MDRD-GFR Laborwert: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) ist eine zentrale Messgröße zur Beurteilung der globalen Nierenfunktion. Die Nieren erfüllen lebenswichtige Aufgaben, darunter die Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen wie Kreatinin, Harnstoff und Harnsäure sowie die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts.
Zudem sind die Nieren für die Produktion wichtiger Hormone wie Erythropoetin und Cholecalciferol (Vitamin-D-Vorstufe) verantwortlich. Bei einem Nierenversagen kommt es zu einer Ansammlung von harnpflichtigen Stoffen im Blut, was als Urämie bezeichnet wird.
Häufige Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind Diabetes mellitus und Atherosklerose. Ein akutes Nierenversagen kann beispielsweise durch einen Schock mit verminderter Nierendurchblutung ausgelöst werden.
Empfehlungen
Diese Zusammenfassung basiert auf den Informationen des Gesundheitsportals Gesundheit.gv.at. Das Dokument beschreibt das Vorgehen zur Bestimmung der Nierenfunktion.
Diagnostik der Nierenfunktion
Zur Beurteilung der Nierenfunktion wird primär die Bestimmung des Kreatininwertes im Blut herangezogen. Da die klassische Kreatinin-Clearance mit einem hohen Aufwand verbunden ist, wird alternativ eine rechnerische Abschätzung empfohlen.
Die Nierenfunktion kann approximativ mithilfe der MDRD-Formel (Modification of Diet in Renal Disease) aus dem Blut-Kreatininwert kalkuliert werden.
Interpretation und weiteres Vorgehen
Ein erniedrigter GFMDO-Wert (MDRD-GFR) weist auf eine gestörte Nierenfunktion hin. Das Dokument betont folgende Aspekte bei der Interpretation:
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Die mittels MDRD-Formel berechnete GFR ist ein reiner Schätzwert.
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Bei unklaren Fällen ist die Durchführung einer klassischen Kreatinin-Clearance-Untersuchung über einen 24-Stunden-Sammelurin unumgänglich.
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Die Laborwerte müssen stets im klinischen Gesamtbild unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Medikation interpretiert werden.
Referenzwerte
Das Dokument gibt folgende Referenzwerte für die MDRD-GFR an (LOINC: 2164-2):
| Patientengruppe | Alter | Referenzwert | Einheit |
|---|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | > 90 | mL/min/1,73 m² |
| Männer | über 18 Jahre | > 90 | mL/min/1,73 m² |
| Frauen | bis 18 Jahre | > 90 | mL/min/1,73 m² |
| Frauen | über 18 Jahre | > 90 | mL/min/1,73 m² |
💡Praxis-Tipp
Das Dokument weist ausdrücklich darauf hin, dass die MDRD-GFR lediglich einen Schätzwert darstellt. Es wird empfohlen, in unklaren klinischen Situationen nicht allein auf die Formel zu vertrauen, sondern eine aufwendigere, aber genauere Kreatinin-Clearance mittels 24-Stunden-Sammelurin durchzuführen.
Häufig gestellte Fragen
MDRD steht für "Modification of Diet in Renal Disease". Es handelt sich laut Dokument um eine Berechnungsformel, mit der die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) aus dem Kreatininwert im Blut abgeschätzt wird.
Die klassische Kreatinin-Clearance über einen 24-Stunden-Sammelurin wird empfohlen, wenn die rechnerische Abschätzung der Nierenfunktion unklare Ergebnisse liefert. Das Dokument beschreibt die MDRD-Formel als reinen Schätzwert, der bei Unklarheiten durch die Sammelurin-Methode verifiziert werden muss.
Ein erniedrigter Wert weist auf eine Nierenfunktionsstörung hin. Laut Quelle sind Diabetes mellitus und Atherosklerose die wichtigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen, während ein Schockzustand zu einem akuten Nierenversagen führen kann.
Das Dokument gibt für alle Altersgruppen und Geschlechter einen Referenzwert von über 90 mL/min/1,73 m² an. Es wird jedoch betont, dass Laborwerte immer im individuellen klinischen Gesamtbild interpretiert werden müssen.
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Quelle: Laborwert: Glomeruläre Filtrationsrate MDRD (GFMDO) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.