IQWiG2023Onkologie

Mammakarzinom (HER2+): Pertuzumab/Trastuzumab Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die vorliegende Nutzenbewertung des IQWiG untersucht die subkutane Fixdosiskombination aus Pertuzumab und Trastuzumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit HER2-positivem frühem Mammakarzinom.

Voraussetzung für die Therapie ist ein hohes Rezidivrisiko. Dieses wird als nodalpositive oder hormonrezeptornegative Erkrankung definiert. Die Gabe erfolgt stets in Kombination mit einer Chemotherapie.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde ein Schema festgelegt, das Trastuzumab, ein Taxan und gegebenenfalls ein Anthrazyklin enthält. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der APHINITY-Studie.

Empfehlungen

Die IQWiG-Nutzenbewertung formuliert folgende Kernaussagen basierend auf der APHINITY-Studie:

Überleben und Rezidive

  • Für das Gesamtüberleben zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen der Kombinationstherapie.

  • Bezüglich der Rezidivrate und des krankheitsfreien Überlebens ergibt sich ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

Symptomatik und Lebensqualität

Die Auswirkungen auf die Lebensqualität und Symptomatik variieren stark nach Alter:

  • Bei Patientinnen unter 65 Jahren zeigen sich Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen in den Bereichen emotionale Funktion und Rollenfunktion.

  • Bei Patientinnen ab 65 Jahren ergeben sich Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen aufgrund vermehrter Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit.

  • Unabhängig vom Alter besteht ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen bezüglich Diarrhö.

Nebenwirkungen

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich ein Hinweis auf einen höheren Schaden durch schwerwiegende und schwere unerwünschte Ereignisse. Dies betrifft insbesondere:

  • Herzinsuffizienz (schwerwiegende unerwünschte Ereignisse)

  • Schwere Diarrhö und Stomatitis

  • Anämie und erniedrigte Leukozytenzahlen

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (besonders bei unter 65-Jährigen)

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau überwiegen die positiven Effekte beim Gesamtüberleben und bei der Rezidivvermeidung. Das IQWiG leitet daher einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen für Pertuzumab/Trastuzumab (s.c.) gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ab.

Dosierung

Die subkutane Fixdosiskombination wird unabhängig vom Körpergewicht verabreicht. Die Behandlung erfolgt im adjuvanten Setting für insgesamt ein Jahr (bis zu 18 Zyklen).

BehandlungsphaseDosis (Pertuzumab / Trastuzumab)InjektionsdauerBeobachtungszeit
Initialdosis1200 mg / 600 mg8 Minuten30 Minuten
Erhaltungsdosis (alle 3 Wochen)600 mg / 600 mg5 Minuten15 Minuten

Kontraindikationen

Laut Fachinformation (zitiert im IQWiG-Bericht) sind besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen bei folgenden Zuständen zu beachten:

  • Linksventrikuläre Dysfunktion (inklusive kongestiver Herzinsuffizienz)

  • Injektionsbedingte Reaktionen und Infusionsreaktionen

  • Überempfindlichkeitsreaktionen und Anaphylaxie

  • Febrile Neutropenie

  • Schwere Diarrhö

  • Pulmonale Ereignisse

Zudem wird darauf hingewiesen, dass Frauen im gebärfähigen Alter während der Therapie und für 7 Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden müssen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt das Risiko für kardiotoxische Nebenwirkungen hervor, insbesondere bei der sequenziellen Gabe nach Anthrazyklinen. Es wird betont, dass die linksventrikuläre Auswurffraktion (LVEF) engmaschig überwacht werden muss. Ein anhaltender Abfall der LVEF unter 50 Prozent erfordert laut Studienprotokoll den Abbruch der Anti-HER2-Therapie.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht erfolgt die adjuvante Behandlung für insgesamt ein Jahr. Dies entspricht bis zu 18 Zyklen, sofern kein Rezidiv oder keine unbeherrschbare Toxizität auftritt.

Die Fixdosiskombination wird unabhängig vom Körpergewicht verabreicht. Eine Dosisreduktion von Pertuzumab/Trastuzumab wird laut den zitierten Zulassungsdaten nicht empfohlen.

Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dies begründet sich vor allem durch Vorteile beim Gesamtüberleben und der Rezidivvermeidung, trotz vermehrter Nebenwirkungen.

Die Festlegung zur zweckmäßigen Vergleichstherapie besagt, dass Trastuzumab nicht in Kombination mit Anthrazyklinen angewendet werden soll. Die Gabe erfolgt stattdessen sequenziell in Kombination mit einem Taxan.

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Quelle: IQWiG A22-102: Pertuzumab/Trastuzumab (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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