Kopf-Hals-Karzinom (HNSCC): Pembrolizumab-Monotherapie
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das IQWiG mit der Nutzenbewertung von Pembrolizumab. Bewertet wird der Einsatz als Monotherapie zur Erstlinienbehandlung des metastasierenden oder nicht resezierbaren rezidivierenden Plattenepithelkarzinoms der Kopf-Hals-Region (HNSCC).
Voraussetzung für diese Therapie ist eine PD-L1-Expression des Tumors mit einem Combined Positive Score (CPS) von ≥ 1. Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der G-BA eine Kombination aus Cetuximab und Chemotherapie (Carboplatin oder Cisplatin plus 5-Fluorouracil) fest.
Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der offenen, randomisierten Phase-3-Studie KEYNOTE-048. In dieser wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Pembrolizumab im direkten Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie untersucht.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Kernaussagen zum Zusatznutzen:
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Laut Bewertung unterscheidet sich der Zusatznutzen signifikant je nach Krankheitsstatus der untersuchten Personen:
-
Bei metastasierender Erkrankung ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren, aber mindestens beträchtlichen Zusatznutzen.
-
Bei rezidivierender (nicht resezierbarer) Erkrankung zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.
Gesamtüberleben und Lebensqualität
Der Bericht stellt fest, dass sich beim Gesamtüberleben ein Vorteil für Pembrolizumab ausschließlich in der Subgruppe mit metastasierender Erkrankung zeigt. Bei rezidivierender Erkrankung ist ein Zusatznutzen bezüglich des Gesamtüberlebens nicht belegt.
Für die Endpunktkategorien Morbidität (Krankheitssymptomatik) und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen laut Bewertung keine verwertbaren Daten vor. Ein Zusatznutzen ist in diesen Bereichen folglich nicht belegt.
Nebenwirkungen
Die Bewertung bescheinigt Pembrolizumab deutliche Vorteile im Nebenwirkungsprofil gegenüber der Vergleichstherapie:
-
Es gibt einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3).
-
Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse traten unter Pembrolizumab seltener auf.
-
Spezifische Vorteile zeigen sich unter anderem bei Anämie, Schleimhautentzündungen und Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts.
-
Dem gegenüber steht ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei schweren Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums.
Dosierung
Die in der zugrundeliegenden Zulassungsstudie (KEYNOTE-048) verwendeten Dosierungsschemata für die Erstlinientherapie sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
| Medikament | Dosierung | Dauer |
|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg i.v. alle 3 Wochen | maximal 24 Monate |
| Cetuximab | 400 mg/m² (Initial), dann 250 mg/m² wöchentlich | maximal 24 Monate |
| Cisplatin | 100 mg/m² i.v. alle 3 Wochen | maximal 6 Zyklen |
| Carboplatin | AUC 5 i.v. alle 3 Wochen | maximal 6 Zyklen |
| 5-Fluorouracil | 1000 mg/m²/Tag i.v. Dauerinfusion Tag 1-4 | maximal 6 Zyklen |
Kontraindikationen
Laut Dossier ist Pembrolizumab bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile kontraindiziert.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass der Überlebensvorteil von Pembrolizumab in der Studie erst nach etwa 8 Monaten sichtbar wurde (sich kreuzende Kaplan-Meier-Kurven) und sich ausschließlich auf Personen mit metastasierender Erkrankung beschränkt. Zudem wird ein erhöhtes Risiko für schwere Atemwegserkrankungen unter Pembrolizumab im Vergleich zur Chemotherapie beschrieben, was eine entsprechende klinische Überwachung erfordert.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen mindestens beträchtlichen Zusatznutzen bei metastasierender Erkrankung. Bei rezidivierender Erkrankung wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen abgeleitet.
Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene mit PD-L1-exprimierenden Tumoren, die einen Combined Positive Score (CPS) von ≥ 1 aufweisen.
Der G-BA legte als zweckmäßige Vergleichstherapie eine Kombination aus Cetuximab und Chemotherapie (Carboplatin oder Cisplatin plus 5-Fluorouracil) fest.
Laut IQWiG-Bericht zeigt sich unter Pembrolizumab ein höherer Schaden bei schweren Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums (CTCAE-Grad ≥ 3). Insgesamt traten schwere unerwünschte Ereignisse unter Pembrolizumab jedoch seltener auf.
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Quelle: IQWiG A19-100: Pembrolizumab (Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region, Monotherapie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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