Legionellen-Schnelltest (Urin): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Legionellen sind Bakterien, die bevorzugt in feuchten Umgebungen und Warmwasseranlagen unter 60 °C vorkommen. Die Übertragung erfolgt durch die Inhalation von kontaminierten Aerosolen, beispielsweise beim Duschen, durch Klimaanlagen oder Whirlpools.
Eine Infektion kann zu einer atypischen Lungenentzündung, der sogenannten Legionärskrankheit, führen. Typische Symptome umfassen Fieber, Schüttelfrost, trockenen Husten, Durchfall und Elektrolytentgleisungen im Blut.
Von den über 50 bekannten Legionellenarten ist Legionella pneumophila die klinisch relevanteste. Bis zu 90 Prozent der Infektionen werden durch deren Serogruppe 1 verursacht.
Empfehlungen
Die Informationen von Gesundheit.gv.at beschreiben folgendes Vorgehen zur Diagnostik und Therapie:
Diagnostik
Der Legionellen-Schnelltest aus dem Urin wird zum Nachweis löslicher Antigene von Legionellenbakterien eingesetzt. Er liefert einen ersten Hinweis auf eine Infektion und weist eine gute Sensitivität sowie Spezifität auf.
Zur weiteren Diagnostik und zum definitiven Erregernachweis werden folgende Methoden angeführt:
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Bakterienkultur aus Atemwegssekreten (gilt als Beweis der Infektion)
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Molekulare Nachweisverfahren (PCR) aus Atemwegssekreten
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Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern im Blut
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Herz-Lungen-Röntgen
Interpretation des Urintests
Ein positives Testergebnis deutet auf eine akute Legionelleninfektion hin.
Ein negatives Testergebnis schließt eine Infektion nicht sicher aus. Die Antigenkonzentration im Urin kann unterhalb der Nachweisgrenze liegen, weshalb die klinische Interpretation immer in Zusammenschau mit den Symptomen erfolgen muss.
Therapie und Prävention
Zur medikamentösen Behandlung einer Legionelleninfektion werden primär Makrolid-Antibiotika oder Fluorchinolone der Gruppen 3 und 4 eingesetzt. Die Therapiedauer beträgt in der Regel drei Wochen.
Als präventive Maßnahme wird die regelmäßige Wartung von Wasseranlagen empfohlen. Das Wasser sollte auf idealerweise über 70 °C erhitzt oder gechlort werden.
Dosierung
Die Quelle gibt folgende Referenzwerte für den Legionella pneumophila-Antigen-Test im Urin an:
| Patientengruppe | Alter | Referenzwert |
|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | negativ |
| Männer | über 18 Jahre | negativ |
| Frauen | bis 18 Jahre | negativ |
| Frauen | über 18 Jahre | negativ |
💡Praxis-Tipp
Ein negativer Legionellen-Schnelltest im Urin schließt eine Infektion nicht sicher aus, da die Antigenkonzentration unter der Nachweisgrenze liegen kann. Die klinische Diagnose muss stets in Zusammenschau mit der Symptomatik und weiteren Befunden gestellt werden.
Häufig gestellte Fragen
Ein positives Ergebnis liefert laut Quelle einen starken Hinweis auf eine Legionelleninfektion, wie beispielsweise eine atypische Pneumonie. Für den definitiven Beweis der Infektion wird jedoch eine Bakterienkultur benötigt.
Die Leitlinie nennt Makrolid-Antibiotika und Fluorchinolone der Gruppen 3 und 4 als Mittel der Wahl. Diese werden üblicherweise über einen Zeitraum von drei Wochen verabreicht.
Die Übertragung erfolgt durch das Einatmen von feinem Wassersprühnebel (Aerosolen), der mit Legionellen belastet ist. Typische Gefahrenquellen sind unzureichend erhitzte Warmwasseranlagen, Duschen, Whirlpools oder Klimaanlagen.
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Quelle: Laborwert: Legionella pneumophila-Antigen/Urin (LPNU) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.