Tau-Protein gesamt im Liquor (TAUPL): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at beschreibt das Gesamt-Tau-Protein sowie das Phospho-Tau-Protein im Liquor als wichtige biochemische Marker für die Alzheimer-Krankheit. Diese Proteine spiegeln die neuronale und axonale Schädigung der Nervenzellen wider.
Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es zur Bildung von hyperphosphorylierten und glykierten Tau-Proteinen. Dies führt zu einer Destabilisierung und Zerstörung des Nervengewebes im zentralen Nervensystem.
Insbesondere in den frühen Stadien der Demenzerkrankung lassen sich oft erhöhte Tau-Protein-Werte in der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit nachweisen. Die Bestimmung dient der medizinisch-klinischen Abklärung bei Verdacht auf Morbus Alzheimer.
Empfehlungen
Diagnostik
Es wird die kombinierte Bestimmung von Gesamt- sowie Phospho-Tau-Protein im Liquor empfohlen.
Zur umfassenden Abklärung einer Alzheimer-Krankheit nennt der Text weitere diagnostische Bausteine:
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Bestimmung von Beta-Amyloid 42 im Liquor
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Apo-E-Genotypisierung
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Bildgebende Verfahren wie CT, MRT oder PET
Interpretation der Laborwerte
Erhöhte Tau-Protein-Werte im Liquor stellen keinen endgültigen Beweis für das Vorliegen einer Alzheimer-Krankheit dar.
Die Laborergebnisse müssen in Zusammenschau mit der Krankengeschichte, der Familienanamnese und neurologischen Untersuchungen interpretiert werden.
Differenzialdiagnosen
Neben Morbus Alzheimer können erhöhte Gesamt-Tau-Protein-Werte auch bei anderen neurologischen Akut- und Systemerkrankungen auftreten. Der Text nennt hierbei folgende Differenzialdiagnosen:
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Schädel-Hirn-Trauma
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Akutphase eines Schlaganfalls
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Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung
Referenzwerte
Für das Gesamt-Tau-Protein im Liquor gelten laut Quelle folgende Referenzbereiche. Diese dienen als Orientierungshilfe und sind methodenabhängig:
| Geschlecht | Alter | Referenzbereich | Einheit |
|---|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | 200–400 | pg/mL |
| Männer | über 18 Jahre | 200–400 | pg/mL |
| Frauen | bis 18 Jahre | 200–400 | pg/mL |
| Frauen | über 18 Jahre | 200–400 | pg/mL |
💡Praxis-Tipp
Ein isoliert erhöhter Tau-Protein-Wert im Liquor beweist keine Alzheimer-Demenz, da auch akute Ereignisse wie ein Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma zu einem Anstieg führen. Es wird eine stets kombinierte Interpretation mit klinischen Befunden, Bildgebung und weiteren Liquormarkern wie Beta-Amyloid 42 empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Ein erhöhter Wert weist auf eine neuronale oder axonale Schädigung hin und findet sich häufig in frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit. Er ist jedoch nicht beweisend und kann auch bei anderen neurologischen Erkrankungen auftreten.
Laut Leitlinie liegt der normale Referenzbereich für Männer und Frauen jeden Alters zwischen 200 und 400 pg/mL. Diese Werte dienen als Orientierungshilfe und können je nach Labor abweichen.
Zur umfassenden Diagnostik wird neben dem Gesamt-Tau-Protein die Bestimmung von Phospho-Tau-Protein und Beta-Amyloid 42 im Liquor empfohlen. Ergänzend kann eine Apo-E-Genotypisierung erfolgen.
Nein, die Laborwerte müssen immer in Zusammenschau mit der Anamnese, neurologischen Untersuchungen und bildgebenden Verfahren wie MRT oder PET beurteilt werden. Ein endgültiger Beweis der Erkrankung ist zu Lebzeiten oft nicht möglich.
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Quelle: Laborwert: Tau-Protein gesamt/Liquor (TAUPL) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.