CochraneIa2019

Lipidemulsionen bei Neugeborenen: Indikation und PNALD

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Lipidemulsionen sind ein essenzieller Bestandteil der parenteralen Ernährung bei kritisch kranken, reifen und späten Frühgeborenen. Dies betrifft insbesondere Neugeborene mit gastrointestinalem Versagen.

Konventionelle Lipidemulsionen auf Sojaölbasis weisen einen hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Phytosterinen auf. Diese Zusammensetzung wird mit Nebenwirkungen wie der parenteral ernährungsassoziierten Lebererkrankung (PNALD) in Verbindung gebracht.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 vergleicht die Sicherheit und Wirksamkeit verschiedener Lipidemulsionen. Die untersuchte Zielgruppe umfasst reife und späte Frühgeborene (34 bis 36+6 Schwangerschaftswochen) mit oder ohne chirurgische Erkrankungen oder PNALD.

Empfehlungen

Der Review klassifiziert die untersuchten Lipidemulsionen in drei Hauptgruppen:

KlassifikationBeispiele und Zusammensetzung
FischölhaltigReines Fischöl, MCT-Oliven-Fisch-Sojaöl, MCT-Fisch-Sojaöl
KonventionellReines Sojaöl
AlternativMCT-Sojaöl, Oliven-Sojaöl, Borretschöl

Ergebnisse bei chirurgischen Erkrankungen

Bei Säuglingen mit chirurgischen Erkrankungen ohne vorbestehende PNALD zeigt die Metaanalyse keinen signifikanten Unterschied. Die Inzidenz von PNALD oder Cholestase unterscheidet sich laut Review nicht zwischen fischölhaltigen und sojaölbasierten Emulsionen (Evidenz von niedriger Qualität).

Ergebnisse bei vorbestehender PNALD

Bei Säuglingen mit bereits bestehender PNALD oder Cholestase wird ein potenzieller Nutzen von fischölhaltigen Emulsionen beschrieben. Der Review berichtet über signifikant weniger Cholestase-Fälle im Vergleich zur Sojaöl-Gruppe (Evidenz von sehr niedriger Qualität).

Eine einzelne Studie in dieser Subpopulation zeigte zudem eine signifikant bessere Gewichtszunahme unter reinem Fischöl im Vergleich zu einer 10-prozentigen Sojaölemulsion.

Schlussfolgerungen der Autoren

Die Autoren des Reviews betonen, dass die aktuelle Datenlage unzureichend ist. Es lassen sich folgende Kernaussagen ableiten:

  • Es gibt keine ausreichende Evidenz für den klaren Vorteil einer spezifischen Lipidemulsion zur Prävention oder Behandlung der PNALD.

  • Die eingeschlossenen Studien weisen kleine Fallzahlen auf und wurden teilweise vorzeitig abgebrochen.

  • Weitere Forschung ist erforderlich, um die Rolle verschiedener Lipidquellen bei parenteral ernährten Neugeborenen abschließend zu klären.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review weist darauf hin, dass die Evidenz für den routinemäßigen Wechsel auf fischölhaltige Lipidemulsionen zur Prävention einer PNALD bei chirurgischen Neugeborenen unzureichend ist. Bei bereits bestehender Cholestase wird in der Literatur zwar ein möglicher therapeutischer Nutzen von Fischöl beschrieben, die Datenqualität hierfür wird jedoch als sehr niedrig eingestuft.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz, um eine bestimmte Lipidemulsion zur Prävention der PNALD eindeutig zu bevorzugen. Weder fischölhaltige noch alternative Emulsionen zeigten einen gesicherten Vorteil gegenüber Sojaöl.

Der Review beschreibt bei Säuglingen mit bestehender Cholestase signifikant weniger Cholestase-Fälle unter fischölhaltigen Emulsionen. Die Autoren betonen jedoch, dass diese Ergebnisse auf Evidenz von sehr niedriger Qualität basieren.

Bei chirurgischen Neugeborenen ohne Cholestase wurden keine signifikanten Unterschiede bei den Wachstumsparametern festgestellt. Bei Säuglingen mit Cholestase zeigte eine kleine Studie eine bessere Gewichtszunahme unter reinem Fischöl im Vergleich zu Sojaöl.

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Quelle: Cochrane Review: Lipid emulsions for parenterally fed term and late preterm infants (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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