IQWiG2021Onkologie

Mammakarzinom: Pertuzumab/Trastuzumab Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A21-11 bewertet den Zusatznutzen der subkutan verabreichten Fixkombination aus Pertuzumab und Trastuzumab (Phesgo).

Das Anwendungsgebiet umfasst die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom mit hohem Rezidivrisiko. Ein hohes Risiko wird im Bericht als nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung definiert.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde ein Therapieschema festgelegt, das Trastuzumab, ein Taxan und gegebenenfalls ein Anthrazyklin enthält. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, doppelblinden APHINITY-Studie, welche die freie intravenöse Kombination untersuchte.

Empfehlungen

Der Bericht gliedert die Ergebnisse in verschiedene Endpunktkategorien:

Mortalität und Morbidität

Für das Gesamtüberleben zeigt sich laut IQWiG kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt folglich nicht belegt.

Beim Endpunkt Rezidive (Rezidivrate und krankheitsfreies Überleben) wird ein statistisch signifikanter Effekt zum Vorteil der Kombination mit Pertuzumab beschrieben. Daraus leitet der Bericht einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen ab.

Symptomatik und Lebensqualität

Bei der patientenberichteten Symptomatik zeigen sich Nachteile für die Pertuzumab-Kombination. Insbesondere bei den Endpunkten Fatigue, Diarrhö und Symptomen im Brustbereich am Ende der Anti-HER2-Therapie werden negative Effekte beschrieben.

Für Patientinnen und Patienten ab 65 Jahren ergeben sich zusätzliche Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen bei Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigen sich vereinzelt positive Effekte (Rollenfunktion, emotionale Funktion), die jedoch altersabhängig variieren.

Nebenwirkungen

Der Bericht stellt einen Hinweis auf einen höheren Schaden durch schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) fest. Dies betrifft insbesondere das vermehrte Auftreten von Herzinsuffizienzen unter der Pertuzumab-Therapie.

Zudem wird ein höherer Schaden bei spezifischen schweren Nebenwirkungen wie Anämie, Diarrhö, Stomatitis und Fatigue beschrieben. Lediglich bei Muskel- und Skeletterkrankungen zeigt sich ein Vorteil für die Pertuzumab-Kombination.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Pertuzumab/Trastuzumab (s. c.) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie insgesamt nicht belegt. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die negativen Effekte (insbesondere Nebenwirkungen und Symptombelastung) die positiven Effekte (Rezidivreduktion) in allen Altersgruppen aufwiegen.

Dosierung

Die Dosierung der subkutanen Fixkombination erfolgt unabhängig vom Körpergewicht. Der Bericht zitiert folgende Vorgaben aus der Fachinformation:

BehandlungsphaseDosis (Pertuzumab / Trastuzumab)Ungefähre InjektionsdauerBeobachtungszeit
Initialdosis1200 mg / 600 mg8 Minuten30 Minuten
Erhaltungsdosis (alle 3 Wochen)600 mg / 600 mg5 Minuten15 Minuten

Die adjuvante Therapie wird für insgesamt ein Jahr (bis zu 18 Zyklen) verabreicht. Eine Dosisreduktion der Fixkombination wird laut Bericht nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen in der Fachinformation. Diese betreffen insbesondere linksventrikuläre Dysfunktion, injektionsbedingte Reaktionen, Überempfindlichkeitsreaktionen, febrile Neutropenie und Diarrhö.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass die adjuvante Therapie mit Pertuzumab/Trastuzumab mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse einhergeht. Insbesondere das vermehrte Auftreten von schweren Diarrhöen und Herzinsuffizienzen wird als relevanter negativer Effekt beschrieben, der den Nutzen der Rezidivreduktion in der Gesamtabwägung aufwiegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Der Bericht begründet dies damit, dass die negativen Effekte durch Nebenwirkungen den Vorteil bei der Rezidivvermeidung aufwiegen.

Der Bericht beschreibt signifikante Nachteile bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen. Hervorgehoben werden insbesondere vermehrte Herzinsuffizienzen sowie schwere Diarrhöen, Stomatitis und Anämien.

Die Initialdosis beträgt 1200 mg Pertuzumab und 600 mg Trastuzumab. Danach erfolgt alle 3 Wochen eine Erhaltungsdosis von 600 mg Pertuzumab und 600 mg Trastuzumab.

Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom und hohem Rezidivrisiko. Ein hohes Risiko liegt laut Definition bei einem positiven Nodalstatus oder einem negativen Hormonrezeptorstatus vor.

In der zugrundeliegenden APHINITY-Studie zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben. Ein Vorteil konnte lediglich beim krankheitsfreien Überleben (Rezidivrate) beobachtet werden.

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Quelle: IQWiG A21-11: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom, adjuvant) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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