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Lenacapavir zur HIV-PrEP: Indikation und Dosierung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Weltweit kommt es jährlich zu etwa 1,3 Millionen HIV-Neuinfektionen. Die Adhärenz bei der täglichen oralen Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist in vulnerablen Bevölkerungsgruppen oft unzureichend.

Lenacapavir ist ein langwirksamer Kapsid-Inhibitor, der nach einer oralen Aufsättigung alle sechs Monate subkutan injiziert wird. Dies soll die Therapietreue verbessern und eine Alternative zur täglichen Tabletteneinnahme bieten.

Der vorliegende Cochrane Review (2026) vergleicht die Wirksamkeit und Sicherheit von injizierbarem Lenacapavir mit der täglichen oralen PrEP. Die Daten basieren auf zwei großen randomisierten kontrollierten Studien mit über 8600 Teilnehmenden.

Empfehlungen

Wirksamkeit zur HIV-Prävention

Laut Review führt Lenacapavir im Vergleich zur oralen PrEP zu einer starken Reduktion von HIV-Neuinfektionen (hohe Evidenz). Es wird eine relative Risikoreduktion (RR) von 0,07 beschrieben.

Das bedeutet, dass pro 1000 behandelten Personen 14 Infektionen weniger auftreten. Die Number Needed to Treat (NNTB) für einen zusätzlichen präventiven Nutzen liegt bei 70.

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Die Meta-Analyse zeigt bezüglich der Sicherheit folgende Ergebnisse im Vergleich zur oralen PrEP:

  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAEs): Leichte Reduktion unter Lenacapavir (RR 0,78)

  • Allgemeine unerwünschte Ereignisse (AEs): Kein relevanter Unterschied (RR 0,99)

  • Mortalität: Kein Unterschied zwischen den Gruppen (RR 0,57)

Reaktionen an der Injektionsstelle

Der Review weist darauf hin, dass Lenacapavir das Risiko für lokale Reaktionen an der Injektionsstelle signifikant erhöht (moderate Evidenz). Es traten 295 zusätzliche Fälle pro 1000 Personen auf.

Die meisten dieser Reaktionen waren jedoch leicht bis mittelschwer. Ein Therapieabbruch aufgrund von Injektionsreaktionen war laut den Studiendaten sehr selten.

Dosierung

Der Review beschreibt folgende Dosierungsschemata für die untersuchten PrEP-Strategien:

MedikamentIndikationInitialdosisErhaltungsdosis
LenacapavirHIV-PrEPTag 1 & 2: je 600 mg oral PLUS 927 mg s.c.927 mg s.c. alle 26 Wochen (± 2 Wochen)
F/TDF (Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil)HIV-PrEP-200 mg / 300 mg oral 1x täglich
F/TAF (Emtricitabin/Tenofoviralafenamid)HIV-PrEP-200 mg / 25 mg oral 1x täglich
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Anwendung von Lenacapavir wird ein gehäuftes Auftreten von lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle sowie subkutanen Knötchen beschrieben. Es wird darauf hingewiesen, dass medizinisches Personal in der korrekten Injektionstechnik geschult werden sollte, um die Akzeptanz zu fördern. Zudem wird eine Überwachung auf mögliche Kapsid-Resistenzmutationen (wie N74D) bei Durchbruchsinfektionen als wichtig erachtet.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review senkt Lenacapavir das Risiko für HIV-Neuinfektionen signifikant stärker als die tägliche orale PrEP. Es müssen 70 Personen mit Lenacapavir behandelt werden, um eine zusätzliche HIV-Infektion zu verhindern.

Nach einer initialen oralen Aufsättigung wird Lenacapavir alle sechs Monate (26 Wochen) subkutan injiziert. Es gibt dabei ein Zeitfenster von plus/minus zwei Wochen für die Erhaltungsdosis.

Die Meta-Analyse zeigt, dass lokale Reaktionen an der Injektionsstelle, wie Schmerzen oder subkutane Knötchen, sehr häufig auftreten. Die Gesamtrate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen ist jedoch geringer als bei der oralen PrEP.

Der Review hält fest, dass bei einem Abstand von mehr als 28 Wochen seit der letzten Injektion das Dosierungsschema wieder wie bei der Initialisierung neu gestartet werden muss. Vor der Wiederaufnahme wird eine erneute HIV-Testung empfohlen.

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Quelle: Cochrane Review: Lenacapavir as pre-exposure prophylaxis for HIV prevention (Cochrane, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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