WHO2025

Leishmaniose: Diagnostik, Therapie und Vektorkontrolle

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie befasst sich mit den Fortschritten und Strategien zur Eliminierung der Leishmaniose in der afrikanischen Region. Leishmaniose ist eine vernachlässigte Tropenkrankheit (NTD), die durch Sandmücken übertragen wird.

Die Erkrankung manifestiert sich primär in drei Formen: der kutanen (CL), der mukokutanen (ML) und der viszeralen Leishmaniose (VL). Letztere verläuft ohne Behandlung in über 95 Prozent der Fälle tödlich.

Besonders Ostafrika gilt als Hotspot für die viszerale Form, während die kutane Form vor allem in Nord- und Westafrika auftritt. Die Leitlinie betont die Notwendigkeit integrierter Ansätze zur Krankheitskontrolle, da Armut, Mangelernährung und Migration die Ausbreitung begünstigen.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert zentrale Strategien zur Prävention, Kontrolle und Eliminierung der Leishmaniose.

Diagnostik und Surveillance

Es wird eine frühzeitige Diagnostik empfohlen, um die Transmission zu reduzieren und die Krankheitslast zu überwachen. Laut Leitlinie sollte die Überwachung der Leishmaniose in bestehende nationale Meldesysteme integriert werden.

Für die kutane Leishmaniose wird ein integrierter Ansatz zur Erkennung von Haut-NTDs (Neglected Tropical Diseases) empfohlen. Dies verbessert laut Leitlinie die Fallfindungsrate signifikant.

Therapie

Die Leitlinie empfiehlt eine rasche und effektive medikamentöse Behandlung aller diagnostizierten Fälle. Für die viszerale Leishmaniose in Ostafrika wird primär eine Kombinationstherapie empfohlen.

Bei bestimmten Risikogruppen ist eine abweichende Zweitlinientherapie indiziert. Dazu gehören laut Leitlinie:

  • Personen mit einer HIV-Koinfektion

  • Fälle mit schwerem oder kompliziertem Krankheitsverlauf

  • Personen mit schweren Begleiterkrankungen wie schwerer Mangelernährung oder Anämie

  • Personen mit gestörten Leber- oder Nierenfunktionswerten

Prävention und Vektorkontrolle

Zur Reduktion der Übertragung wird ein integriertes Vektormanagement empfohlen. Die Leitlinie nennt hierfür folgende Maßnahmen:

  • Einsatz von Insektizid-Sprays in Innenräumen (Indoor Residual Spraying)

  • Verwendung von insektizidbehandelten Moskitonetzen

  • Umweltmanagement und persönliche Schutzmaßnahmen

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende medikamentöse Therapiestrategien für die viszerale Leishmaniose (VL):

MedikamentenklasseIndikationBehandlungsdauer
Natriumstibogluconat + ParomomycinErstlinientherapie der unkomplizierten VL17 Tage
Liposomales Amphotericin BZweitlinientherapie (bei HIV, Mangelernährung, Organschäden)Keine Angabe im Quelltext

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei Personen mit HIV-Koinfektion, schwerer Mangelernährung, schwerer Anämie oder eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion die Standard-Kombinationstherapie nicht angewendet werden sollte. In diesen Fällen wird auf eine Zweitlinientherapie verwiesen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, dass eine HIV-Koinfektion bei viszeraler Leishmaniose zu schlechteren Behandlungsergebnissen und höheren Rückfallquoten führt. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Personen als Reservoir für Neuinfektionen dienen können. Daher wird eine besondere Aufmerksamkeit bei der Überwachung dieser Risikogruppe empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut WHO-Leitlinie wird eine 17-tägige Kombinationstherapie aus Natriumstibogluconat und Paromomycin als Erstlinientherapie empfohlen. Diese hat die frühere 30-tägige Monotherapie abgelöst.

Die Leitlinie empfiehlt einen integrierten Ansatz für vernachlässigte Tropenkrankheiten der Haut (Skin NTDs). Durch die gemeinsame Untersuchung auf verschiedene Hauterkrankungen kann die Fallfindungsrate deutlich gesteigert werden.

Es wird ein integriertes Vektormanagement empfohlen. Dieses umfasst laut Leitlinie das Versprühen von Insektiziden in Innenräumen, die Nutzung imprägnierter Moskitonetze sowie persönliches Umweltmanagement.

Die Leitlinie identifiziert vor allem nomadische Hirten, saisonale Landarbeiter und Vertriebene als Hochrisikogruppen. Mangelernährung und das Schlafen im Freien erhöhen das Risiko eines schweren Krankheitsausbruchs erheblich.

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Quelle: Leishmaniasis: 20 years of progress towards elimination in the WHO African Region (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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