ab, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) oder Clonidin routinemäßig als Erstlinientherapie für isolierte vasomotorische Symptome einzusetzen.

Therapie urogenitaler Symptome

Bei urogenitalen Symptomen wird die Gabe von vaginalem Östrogen empfohlen, auch wenn bereits eine systemische HRT erfolgt.

Alternativ können nicht-hormonelle Feuchtigkeitscremes oder Gleitmittel eingesetzt werden. Bei unzureichender Wirkung oder Unverträglichkeit kann laut Leitlinie vaginales Prasteron oder orales Ospemifen erwogen werden.

Wahl der Hormonersatztherapie (HRT)

Die Leitlinie empfiehlt, die HRT individuell anzupassen und die niedrigste wirksame Dosis zu wählen:

  • Personen mit Uterus wird eine kombinierte HRT (Östrogen plus Gestagen) empfohlen.

  • Personen nach totaler Hysterektomie wird eine reine Östrogen-HRT empfohlen.

  • Bei erhöhtem Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) wird eine transdermale anstelle einer oralen Applikation empfohlen.

Risiken und Nutzen der HRT

Es wird empfohlen, die individuellen Risiken und Nutzen der HRT detailliert zu besprechen. Die folgende Tabelle fasst die in der Leitlinie beschriebenen Effekte zusammen:

GesundheitsrisikoKombinierte HRT (mit Uterus)Reine Östrogen-HRT (ohne Uterus)Applikationsform-Effekte
BrustkrebsRisiko steigt (abhängig von der Dauer)Geringer oder kein RisikoanstiegKeine sicheren Daten zur Applikationsform
EndometriumkarzinomRisiko sinkt bei kontinuierlicher GabeRisiko steigt (daher kontraindiziert bei Uterus)Unabhängig von oraler/transdermaler Gabe
Koronare HerzkrankheitKein RisikoanstiegKein RisikoanstiegKeine Unterschiede belegt
SchlaganfallRisiko steigt bei oraler GabeRisiko steigt bei oraler GabeKein Risikoanstieg bei transdermaler Gabe
Venöse ThromboembolieRisiko steigt bei oraler GabeRisiko steigt bei oraler GabeKein Risikoanstieg bei transdermaler Gabe
Osteoporose/FrakturenRisiko sinktRisiko sinktUnabhängig von oraler/transdermaler Gabe

Vorzeitige Ovarialinsuffizienz (POI)

Bei Personen unter 40 Jahren wird die Diagnose einer POI anhand von Symptomen und zwei erhöhten FSH-Werten im Abstand von 4 bis 6 Wochen gestellt.

Zur Therapie wird eine HRT oder ein kombiniertes hormonelles Kontrazeptivum bis zum Alter der natürlichen Menopause empfohlen, sofern keine Kontraindikationen bestehen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Eine systemische HRT muss bei einer Brustkrebsdiagnose abgesetzt werden.

  • Eine reine Östrogen-HRT ist bei Personen mit intaktem Uterus kontraindiziert, da sie das Risiko für Endometriumkarzinome signifikant erhöht.

  • Eine HRT darf nicht zur primären oder sekundären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Demenz verschrieben werden.

  • Bei Personen mit Brustkrebs in der Eigenanamnese sollten bei urogenitalen Symptomen primär nicht-hormonelle Präparate verwendet werden. Vaginales Östrogen gilt hier nur als Zweitlinientherapie nach fachärztlicher Rücksprache.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die routinemäßige Bestimmung von Hormonwerten zur Diagnosestellung. Die Leitlinie betont, dass bei ansonsten gesunden Personen ab 45 Jahren mit typischen Symptomen (wie Hitzewallungen oder Zyklusveränderungen) die Diagnose rein klinisch gestellt wird und Labortests wie FSH oder Anti-Müller-Hormon nicht empfohlen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfolgt die Diagnose rein klinisch anhand von Symptomen wie Hitzewallungen und Zyklusveränderungen. Auf Labortests wie die Bestimmung des FSH-Wertes soll in dieser Altersgruppe verzichtet werden.

Nach einer totalen Hysterektomie wird eine reine Östrogen-HRT empfohlen. Ein Gestagen-Zusatz ist nicht erforderlich, da kein Risiko für ein Endometriumkarzinom mehr besteht.

Die Leitlinie stellt klar, dass das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) und Schlaganfälle nur bei oraler Östrogengabe erhöht ist. Bei transdermaler Applikation (Pflaster, Gel, Spray) steigt das Risiko nicht an.

Es wird die lokale Anwendung von vaginalem Östrogen empfohlen, auch wenn die Person bereits eine systemische HRT erhält. Alternativ oder ergänzend können nicht-hormonelle Feuchtigkeitscremes eingesetzt werden.

Bei Personen unter 40 Jahren wird die Diagnose anhand der klinischen Symptomatik und zwei erhöhten FSH-Werten im Abstand von 4 bis 6 Wochen gestellt. Ein einzelner Bluttest reicht laut Leitlinie nicht aus.

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Quelle: NICE Guideline on Menopause (NICE, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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