RKI/STIKOInfektiologie

Lassafieber: Diagnostik, Therapie und Ribavirin-Einsatz

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Lassafieber wird durch das Lassavirus aus der Familie der Arenaviridae ausgelöst. Der natürliche Wirt ist die in Westafrika endemische Vielzitzenmaus (Mastomys natalensis), welche den Erreger lebenslang in hohen Konzentrationen ausscheidet.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt primär durch den Kontakt mit kontaminierten Nahrungsmitteln oder erregerhaltigen Staubpartikeln. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten schwer erkrankter Personen möglich, was besonders im medizinischen Bereich ein Risiko darstellt.

Laut RKI-Ratgeber verlaufen die meisten Infektionen mild oder asymptomatisch. Bei einem kleinen Teil der Infizierten entwickelt sich jedoch ein lebensbedrohliches Krankheitsbild mit Schocksymptomatik, Blutungen und Multiorganversagen.

Klinischer Kontext

Epidemiologie: Das Lassafieber ist eine virale hämorrhagische Fiebererkrankung, die in Westafrika endemisch ist. Der Erreger wird primär durch den Kontakt mit Ausscheidungen der Vielzitzenmaus übertragen. Pathophysiologie: Nach der Infektion repliziert das Lassa-Virus in Makrophagen und dendritischen Zellen, was zu einer systemischen Entzündungsreaktion führt. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer endothelialen Dysfunktion mit Kapillarlecks und potenziell zum Multiorganversagen. Klinische Bedeutung: Für behandelnde Ärzte ist das Krankheitsbild besonders bei Reiserückkehrern aus Endemiegebieten mit unklarem Fieber relevant. Eine schnelle Erkennung ist essenziell, um lebensrettende supportive Maßnahmen einzuleiten und nosokomiale Ausbrüche zu verhindern. Diagnostische Grundlagen: Die Diagnose erfolgt in der Regel durch den direkten Erregernachweis mittels RT-PCR aus Blut oder Urin. Aufgrund der hohen Kontagiosität muss die Probenverarbeitung in spezialisierten Hochsicherheitslaboren erfolgen.

Wissenswertes

Die Inkubationszeit des Lassafiebers beträgt in der Regel zwischen 2 und 21 Tagen. Die Erkrankung beginnt meist schleichend mit unspezifischen Symptomen wie Fieber, allgemeiner Schwäche, Kopf- und Halsschmerzen.

Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist durch direkten Kontakt mit Blut, Urin oder anderen Körperflüssigkeiten eines Infizierten möglich. Besonders im klinischen Umfeld besteht bei unzureichenden Schutzmaßnahmen ein hohes Risiko für nosokomiale Infektionen.

Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Schleimhautblutungen, Gesichtsödemen, Schock und Multiorganversagen kommen. Eine häufige und oft bleibende Spätfolge bei Überlebenden ist die Innenohrschwerhörigkeit.

Der Goldstandard der Diagnostik ist die RT-PCR aus Blut, Serum oder Urin. Da es sich um einen Erreger der Risikogruppe 4 handelt, unterliegen die Probengewinnung und der Transport strengsten Sicherheitsvorgaben.

Die Behandlung basiert primär auf intensiver supportiver Therapie, einschließlich Flüssigkeits- und Elektrolytmanagement. Das Virostatikum Ribavirin wird häufig eingesetzt und zeigt die beste Wirksamkeit, wenn es frühzeitig im Krankheitsverlauf verabreicht wird.

In Deutschland besteht eine namentliche Meldepflicht bereits bei Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod. Auch der direkte oder indirekte Erregernachweis muss umgehend an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden.

Ärzte fragen zu diesem Thema

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Das RKI warnt davor, dass in den ersten Krankheitstagen die Virämie noch gering sein kann, was die frühe PCR-Diagnostik erschwert. Als prognostisch besonders ungünstig werden Blutungen, eine exsudative Pharyngitis mit Glottisödem sowie die Kombination aus einer GOT-Erhöhung (> 150 U/l) und einer hohen Viruslast beschrieben. Bei Verdachtsfällen wird die sofortige telefonische Kontaktaufnahme mit einem STAKOB-Behandlungszentrum dringend empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut RKI-Ratgeber beträgt die Inkubationszeit für Lassafieber 6 bis 21 Tage. Eine genaue Reiseanamnese der letzten drei Wochen ist daher diagnostisch entscheidend.

Die Leitlinie nennt eine Kombination aus einer GOT-Erhöhung von über 150 U/l und einer hohen Virämie in der PCR als prognostisch ungünstig. Zudem zeigen sich bei hämorrhagischen Verläufen pathologische Gerinnungsparameter wie ein Anstieg der PTT und ein Abfall von Fibrinogen.

Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange Viren in Körperflüssigkeiten nachweisbar sind. Das RKI betont, dass eine Virusausscheidung im Urin noch drei bis neun Wochen und in der Samenflüssigkeit bis zu drei Monate nach Krankheitsbeginn erfolgen kann.

Ja, gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) muss bereits der Krankheitsverdacht unverzüglich namentlich an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Meldung muss der Behörde spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorliegen.

Es wird eine strikte Isolierung des Patienten in einem Einzelzimmer mit Schleusenfunktion empfohlen. Das medizinische Personal muss durch spezielle persönliche Schutzausrüstung gemäß ABAS-Beschluss 610 geschützt werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: RKI-Ratgeber: Lassafieber (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.