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Lipidemulsionen bei Frühgeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews.

Bei der parenteralen Ernährung von Frühgeborenen werden traditionell Lipidemulsionen auf Sojaölbasis (S-LE) eingesetzt. Diese enthalten hohe Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Phytosterolen, welche potenziell zu unerwünschten Wirkungen beitragen können.

Mittlerweile stehen neuere Lipidemulsionen aus verschiedenen Fettquellen zur Verfügung. Dazu gehören fischölhaltige Präparate sowie alternative Mischungen, die das Risiko für Komplikationen wie die parenterale ernährungsassoziierte Lebererkrankung (PNALD) senken sollen.

Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit verschiedener Lipidemulsionen. Im Fokus stehen Frühgeborene (unter 37 Schwangerschaftswochen) mit und ohne chirurgische Erkrankungen oder PNALD/Cholestase.

Empfehlungen

Der Cochrane Review teilt die untersuchten Lipidemulsionen (LE) in drei Hauptgruppen ein:

GruppeBeschreibungBeispiele
Fischölhaltige LEReine Fischölemulsionen oder Multisource-MischungenF-LE, MOFS-LE, MFS-LE, OFS-LE
Konventionelle LEBasierend auf SojaölS-LE
Alternative LEMischungen ohne FischölMS-LE, Oliven-Sojaöl-LE, Borretschöl-LE

Prävention bei Frühgeborenen

Laut Review gibt es keine Evidenz dafür, dass eine bestimmte Lipidemulsion (mit oder ohne Fischöl) anderen überlegen ist. Dies gilt für die Prävention von PNALD/Cholestase (Evidenz von niedriger Qualität).

Auch bei anderen klinischen Endpunkten zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Emulsionstypen. Dazu zählen:

  • Wachstum und Mortalität

  • Schwere Retinopathie des Frühgeborenen (ROP)

  • Bronchopulmonale Dysplasie (BPD)

  • Sepsis und nekrotisierende Enterokolitis (NEC)

Frühgeborene mit Cholestase oder chirurgischen Erkrankungen

Bei Frühgeborenen mit bereits bestehender PNALD/Cholestase zeigte eine Metaanalyse signifikant weniger Cholestase bei der Verwendung von fischölhaltigen LE im Vergleich zu Sojaöl-LE (sehr niedrige Evidenzqualität).

Die Autoren betonen jedoch die hohe Unsicherheit dieses Ergebnisses. Die Datenlage basiert auf nur zwei kleinen Studien mit insgesamt 40 Teilnehmern und methodischen Unterschieden.

Zusammenfassend reicht die aktuelle Evidenz aus randomisierten Studien nicht aus, um einen sicheren Vorteil von fischölhaltigen Emulsionen bei chirurgischen Erkrankungen oder Cholestase zu belegen. Weitere Forschung wird als notwendig erachtet.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl fischölhaltige Lipidemulsionen bei bestehender Cholestase einen potenziellen statistischen Vorteil zeigen, weisen die Autoren auf die sehr schwache Datenlage hin. Es wird hervorgehoben, dass diese Ergebnisse auf extrem kleinen Studien basieren und mit hoher Unsicherheit behaftet sind. Ein routinemäßiger Wechsel der Emulsionsart sollte daher stets kritisch und individuell abgewogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine Evidenz dafür, dass eine bestimmte Lipidemulsion einer anderen überlegen ist. Weder fischölhaltige noch alternative Emulsionen zeigten einen signifikanten Vorteil gegenüber konventionellen Sojaöl-Präparaten in der Prävention.

Eine Metaanalyse zeigte zwar signifikant weniger Cholestase bei der Gabe von Fischöl-Emulsionen im Vergleich zu Sojaöl-Emulsionen. Die Autoren betonen jedoch, dass die Evidenzqualität aufgrund sehr kleiner Teilnehmerzahlen und methodischer Mängel sehr niedrig ist.

Der Review fand keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Emulsionstypen in Bezug auf das Wachstum der Frühgeborenen. Auch bei anderen Endpunkten wie Mortalität, BPD oder Sepsis zeigten sich keine signifikanten Abweichungen.

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Quelle: Cochrane Review: Lipid emulsions for parenterally fed preterm infants (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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