Knochenersatzmaterialien: Indikationen zur Implantation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Atrophie des Kieferknochens, bedingt durch Zahnverlust, Parodontitis oder natürliche Alterungsprozesse, führt häufig zu einem reduzierten Hart- und Weichgewebsangebot. Um eine langzeitstabile und prothetisch korrekte Implantation zu ermöglichen, ist in diesen Fällen eine augmentative Volumenvermehrung erforderlich.

Die Wahl des geeigneten Augmentationsverfahrens hängt maßgeblich von der Defektgeometrie und der biologischen Kapazität des Knochenlagers ab. Je mehr knöcherne Wände einen Defekt begrenzen, desto höher ist das primäre Regenerationspotenzial.

Für den Knochenaufbau stehen verschiedene Materialklassen zur Verfügung, die sich in ihrer Herkunft, Resorbierbarkeit und biologischen Funktion unterscheiden:

MaterialklasseUrsprungEigenschaften
AutologPatient (z.B. Beckenkamm, Kieferwinkel)Goldstandard, osteoinduktiv, bedingt Entnahmemorbidität
AllogenMenschlicher Spender (Biobank)Keine Entnahmemorbidität, strenge Aufbereitungsprozesse
XenogenAndere Spezies (z.B. Rind, Schwein)Geringe Resorption, häufig als Resorptionsschutz genutzt
AlloplastischSynthetisch (z.B. Tricalciumphosphat)Unbegrenzt verfügbar, rein synthetisch, keine Infektionsgefahr
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit des natürlichen Weichgewebsmantels ("Skeletal Envelope"). Bei Augmentationen, die außerhalb der ursprünglichen Knochenkontur liegen und den Weichgewebsmantel verdrängen, muss mit einem deutlich höheren Komplikations- und Resorptionsrisiko gerechnet werden. Für derart große Defekte gelten autologe Knochenblöcke weiterhin als Goldstandard.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gehen selektive Serotonin-Wiederaufnahmeinhibitoren (SSRI) und Protonenpumpeninhibitoren (PPI) mit einer erhöhten Verlustrate einher. Auch Bisphosphonate stellen ein signifikantes Risiko dar.

Nein, die Leitlinie gibt an, dass beim Sinuslift alle verfügbaren Knochenersatzmaterialien vergleichbare Erfolgsraten wie autologer Knochen aufweisen. Bei einem zweizeitigen Vorgehen wird sogar der Einsatz resorptionsstabiler Ersatzmaterialien als vorteilhaft beschrieben.

Es wird empfohlen, Dehiszenzdefekte immer mit einer Kombination aus Knochenersatzmaterial und einer Barrieremembran zu regenerieren. Für diese Indikation eignen sich alle verfügbaren Materialklassen.

Für komplexe Defekte empfiehlt die Leitlinie autologe Knochenblöcke, GBR-Techniken oder formstabile Barrieren wie Titangitter. Von rein xenogenen oder alloplastischen Blöcken wird aufgrund der Unterlegenheit gegenüber autologem Knochen abgeraten.

Die Leitlinie empfiehlt den Einsatz von Ersatzmaterialien in der Extraktionsalveole, wenn ein knöcherner Dimensionserhalt nach Zahnverlust angestrebt wird. Bei Defekten der Alveolenwände sollte zusätzlich eine Barrieremembran verwendet werden.

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Quelle: Implantologische Indikationen für die Anwendung von Knochenersatzmaterialien (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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