Kaliumzufuhr: Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen
Hintergrund
Nichtübertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen weltweit die Haupttodesursache dar. Ein wesentlicher Risikofaktor für diese Erkrankungen ist ein erhöhter Blutdruck, der bereits im Kindesalter den Grundstein für spätere Pathologien legen kann.
Laut der WHO-Leitlinie (2012) wird eine geringe Kaliumzufuhr mit Bluthochdruck, kardiovaskulären Erkrankungen und Schlaganfällen in Verbindung gebracht. Die meisten Bevölkerungen weltweit nehmen derzeit weniger als die empfohlenen Mengen an Kalium auf, während der Natriumkonsum oft zu hoch ist.
Eine Erhöhung der Kaliumzufuhr kann den Blutdruck senken und die negativen Auswirkungen eines hohen Natriumkonsums abmildern. Kalium ist in vielen unverarbeiteten Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten, geht jedoch durch starke Verarbeitungsprozesse oft verloren.
Empfehlungen
Erwachsene (ab 16 Jahren)
Die Leitlinie empfiehlt eine Erhöhung der Kaliumzufuhr über die Nahrung, um den Blutdruck sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und koronare Herzkrankheiten zu senken (starke Empfehlung).
Es wird eine tägliche Kaliumaufnahme von mindestens 90 mmol (3510 mg) vorgeschlagen (bedingte Empfehlung).
Diese Empfehlung gilt für alle Erwachsenen, unabhängig vom bestehenden Blutdruck. Dies schließt explizit auch schwangere und stillende Frauen ein.
Kinder (2 bis 15 Jahre)
Für Kinder wird ebenfalls eine erhöhte Kaliumzufuhr über die Nahrung zur Blutdruckkontrolle empfohlen (bedingte Empfehlung).
Der empfohlene Zielwert von mindestens 90 mmol/Tag für Erwachsene sollte für Kinder nach unten korrigiert werden. Die Anpassung erfolgt basierend auf dem relativen Energiebedarf des Kindes im Vergleich zu Erwachsenen.
Allgemeine Hinweise zur Umsetzung
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur praktischen Umsetzung:
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Der erhöhte Kaliumbedarf sollte primär über natürliche Lebensmittel gedeckt werden.
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Eine Obergrenze für die Kaliumzufuhr aus Lebensmitteln wird nicht definiert, da überschüssiges Kalium bei gesunder Niere effizient ausgeschieden wird.
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Die Maßnahmen sollen ergänzend zur empfohlenen Reduktion der Natriumzufuhr umgesetzt werden, um ein optimales Natrium-Kalium-Verhältnis zu erreichen.
Kontraindikationen
Die Empfehlungen zur erhöhten Kaliumzufuhr gelten nicht für Personen mit einer beeinträchtigten renalen Kaliumausscheidung. Dies betrifft laut Leitlinie Menschen mit bestimmten medizinischen Grunderkrankungen oder solche, die eine entsprechende medikamentöse Therapie erhalten.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die Annahme, dass für eine adäquate Kaliumversorgung oder den Ausgleich von Schweißverlusten spezielle Supplemente notwendig seien. Die Leitlinie hebt hervor, dass der Bedarf auch bei starker körperlicher Aktivität in der Regel problemlos über eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden kann.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO-Leitlinie empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Kaliumzufuhr von mindestens 90 mmol, was etwa 3510 mg entspricht. Diese Menge soll primär über die Nahrung aufgenommen werden.
Nein, der Zielwert von 90 mmol/Tag gilt primär für Erwachsene. Für Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren wird empfohlen, diesen Wert basierend auf dem individuellen Energiebedarf entsprechend nach unten anzupassen.
Bei Personen mit gesunder Nierenfunktion gibt es laut Leitlinie keine Berichte über eine Toxizität durch Kalium aus Lebensmitteln. Der Körper kann überschüssiges Kalium effizient über den Urin ausscheiden.
Die Leitlinie nennt Bohnen, Erbsen, Nüsse sowie frisches Gemüse und Obst als gute Kaliumquellen. Verarbeitete Lebensmittel weisen hingegen oft einen deutlich geringeren Kaliumgehalt auf.
Eine erhöhte Kaliumzufuhr senkt nachweislich den systolischen und diastolischen Blutdruck. Zudem kann Kalium die negativen Effekte eines hohen Natriumkonsums auf das Herz-Kreislauf-System abmildern.
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Quelle: Guideline: potassium intake for adults and children (WHO, 2012). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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