Laborwert CDT (Carbohydrate Deficient Transferrin): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Das Carbohydrate Deficient Transferrin (CDT) umfasst verschiedene Isoformen des Serumeisen-Transportproteins Transferrin. Laut der Leitlinie von Gesundheit.gv.at zeichnen sich diese Formen durch einen Mangel an Kohlenhydraten aus. Physiologischerweise besitzt Transferrin einen Kohlenhydratanteil von etwa sechs Prozent.
Die genauen Mechanismen der CDT-Bildung sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass Azetaldehyd, das erste Stoffwechselprodukt von Alkohol, die Glykosyltransferasen in der Leber modifiziert. Dadurch wird die reguläre Glykosylierung des Transferrins gestört und CDT vermehrt gebildet.
Chronischer Alkoholmissbrauch führt zu weitreichenden Organschäden. Die Leitlinie nennt hierbei insbesondere toxische Effekte auf die Leber, die Bauchspeicheldrüse, den Magen-Darm-Trakt sowie das Gehirn.
Empfehlungen
Indikation und Aussagekraft
Die Bestimmung von CDT wird primär zur Diagnostik eines chronischen Alkoholabusus herangezogen. Eine Erhöhung des Wertes wird praktisch nur bei chronischer Alkoholzufuhr beobachtet. Hierfür müssen durchschnittlich mindestens 60 Gramm reiner Alkohol täglich über einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen konsumiert werden.
Besonders gut eignet sich der Parameter laut Leitlinie für die Verlaufskontrolle. Er dient dem Nachweis oder der Bestätigung eines Rückfalls im Anschluss an eine Alkoholentzugstherapie. Dies zeigt sich durch einen Wiederanstieg des CDT nach einem anfänglichen Absinken.
Diagnostische Kennzahlen
Im Vergleich zu anderen Laborwerten wie der Gamma-Glutamyltransferase (GGT) oder dem mittleren Erythrozytenvolumen (MCV) gilt CDT als die spezifischste Kenngröße. Die Leitlinie hebt folgende Eigenschaften hervor:
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Die diagnostische Spezifität ist mit bis zu 98 Prozent sehr hoch.
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Ein negatives Ergebnis schließt einen chronischen Abusus mit hoher Wahrscheinlichkeit aus.
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Die diagnostische Sensitivität schwankt je nach untersuchter Gruppe stark zwischen 22 und 100 Prozent.
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Es besteht keine signifikante Korrelation zwischen der Höhe des CDT-Wertes und der exakt aufgenommenen Alkoholmenge.
Laboranalytik und Referenzwerte
Die Methoden zur CDT-Bestimmung sind in medizinischen Laboren aktuell nicht standardisiert. Daher existieren keine allgemeingültigen Referenzwerte für die CDT-Analytik. Die Auswertung erfolgt methoden- und geschlechtsabhängig.
Je nach angewandtem Laborverfahren werden absolute Messwerte in Units pro Liter oder der CDT/Gesamt-Transferrin-Quotient in Prozent angegeben. Zu den gängigen Untersuchungsmethoden zählen:
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Immunoassays (als häufigste Methode)
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Anionen-Austausch-Chromatographie in Kombination mit Immunoassays
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Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC)
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Isoelektrische Fokussierung und Kapillarzonen-Elektrophorese
Toxische Grenzwerte für Leberschäden
Die Leitlinie definiert klare lebertoxische Grenzen für den täglichen Alkoholkonsum. Eine dauerhafte Überschreitung dieser Mengen kann zu Leberverfettung, Fettleberhepatitis und Leberzirrhose führen.
| Geschlecht | Lebertoxische Grenze (reiner Alkohol/Tag) | Entsprechende Getränkemenge (ca.) |
|---|---|---|
| Männer | 40 Gramm | Zwei Viertel Wein |
| Frauen | 20 Gramm | Ein Viertel Wein |
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie eignet sich der CDT-Wert besonders gut, um einen Rückfall nach einer Alkoholentzugstherapie zu bestätigen. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass keine signifikante Korrelation zwischen der absoluten Höhe des CDT-Wertes und der tatsächlich konsumierten Alkoholmenge besteht. Daher kann aus einem stark erhöhten Wert nicht exakt auf die vorangegangene Trinkmenge geschlossen werden.
Häufig gestellte Fragen
Eine Erhöhung des CDT-Wertes wird laut Leitlinie beobachtet, wenn über mehrere Wochen täglich mindestens 60 Gramm reiner Alkohol konsumiert werden. Dieser Zeitraum sollte mindestens sieben bis 14 Tage umfassen.
Die diagnostische Spezifität des CDT-Wertes ist mit bis zu 98 Prozent sehr hoch. Ein negatives beziehungsweise unauffälliges Ergebnis zeigt daher mit hoher Wahrscheinlichkeit an, dass kein chronischer Alkoholismus vorliegt.
Nein, die Labormethoden zur Bestimmung von CDT sind nicht standardisiert. Die Referenzwerte und Schwellenwerte hängen vom jeweiligen Laborverfahren sowie vom Geschlecht ab.
Neben dem CDT besitzen auch die Serumaktivität der Gamma-Glutamyltransferase (GGT) und das mittlere Erythrozytenvolumen (MCV) eine gewisse diagnostische Aussagekraft. Das CDT gilt jedoch als die spezifischste Kenngröße unter diesen Werten.
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Quelle: Laborwert: Carbohydrate Deficient Transferrin rel. (CDTR) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.