NICE

Long COVID & Post-COVID: Diagnostik und Behandlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG188 befasst sich mit der Identifikation, Diagnostik und dem Management der Langzeitfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion. Sie richtet sich an medizinisches Fachpersonal in allen Versorgungsbereichen und schließt sowohl Kinder als auch Erwachsene ein.

Laut Leitlinie können die Symptome nach einer akuten COVID-19-Erkrankung stark variieren, fluktuieren und jedes Organsystem betreffen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Fatigue, Kurzatmigkeit, kognitive Einschränkungen ("Brain Fog") und Schmerzen.

Es wird betont, dass die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Post-COVID-19-Syndroms nicht mit der Schwere der akuten Infektion zusammenhängt. Auch Patienten mit milden Verläufen oder ohne vorherige Hospitalisierung können schwerwiegende Langzeitfolgen entwickeln.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Betreuung von Patienten mit Langzeitfolgen nach COVID-19:

Falldefinitionen und Klassifikation

Zur einheitlichen Diagnostik wird die Verwendung der folgenden zeitlichen Definitionen empfohlen:

PhaseZeitraumDefinition
Akutes COVID-19Bis zu 4 WochenZeichen und Symptome von COVID-19
Fortwährend symptomatisches COVID-194 bis 12 WochenAnhaltende Zeichen und Symptome nach der Akutphase
Post-COVID-19-SyndromMehr als 12 WochenSymptome, die nicht durch eine alternative Diagnose erklärbar sind

Der übergeordnete Begriff "Long COVID" schließt laut Leitlinie sowohl das fortwährend symptomatische COVID-19 als auch das Post-COVID-19-Syndrom ein.

Klinische Beurteilung (Assessment)

Es wird ein ganzheitlicher, personenzentrierter Ansatz empfohlen, der physische, kognitive, psychologische und psychiatrische Symptome erfasst. Die Leitlinie rät dazu, die Auswirkungen der Symptome auf den Alltag, die Arbeit und die Mobilität detailliert zu erfragen.

Bei Berichten über neue kognitive Symptome wird der Einsatz validierter Screening-Tools empfohlen, um das Ausmaß der Beeinträchtigung zu messen.

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt, Untersuchungen individuell an die Symptome anzupassen, um akute oder lebensbedrohliche Komplikationen auszuschließen. Folgende Maßnahmen werden bei klinischer Indikation vorgeschlagen:

  • Blutuntersuchungen (z. B. Blutbild, Nieren- und Leberwerte, CRP, Ferritin, BNP, HbA1c, Schilddrüsenwerte)

  • Belastungstests (z. B. 1-Minuten-Sit-to-Stand-Test) unter Aufzeichnung von Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung

  • Messung von Blutdruck und Herzfrequenz im Liegen und Stehen bei posturalen Symptomen

  • Röntgen-Thorax bis zur 12. Woche bei anhaltenden respiratorischen Symptomen

Die Leitlinie warnt davor, dass Pulsoximeter die Sauerstoffsättigung verfälschen können. Insbesondere bei dunkler Hautfarbe wurde über eine Überschätzung der Werte berichtet.

Indikationen zur Notfallüberweisung

Eine sofortige Überweisung in die Akutversorgung wird empfohlen bei:

  • Hypoxämie oder Sauerstoffdesaturierung unter Belastung

  • Anzeichen einer schweren Lungenerkrankung oder kardialen Brustschmerzen

  • Verdacht auf das pädiatrische inflammatorische Multisystem-Syndrom (PIMS-TS) bei Kindern

  • Schweren psychiatrischen Symptomen oder hoher Suizidgefahr

Therapie und Management

Es wird eine multidisziplinäre Rehabilitation empfohlen, die physische, psychologische und psychiatrische Aspekte integriert. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Aufklärung und der Unterstützung zum Selbstmanagement.

Da es keine spezifischen pharmakologischen Therapien für das Syndrom selbst gibt, fokussiert sich die Behandlung auf die Linderung einzelner Symptome. Es wird empfohlen, Patienten bei der schrittweisen Rückkehr in den Beruf oder die Schule zu unterstützen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie darf der Zugang zu weiterführenden Untersuchungen oder multidisziplinären Post-COVID-Zentren nicht vom Vorliegen eines positiven SARS-CoV-2-Tests (PCR, Antigen oder Antikörper) abhängig gemacht werden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ältere Menschen sowie Kinder oft nicht die klassischen Symptome zeigen; bei Kindern sind beispielsweise Kurzatmigkeit und Brustschmerzen deutlich seltener als bei Erwachsenen.

Häufig gestellte Fragen

Der Begriff Long COVID ist ein Überbegriff und umfasst laut Leitlinie sowohl das fortwährend symptomatische COVID-19 (4 bis 12 Wochen) als auch das Post-COVID-19-Syndrom. Das Post-COVID-19-Syndrom wird spezifisch für Symptome verwendet, die länger als 12 Wochen anhalten und nicht durch eine andere Diagnose erklärbar sind.

Die Leitlinie empfiehlt, Blutuntersuchungen streng symptomgeleitet durchzuführen. Bei klinischer Indikation können ein großes Blutbild, Nieren- und Leberfunktionstests, CRP, Ferritin, BNP, HbA1c sowie Schilddrüsenparameter bestimmt werden.

Es wird empfohlen, Patienten darüber aufzuklären, dass die Wirksamkeit von rezeptfreien Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln bei Long COVID unklar ist. Die Leitlinie stellt fest, dass aktuell nicht bekannt ist, ob diese Präparate hilfreich, schädlich oder wirkungslos sind.

Ja, die Leitlinie weist darauf hin, dass bestimmte Symptome bei Kindern und Jugendlichen seltener auftreten als bei Erwachsenen. Dazu gehören insbesondere Kurzatmigkeit, anhaltender Husten, atemabhängige Schmerzen, Palpitationen und Brustschmerzen.

Ein Röntgen-Thorax wird bis zur 12. Woche nach der Akutinfektion empfohlen, sofern anhaltende respiratorische Symptome bestehen und dies klinisch indiziert ist. Die Leitlinie betont jedoch, dass ein unauffälliges Röntgenbild eine Lungenerkrankung nicht sicher ausschließt.

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Quelle: NG188: COVID-19 rapid guideline: managing the long-term effects of COVID-19 (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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