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NICE2025Psychiatrie

Medikamentenabhängigkeit & Entzug: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Vor der Verordnung von Opioiden, Benzodiazepinen, Z-Drugs, Gabapentinoiden oder Antidepressiva müssen alle nicht-pharmakologischen Optionen ausgeschöpft sein.
  • Ein abruptes Absetzen ist außer bei schweren, lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kontraindiziert.
  • Die Dosisreduktion sollte bei Opioiden, Benzodiazepinen und Antidepressiva proportional zur Dosis, bei Gabapentinoiden in festen Schritten erfolgen.
  • Valproat und Buspiron dürfen nicht zur Unterstützung eines Benzodiazepin-Entzugs eingesetzt werden.
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Hintergrund

Diese Leitlinie behandelt die sichere Verordnung und das Management von Entzugssymptomen bei Erwachsenen, die Opioide, Benzodiazepine, Gabapentinoide, Z-Drugs oder Antidepressiva einnehmen. Obwohl Antidepressiva historisch nicht als klassisch abhängigkeitsmachend eingestuft werden, können sie beim Absetzen erhebliche Entzugssymptome verursachen.

Risikofaktoren für Abhängigkeit

Vor der Verordnung müssen individuelle Risikofaktoren evaluiert werden. Diese stellen keine absoluten Kontraindikationen dar, erfordern jedoch eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung und Aufklärung.

RisikofaktorBemerkung
Psychiatrische KomorbiditätErhöhtes Risiko bei Depression, Angststörungen, PTBS, Bipolarer Störung
SuchtanamneseDrogen- oder Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte
Unklare DiagnoseFehlende klare, definierte Diagnose zur Rechtfertigung der Verordnung
KomedikationGleichzeitige Einnahme von Opioiden und Benzodiazepinen

Verordnung und Therapiesteuerung

Die Verordnung sollte stets in eine umfassende Aufklärung und einen klaren Managementplan eingebettet sein:

  • Niedrige Einstiegsdosis: Mit der niedrigsten wirksamen Dosis beginnen.
  • Retard-Präparate meiden: Bei Opioiden nach Möglichkeit auf retardierte (modified-release) Präparate verzichten.
  • Keine automatische Dosissteigerung: Bei Wirkverlust nach initialem Ansprechen die Dosis nicht automatisch erhöhen.
  • Regelmäßige Reviews: Frequenz an Patientenbedürfnisse, Medikament und Dosis anpassen.

Entzug und Dosisreduktion

Ein abruptes Absetzen ist strikt zu vermeiden, es sei denn, es liegen außergewöhnliche medizinische Gründe vor (z. B. Atemdepression durch Opioide, obere gastrointestinale Blutung durch Antidepressiva).

MedikamentengruppeReduktionsstrategieBesonderheiten
Opioide, Benzodiazepine, Z-Drugs, AntidepressivaLangsame, schrittweise ReduktionDekremente werden kleiner, je niedriger die Dosis wird (proportionale Reduktion).
GabapentinoideFeste DosisreduktionReduktion um einen festen Betrag bei jedem Schritt.
Kurzwirksame BenzodiazepinePräparatewechselWechsel auf ein langwirksames Benzodiazepin (z. B. Diazepam) erwägen.

Medikamentöse und psychologische Unterstützung

Entzugssymptome können schwer von einem Rezidiv der Grunderkrankung zu unterscheiden sein. Ein rascher Beginn nach Dosisreduktion oder qualitativ neuartige Symptome sprechen für ein Entzugssyndrom.

  • Keine Ersatzdrogen: Entzugssymptome dürfen nicht mit einem anderen abhängigkeitsmachenden Medikament behandelt werden.
  • Benzodiazepin-Entzug: Valproat oder Buspiron dürfen nicht zur medikamentösen Unterstützung angeboten werden.
  • Psychotherapie: Eine kognitive Verhaltenstherapie (CBT) in der Gruppe sollte beim Benzodiazepin-Entzug erwogen werden.

💡Praxis-Tipp

Setzen Sie abhängigkeitsmachende Medikamente niemals abrupt ab. Erwägen Sie bei kurzwirksamen Benzodiazepinen die Umstellung auf langwirksame Präparate (z. B. Diazepam), um den Entzug zu erleichtern.

Häufig gestellte Fragen

Opioide, Benzodiazepine, Gabapentinoide, Z-Drugs und Antidepressiva.
Nein, Valproat und Buspiron sollen zur Unterstützung eines Benzodiazepin-Entzugs nicht angeboten werden.
Die Dosis sollte bei jedem Schritt um einen festen Betrag reduziert werden, im Gegensatz zur proportionalen Reduktion bei Opioiden oder Antidepressiva.
Nur in medizinischen Ausnahmesituationen, wie z. B. bei schweren Nebenwirkungen (Atemdepression durch Opioide, obere GI-Blutung durch Antidepressiva).

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