IQWiG2019Rheumatologie

Knochenheilungsstörung (PEMF): Therapie und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet das Potenzial der Methode der pulsierenden elektromagnetischen Felder (PEMF). Diese wird bei Patientinnen und Patienten mit Knochenheilungsstörungen der langen Röhrenknochen eingesetzt.

Zu den Indikationen zählen die verzögerte Knochenheilung (Delayed Union) sowie die ausbleibende Knochenheilung (Pseudarthrose oder Non-Union). Die Standardtherapie besteht in diesen Fällen meist aus Abwarten, Teilbelastung und Physiotherapie.

Bei frustranen Verläufen ist oft eine operative Spongiosaplastik indiziert. Die PEMF-Methode zielt darauf ab, durch elektrische Stimulation der Knochenzellen die Osteogenese zu fördern und somit operative Eingriffe zu vermeiden.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht fasst die Evidenz zur PEMF-Behandlung zusammen und leitet daraus ein Potenzial für eine erforderliche Behandlungsalternative ab.

Anwendung der Methode

Die Behandlung erfolgt nicht-invasiv über ein Gerät, das im Bereich der Knochenheilungsstörung angelegt wird. Die tägliche Anwendungsdauer variiert je nach Gerät und Studie zwischen 4 und 24 Stunden.

Die Therapie wird in der Regel über mehrere Wochen bis Monate fortgeführt, bis eine Heilung der Pseudarthrose eintritt.

Wirksamkeit und Studienergebnisse

Die Bewertung stützt sich primär auf vier randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die PEMF mit einer Scheinbehandlung vergleichen. Die Ergebnisse zur Frakturheilung stellen sich wie folgt dar:

StudieNachbeobachtungszeitErgebnis Frakturheilung (PEMF vs. Kontrolle)
Barker (1984)24 WochenKein signifikanter Unterschied
Sharrard (1990)12 WochenSignifikanter Vorteil für PEMF
Shi (2013)ca. 4,5 MonateSignifikanter Vorteil für PEMF
Simonis (2003)6 MonateSignifikanter Vorteil für PEMF

Hinsichtlich der Endpunkte Schmerz bei Belastung und Druckschmerzhaftigkeit konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen festgestellt werden.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Laut den ausgewerteten Studien geht die Methode mit einem geringen Risiko einher. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden in den primären RCTs nicht berichtet.

In seltenen Fällen wurden leichte Schmerzen bei der Applikation, Kopfschmerzen oder das Empfinden eines tiefliegenden Brennens beschrieben. Letzteres ließ sich durch eine Frequenzanpassung beheben.

Fazit zur Erprobung

Der Bericht stellt fest, dass die Methode ein Potenzial als Behandlungsalternative aufweist. Es wird die Durchführung einer multizentrischen Erprobungsstudie vorgeschlagen, um den patientenrelevanten Nutzen abschließend zu belegen.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt folgende Kontraindikationen für die Anwendung von PEMF:

  • Synoviale Pseudarthrose

  • Frakturspalt von mehr als 10 mm

  • Schwangerschaft

  • Tragen eines Herzschrittmachers oder anderer lebenserhaltender Implantate

  • Alter unter 16 Jahren (Sicherheit nicht nachgewiesen)

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die alleinige Erfassung radiologischer Parameter zur Beurteilung der Frakturheilung oft nicht ausreicht. Es wird betont, dass aus Patientenperspektive die funktionelle Einsetzbarkeit des betroffenen Körperteils ohne relevante Schmerzen entscheidend für eine erfolgreiche Heilung ist. Daher sollte in der Praxis stets auch die klinische Symptomatik bei der Verlaufsbeurteilung berücksichtigt werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Angaben zur täglichen Tragedauer variieren in den untersuchten Studien und Herstellerangaben. Der Bericht nennt Anwendungszeiten, die von 4 bis zu 24 Stunden täglich reichen.

Die Methode ist laut Bericht für Knochenheilungsstörungen der langen Röhrenknochen vorgesehen. Für andere Knochen, wie beispielsweise das Kahnbein, ist die Sicherheit des Geräts laut Herstellerangaben nicht ausreichend nachgewiesen.

Die Methode wird als konservative Zusatzbehandlung eingesetzt, um die Knochenheilung zu fördern. Laut Bericht besteht das Ziel der Therapie unter anderem darin, operative Eingriffe wie eine Spongiosaplastik bei frustranen Verläufen zu vermeiden.

Die Behandlung gilt als risikoarm und nicht-invasiv. In den ausgewerteten Studien wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet, lediglich in sehr seltenen Fällen traten leichte Schmerzen oder ein Wärmegefühl auf.

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Quelle: IQWiG E17-08: Pulsierende elektromagnetische Felder bei Knochenheilungsstörungen (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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