NICE

Medikamentenadhärenz: Kommunikation und SDM-Strategien

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie CG76 befasst sich mit der Einbindung von Personen in Entscheidungen über verschriebene Medikamente und der Förderung der Medikamentenadhärenz. Es wird geschätzt, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte aller Medikamente für Langzeiterkrankungen nicht wie empfohlen eingenommen werden.

Laut Leitlinie stellt mangelnde Adhärenz nicht nur ein Problem der behandelten Person dar, sondern offenbart grundlegende Einschränkungen in der Gesundheitsversorgung. Die wirtschaftlichen und persönlichen Kosten durch ungenutzte Medikamente und resultierende Gesundheitsverschlechterungen sind erheblich.

Es wird zwischen zwei Kategorien der Non-Adhärenz unterschieden. Die unabsichtliche Non-Adhärenz entsteht durch praktische Hürden wie Vergesslichkeit oder Verständnisprobleme, während die absichtliche Non-Adhärenz auf persönlichen Überzeugungen und Präferenzen gegenüber der Behandlung basiert.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Verbesserung der Medikamentenadhärenz:

Kommunikation und Entscheidungsfindung

Es wird empfohlen, den Konsultationsstil an die individuellen Bedürfnisse anzupassen, um eine bestmögliche Einbindung in Therapieentscheidungen zu gewährleisten. Dabei sollten physische Einschränkungen, Lernbehinderungen oder Sprachbarrieren berücksichtigt werden.

Die Leitlinie betont das Recht auf eine informierte Ablehnung einer Therapie. Wenn eine Person sich gegen ein Medikament entscheidet, sollte dies dokumentiert werden, sofern die Entscheidungsfähigkeit gegeben ist.

Informationsvermittlung

Vor der Verschreibung neuer Medikamente wird empfohlen, das Vorwissen, die Überzeugungen und mögliche Bedenken systematisch zu erfragen. Die bereitgestellten Informationen sollten frei von Fachjargon sein und folgende Punkte umfassen:

  • Wirkweise und erwarteter Nutzen des Medikaments

  • Wahrscheinliche oder signifikante Nebenwirkungen sowie das Vorgehen bei deren Auftreten

  • Korrekte Anwendung und Handhabung verpasster Dosen

  • Notwendigkeit von Folgeverschreibungen

Erfassung der Adhärenz

Laut Leitlinie sollte anerkannt werden, dass Non-Adhärenz sehr häufig vorkommt. Es wird empfohlen, die Adhärenz routinemäßig und wertfrei bei jeder Verschreibung, Abgabe und Überprüfung von Medikamenten zu evaluieren.

Um das Berichten von Non-Adhärenz zu erleichtern, wird ein Ansatz ohne Schuldzuweisungen empfohlen. Beispielsweise kann nach verpassten Dosen in einem spezifischen Zeitraum gefragt werden.

Interventionen und Medikamenten-Review

Da keine universelle Intervention für alle existiert, sollten Maßnahmen stets individuell auf die spezifischen Hürden zugeschnitten werden. Bei praktischen Problemen empfiehlt die Leitlinie zielgerichtete Hilfsmittel:

  • Vereinfachung des Dosierungsschemas

  • Nutzung alternativer Verpackungen

  • Einsatz von Medikamentendosierern

  • Erinnerungshilfen oder Tagebücher zur Medikamenteneinnahme

Zudem wird eine regelmäßige Überprüfung der Medikation empfohlen. Dabei sollten das Wissen, das Verständnis und die Bedenken bezüglich der Therapie in vereinbarten Intervallen reevaluiert werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass Non-Adhärenz der Normalfall und kein individuelles Fehlverhalten ist. Es wird empfohlen, eine offene, wertfreie Fehlerkultur in der Sprechstunde zu etablieren und gezielt nach verpassten Dosen zu fragen, ohne Schuldzuweisungen zu machen. Zudem wird betont, dass die informierte Ablehnung eines Medikaments ein grundlegendes Recht darstellt, welches ärztlicherseits akzeptiert und lediglich dokumentiert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, das Thema wertfrei und ohne Schuldzuweisungen anzusprechen. Es hat sich bewährt, nach einem konkreten Zeitraum zu fragen, beispielsweise ob in der letzten Woche Dosen vergessen oder bewusst ausgelassen wurden.

Laut Leitlinie muss das Recht auf Ablehnung einer Therapie akzeptiert werden, sofern die Person entscheidungsfähig ist. Es wird empfohlen, die Aufklärung über Risiken und Nutzen sowie die Entscheidung gegen das Medikament sorgfältig zu dokumentieren.

Es gibt laut Leitlinie keine universell wirksame Maßnahme für alle Situationen. Interventionen sollten individuell angepasst werden, beispielsweise durch Dosierhilfen bei praktischen Hürden oder durch ausführliche Aufklärung bei Bedenken gegenüber der Therapie.

Die Leitlinie empfiehlt, die Intervalle für Überprüfungen individuell zu vereinbaren. Besonders bei Langzeiterkrankungen und Polypharmazie wird eine regelmäßige Reevaluation von Wissen, Bedenken und der Notwendigkeit der Medikation empfohlen.

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Quelle: CG76: Medicines adherence: involving patients in decisions about prescribed medicines and supporting adherence (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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