Krim-Kongo-Fieber (CCHF): Infektionsschutz und Hygiene
Hintergrund
Das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber (CCHF) ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die durch das Nairovirus verursacht wird. Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen und ist durch eine rasch fortschreitende hämorrhagische Symptomatik mit einer Letalität von 10 bis 40 Prozent gekennzeichnet.
Die Übertragung auf den Menschen erfolgt primär durch Zeckenstiche oder den direkten Kontakt mit Blut und Gewebe infizierter Tiere. Im klinischen Alltag stellen ungeschützte Kontakte mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen ein erhebliches Risiko für nosokomiale Infektionen dar.
Die Inkubationszeit variiert je nach Übertragungsweg. Nach einem Zeckenstich beträgt sie in der Regel ein bis drei Tage, während sie nach Kontakt mit infiziertem Blut oder Gewebe meist fünf bis sechs Tage (maximal 13 Tage) andauert.
Empfehlungen
Die WHO-Leitlinie von 2024 formuliert detaillierte Empfehlungen zum Infektionsschutz bei Verdacht auf oder Bestätigung von CCHF.
Screening und Isolation
Laut Leitlinie wird ein Screening auf CCHF mit einem Mindestabstand von einem Meter zum Patienten empfohlen.
Patienten mit Verdacht auf oder bestätigter CCHF sollen umgehend in Einzelzimmern isoliert werden.
Falls keine Einzelzimmer verfügbar sind, ist eine Kohortenisolierung von laborbestätigten Fällen unter Einhaltung eines Mindestabstands von einem Meter möglich. Verdachtsfälle dürfen laut Leitlinie nicht kohortiert werden.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Die Leitlinie unterscheidet die Anforderungen an die PSA je nach Art des Patientenkontakts und der durchgeführten Maßnahmen.
| Klinische Situation | Erforderliche Schutzmaßnahmen | Spezifische PSA-Komponenten |
|---|---|---|
| Screening (Abstand > 1 Meter) | Standardmaßnahmen | Keine spezifische PSA erforderlich |
| Direkte Patientenversorgung | Kontaktvorkehrungen | Flüssigkeitsabweisender Kittel, Untersuchungshandschuhe |
| Aerosolbildende Maßnahmen | Kontakt- und aerogene Vorkehrungen | Atemschutzmaske (N95/FFP2), Kittel, Handschuhe, Augenschutz |
Umgebungs- und Hygienemaßnahmen
Es wird empfohlen, die Patientenumgebung mindestens zweimal täglich zu reinigen und zu desinfizieren.
Die Leitlinie rät zu folgendem Vorgehen bei der Flächendesinfektion:
-
Reinigung aller Oberflächen mit Wasser und Reinigungsmittel
-
Anschließende Anwendung einer 0,5-prozentigen Natriumhypochlorit-Lösung
-
Einhaltung einer Einwirkzeit von mindestens fünf Minuten vor erneuter Nutzung
Wäsche von CCHF-Patienten sollte bei 60 bis 90 °C maschinell gewaschen oder in einer 0,05-prozentigen Natriumhypochlorit-Lösung eingeweicht werden.
Ausbruchsmanagement und Überwachung
Bereits ein einziger Fall einer nosokomialen CCHF-Infektion erfüllt laut Leitlinie die Kriterien für einen Ausbruch.
Exponiertes medizinisches Personal soll über einen Zeitraum von 13 Tagen nach dem letzten potenziellen Kontakt auf Symptome überwacht werden. Bei Auftreten von Symptomen wird eine sofortige Freistellung von der Arbeit und eine klinische Beurteilung empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass bei aerosolbildenden Maßnahmen (wie Intubation oder Bronchoskopie) zwingend ein Einzelzimmer mit spezieller Belüftung (mindestens 160 Liter pro Sekunde oder 6 bis 12 Luftwechsel pro Stunde) erforderlich ist. Ist dies nicht verfügbar, wird eine Querlüftung durch geöffnete Fenster bei abgeschalteter Klimaanlage empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut WHO-Leitlinie hängt die Inkubationszeit vom Übertragungsweg ab. Nach einem Zeckenstich beträgt sie meist ein bis drei Tage, nach Kontakt mit infiziertem Blut hingegen fünf bis sechs Tage, mit einem Maximum von bis zu 13 Tagen.
Für die reguläre Versorgung wird die Einnahme von Kontaktvorkehrungen mit flüssigkeitsabweisendem Kittel und Handschuhen empfohlen. Bei Gefahr von Spritzern oder bei aerosolbildenden Maßnahmen fordert die Leitlinie zusätzlich eine FFP2/N95-Maske sowie einen Augenschutz.
Die Leitlinie definiert bereits einen einzigen im Krankenhaus erworbenen CCHF-Fall als Ausbruch. Dies erfordert eine sofortige Untersuchung und die Überprüfung aller Infektionsschutzmaßnahmen.
Es wird eine mindestens zweimal tägliche Reinigung empfohlen. Dabei sollte laut Leitlinie zuerst mit Wasser und Reinigungsmittel geputzt und anschließend eine 0,5-prozentige Natriumhypochlorit-Lösung mit fünf Minuten Einwirkzeit verwendet werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Infection prevention and control and water, sanitation and hygiene measures for Crimean-Congo haemorrhagic fever in health-care settings: operational guide (WHO, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Water, sanitation and hygiene and infection prevention and control measures for infectious diarrhoea in health-care settings: operational guide
Prevention, identification and management of health worker infection in the context of COVID-19
Exploration of COVID-19 health-care worker cases : implications for action
Core competencies for infection prevention and control professionals
StatPearls: Universal Precautions
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen